Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Also, so unmündig, wie die Anleger in Deinen Augen sind, sollten sie denke ich gar keine Geldgeschäfte mehr tätigen. Sie sollten überhaupt kein Geld mehr besitzen und am besten überhaupt keine Dispositionsmöglichkeiten mehr haben. Und ich weiss auch nicht, ob man Menschen, die nicht mal zu simpelsten Fragen der Auswahl der richtigen Finanzberater zu gebrauchen sind, zutrauen sollte, die richtigen Menschen für die Staatsführung auszuwählen.
Fachlich die Stärken und Schwächen meines Beraters zu begreifen ist zuviel verlangt, aber wenigstens einzusehen, dass Banken keine neutralen Berater haben, sondern die "Berater" eher mit Immobilienmaklern und Autohändlern vergleichbar sind, das sollte man jedem Menschen, der Zurechnungs- und Geschäftsfähigkeit für sich beansprucht, abverlangen können.
Fachlich die Stärken und Schwächen meines Beraters zu begreifen ist zuviel verlangt, aber wenigstens einzusehen, dass Banken keine neutralen Berater haben, sondern die "Berater" eher mit Immobilienmaklern und Autohändlern vergleichbar sind, das sollte man jedem Menschen, der Zurechnungs- und Geschäftsfähigkeit für sich beansprucht, abverlangen können.
Zuletzt geändert von Anonymous am Mo 20. Okt 2008, 18:27, insgesamt 1-mal geändert.
Beiträge: 2229
Registriert: Mi 28. Mär 2007, 20:25
Ich weiß nicht, kommt es mir nur so vor, oder sind die einzigen, die bisher Hilfen angefragt haben, Landesbanken und ähnliche Institutionen, die sich im Kern unter staatlicher Kontrolle befinden und öffentliche Aufgaben erfüllen? Wenn ja, dann wäre das wirklich ein Witz, dass alle Welt auf dem freien Markt rumhackt, während die Regierung mit Steuergeldern defizitäre Staatsunternehmen vor der Pleite rettet.
Sophia Kreittmayr (FVP), Präsidentin des Unionsrates
Ministerpräsidentin des Freistaates Freistein
Unionsministerin des Inneren a.D.
Ministerpräsidentin des Freistaates Freistein
Unionsministerin des Inneren a.D.
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Naja. In Deutschland ist das (bisher) so, aber mit Blick ins Ausland wird diese Vermutung natürlich schnell widerlegt. Die meisten US-Banken haben Finanzhilfen in Anspruch genommen, die isländischen Banken sind völlig am Ende, die niederländische ING hat Staatsgeld gebraucht, ebenso Fortis. Und in Deutschland heißt es ja, es will nur keine der Geschäftsