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Original von Melissa Adelaide
Aber auch: Arbeitsplatzabbau und Lohndrückung im Sozialbereich? Beeinträchtigung von Arbeitskämpfen? Volkswirtschaftlicher Schaden durch Ausfall von Steuern und Sozialabgaben?
"Sinkende Arbeitslosenzahlen, etwas geringere Kosten im in Zukunft immer größer werdenden Sozialbereich, großangelegtes Erziehungsprogramm..."
Na gut, von einem wütenden Jugendlichen, der zum Sozialdienst gezwungen wurde, möchte ich auch nicht versorgt werden müssen.
Aber den vielen, die Angst vor einem Ausfall des zentral organisierten Sozialstaats haben wirds gefallen.
 

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Ot Hennerk Helfsen
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Die Arbeitslosenzahlen "senkt" die Zensurministerin a. D. doch bereits indem sie z. B. Arbeitslose zu vollschichtigen Bewerbungstrainings und anderen "Qualifizierungsmaßnahmen" verdonnert. ;)

Und die Kosten im Sozialbereich würden durch eine Dienstpflicht nicht unbedingt gesenkt, denn die Dienstpflichtigen zahlten z. B. keine Steuern während ihre ausfallenden Sozialabgaben wiederum aus Steuermitteln kompensiert werden müssten.

Es ist letztlich nur wieder das alte Linke Tasche, rechte Tasche-Spiel. Arbeitsleistung gibt es nicht umsonst, zwingt man Menschen gegen ihren Willen eine bestimmte Arbeit ohne entsprechende Entlohnung zu verrichten, entstehen eben an anderer Stelle als deren tariflicher Bezahlung Kosten.
 

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Freie Entfaltung der Persönlichkeit? Freiheit der Person? Freizügigkeit? Berufsfreiheit?

Aber auch: Arbeitsplatzabbau und Lohndrückung im Sozialbereich? Beeinträchtigung von Arbeitskämpfen? Volkswirtschaftlicher Schaden durch Ausfall von Steuern und Sozialabgaben? Verzögerung des Berufseinstieges und Verkürzung der Lebensarbeitszeit?
Ein guter Teil der Leute wird sich nie wieder über das widerwillige Zahlen der Einkommenssteuer für die Gemeinschaft engagieren. Die Arbeit, die heute Zivis und FSJler machen, ist allgemein Arbeit, die 1) nicht vollwertig bezahlt werden kann und 2) eine gute Charakterschule ist. Freiheit der Person? Demnach bist Du auch gegen die Schulpflicht? Und zu guterletzt jammern doch alle über die hohen Kosten unseres Sozialsystems. Die könnte man sicher noch einmal drücken, wenn jeder Bürger einige Monate seines Lebens unentgeltlich bzw. gegen Aufwandsentschädigung seine Arbeitskraft beisteuert.
 

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Ich sehe es ganz einfach so, dass eine Gemeinschaft die zunächst uneigennütziges Engagement ihrer Mitglieder fordert diese eben vom Wert dieses Engagements überzeugen muss.

Und dass die von Zivildienst- oder FSJ-leistenden verrichtete Arbeit nicht regulär bezahlt werden könnte stimmt nicht. Sie kann es nicht in einem völlig unwirtschaftlichen System, dass den Leuten suggeriert der Ruf nach "Solidarität" entbinde sie von der finanziellen Eigenverantwortung für ihre medizinischen und pflegerischen Bedürfnisse.

Letztlich zur Schulpflicht: der Vergleich ist schlecht. Die eigene Ausbildung liegt im Interesse des Schulpflichtigen, das unfreiwillige Erbringen schlecht bezahlter Arbeitsleistungen nicht. Aber wenn ich dir damit eine Freude machen kann bekenne ich gerne, dass ich die staatliche Schulpflicht in der Tat ablehne.
 

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Beitrag von Tony Gold »

Und dass die von Zivildienst- oder FSJ-leistenden verrichtete Arbeit nicht regulär bezahlt werden könnte stimmt nicht. Sie kann es nicht in einem völlig unwirtschaftlichen System, dass den Leuten suggeriert der Ruf nach "Solidarität" entbinde sie von der finanziellen Eigenverantwortung für ihre medizinischen und pflegerischen Bedürfnisse.
An dieser Stelle is aber mal jut. Der Rettungsdienst muss nicht wirtschaftlich organisiert sein. Dass FSJler und Zivildienstleistende mit relativ wenig Gehalt zufrieden sind (sein müssen) und dass es so viele ehrenamtliche gibt, die für nochmal weit weniger Geld Rettungsdienst fahren, ermöglicht erst die so gute Ausrüstung der meisten deutschen Rettungsdienste (Ausnahmen bestätigen die Regel). Würde man im Rettungsdienst nun auf FSJler und Zivildienstleistende verzichten müssen, und womöglich noch auf Ehrenamtliche, und an Stelle derer hauptamtliche Rettungsassistenten stellen, so glaube ich würde entweder das gesamte Rettungswesen in Deutschland - immerhin global vorbildlich - zusammenbrechen oder wenigstens die Qualität rapide zurückgehen. Ergo sind wir absolut abhängig von Zivildienstleistern und FSJlern.
Im Übrigen : Das FSJ ist ja nu absolut freiwillig, hängt also auch schonmal eigentlich nicht mit einer Dienstpflicht zusammen.
Freie Entfaltung der Persönlichkeit? Freiheit der Person? Freizügigkeit? Berufsfreiheit?
Örm. Besonders bei der Berufsfreiheit ist deine Argumentation mehr als merkwürdig. Denn niemand wird ja dazu gezwungen in diesem Bereich zu bleiben - es wäre lediglich so dass Leistungsempfänger (und ich bin mir sicher kaum jemand hier hat noch nie eine sanitäts- oder rettungsdienstliche Maßnahme in Anspruch genommen) auch etwas für die erhaltene Leistung zurückgeben. Und warum Frauen im Übrigen hiervon ausgenommen sein sollen verstehe ich absolut nicht. Sonst schreit man immer "So eine Ungleichbehandlung". Wenn's aber mal um Pflichten und nicht um Rechte geht isses gleich ungerecht, denn man kann Frauen ja nicht zu etwas zwingen wozu Männer seit Jahren verpflichtet sind, ne.
 

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Letztlich zur Schulpflicht: der Vergleich ist schlecht. Die eigene Ausbildung liegt im Interesse des Schulpflichtigen, das unfreiwillige Erbringen schlecht bezahlter Arbeitsleistungen nicht.
Sozialdienst trägt meiner Meinung nach einen großen Teil nicht nur zur Persönlichkeitsbildung sondern auch zur Qualifikation bei. Was man im Zivildienst oder im FSJ lernt, übersteigt, was man in einer ganzen Reihe von Praktika danach mitbekommt.
Original von Tony Gold
Das FSJ ist ja nu absolut freiwillig, hängt also auch schonmal eigentlich nicht mit einer Dienstpflicht zusammen.
Ein großer Teil der Absolventen, ich tippe mal, dass es die deutliche Mehrheit ist, macht das FSJ mittlerweile als Zivi-Ersatz.
Und warum Frauen im Übrigen hiervon ausgenommen sein sollen verstehe ich absolut nicht. Sonst schreit man immer "So eine Ungleichbehandlung". Wenn's aber mal um Pflichten und nicht um Rechte geht isses gleich ungerecht, denn man kann Frauen ja nicht zu etwas zwingen wozu Männer seit Jahren verpflichtet sind, ne.
Naja, das Familien- und Geschlechterrollenmodell der CDU eben...
 

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An dieser Stelle is aber mal jut. Der Rettungsdienst muss nicht wirtschaftlich organisiert sein. Dass FSJler und Zivildienstleistende mit relativ wenig Gehalt zufrieden sind (sein müssen) und dass es so viele ehrenamtliche gibt, die für nochmal weit weniger Geld Rettungsdienst fahren, ermöglicht erst die so gute Ausrüstung der meisten deutschen Rettungsdienste (Ausnahmen bestätigen die Regel). Würde man im Rettungsdienst nun auf FSJler und Zivildienstleistende verzichten müssen, und womöglich noch auf Ehrenamtliche, und an Stelle derer hauptamtliche Rettungsassistenten stellen, so glaube ich würde entweder das gesamte Rettungswesen in Deutschland - immerhin global vorbildlich - zusammenbrechen oder wenigstens die Qualität rapide zurückgehen. Ergo sind wir absolut abhängig von Zivildienstleistern und FSJlern.
Im Übrigen : Das FSJ ist ja nu absolut freiwillig, hängt also auch schonmal eigentlich nicht mit einer Dienstpflicht zusammen.

Örm. Besonders bei der Berufsfreiheit ist deine Argumentation mehr als merkwürdig. Denn niemand wird ja dazu gezwungen in diesem Bereich zu bleiben - es wäre lediglich so dass Leistungsempfänger (und ich bin mir sicher kaum jemand hier hat noch nie eine sanitäts- oder rettungsdienstliche Maßnahme in Anspruch genommen) auch etwas für die erhaltene Leistung zurückgeben. Und warum Frauen im Übrigen hiervon ausgenommen sein sollen verstehe ich absolut nicht. Sonst schreit man immer "So eine Ungleichbehandlung". Wenn's aber mal um Pflichten und nicht um Rechte geht isses gleich ungerecht, denn man kann Frauen ja nicht zu etwas zwingen wozu Männer seit Jahren verpflichtet sind, ne.
Zunächst mal schummelst du wenn du so tust, als müsste ohne Dienstpflichtige jeder Rettungswagen mit zwei oder mehr Rettungsassistenten besetzt werden. Rettungssanitäter ist meines Wissens z. B. gar kein mit einer vollschichtigen Ausbildung verbundener Beruf, sondern erfordert nur einen nach Stunden bemessenen Lehrgang. Ebenso der Rettungsdiensthelfer.

Der Wegfall des Zivildienstes böte die Möglichkeit, im Rettungswesen Arbeitsplätze für Leute zu schaffen, die eine berufliche Betätigung ohne mehrjährige Ausbildung suchen, oder eine Teilzeitbeschäftigung oder eine Zuverdienstmöglichkeit. Auch sage ich ja nichts gegen freiwilliges ehrenamtliches Engagement, oder will dieses irgendwem verbieten.

Und natürlich muss der Rettungsdienst wirtschaftlich im Sinne von mindestens kostendeckend sein. Was glaubst du denn wo das Geld herkommen soll? Wenn der Rettungsdienst seine Kosten nicht wieder hereinholt, muss er irgendwie subventioniert werden. Sei es direkt durch finanzielle Zuschüsse oder eben indirekt durch die Bereitstellung z. B. für ihn zunächst preiswerter Arbeitskräfte. Auch das kostet aber irgendwann irgendwo Geld. Dienstpflichtige zahlen wie schon gesagt keine Steuern und Sozialabgaben, und haben weniger Geld für Konsum zur Verfügung. Man kann die Kosten nur verlagern, aber nicht gänzlich verschwinden lassen.

Deine Argumentation, dass Leistungsempfänger etwas für die erhaltene Leistung zurückgeben sollen geht schon in die richtige Richtung. Nur ist die Erbringng un- oder schlechtbezahlter Arbeitsleistungen als Lösungsansatz falsch. Richtig ist vielmehr, dass Rettungseinsätze eben adäquat bezahlt werden müssen. Wem das eigene Leben und die eigene Gesundheit nichts wert sind, dem ist ironisch gesprochen nicht zu helfen.

Falsch ist hingegen dein Versuch, die Dienstpflicht durch ihren temporären Charakter nicht als Verletzung der Berufsfreiheit zu qualifizieren. Dann wäre es ja auch keine Verletzung der Freiheit, jemanden "nur" vorübergehend einzusperren. Später würde er ja schließlich wieder freigelassen und könnte gehen, wohin er will?

Dass nur Männer einer Dienstpflicht unterliegen habe ich mir schließlich auch nicht ausgedacht. Demokratie ist nun mal nicht die Herrschaft von Vernunft und Gerechtigkeit, sondern von Meinungen und Stimmungen. Da ist automatisch im Vorteil, wer wie Frauen eine lautstarke und gefürchtete Lobby hat, die andere Leute eben nicht haben.
 

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Sozialdienst trägt meiner Meinung nach einen großen Teil nicht nur zur Persönlichkeitsbildung sondern auch zur Qualifikation bei. Was man im Zivildienst oder im FSJ lernt, übersteigt, was man in einer ganzen Reihe von Praktika danach mitbekommt.

Ein großer Teil der Absolventen, ich tippe mal, dass es die deutliche Mehrheit ist, macht das FSJ mittlerweile als Zivi-Ersatz.

Naja, das Familien- und Geschlechterrollenmodell der CDU eben...
Jeder Mensch hat das Recht selbst zu entscheiden, welche beruflichen oder anderen Qualifikationen er erwerben will. Warum sollen jedes Jahr, berücksichtigt man Männer und Frauen gleichermaßen, vielleicht 700.000 oder mehr junge Erwachsene in einen Sozialdienst gezwungen werden, wenn nur ein kleiner Teil von ihnen später in diesem Bereich arbeiten möchte und dort als Arbeitnehmer gebraucht wird?

Und schieb es mal nicht nur auf die böse CDU! Treue Streiter für die Wehrpflicht nur für Männer sind z. B. auch der Seeheimer Kreis der SPD oder die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF). Dreizehn Jahre Rot/Gelb (1969-82) und sieben Jahre Rot/Grün (1998-2005) haben an der Wehrpflichtnur für Männer auch nichts geändert.
 

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Laut Hamburger Programm der SPD soll das Ganze "Freiwillige Wehrpflicht" heißen. taz Artikel von 2007.

Im Programm heißt es etwas nebulös:
Mit der Überwindung der Spaltung Europas und der deutschen Wiedervereinigung
hat die Bundeswehr mehr Verantwortung im Rahmen unserer
kooperativen Friedens- und Sicherheitspolitik übernommen. Die
Soldatinnen und Soldaten genießen durch ihr Auftreten zu Recht weltweit
hohes Vertrauen und Ansehen. Die gesellschaftliche Verankerung
und die Akzeptanz der Bundeswehr müssen erhalten bleiben. Die Fortentwicklung
der Wehrpflicht ist hierfür ein Garant. Deshalb setzen wir
uns für eine Stärkung der Freiwilligkeit beim Wehrdienst ein.
 

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Jeder Mensch hat das Recht selbst zu entscheiden, welche beruflichen oder anderen Qualifikationen er erwerben will. Warum sollen jedes Jahr, berücksichtigt man Männer und Frauen gleichermaßen, vielleicht 700.000 oder mehr junge Erwachsene in einen Sozialdienst gezwungen werden, wenn nur ein kleiner Teil von ihnen später in diesem Bereich arbeiten möchte und dort als Arbeitnehmer gebraucht wird?
Die Qualifikation ist nicht nur eine für zukünftige Sozialarbeiter und Sonderpädagogen sondern eine für jedermann, weil jeder Beruf mehr oder weniger ein sozialer ist, wenn nicht normativ, so doch funktionalistisch betrachtet.
Und schieb es mal nicht nur auf die böse CDU! Treue Streiter für die Wehrpflicht nur für Männer sind z. B. auch der Seeheimer Kreis der SPD oder die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF). Dreizehn Jahre Rot/Gelb (1969-82) und sieben Jahre Rot/Grün (1998-2005) haben an der Wehrpflichtnur für Männer auch nichts geändert.
Da hast Du zweifellos recht aber die CDU ist die einzige Partei, der ich zutrauen würde, sich mit Händen und Füßen gegen eine Ausweitung auf die Frauen zu wehren.
 

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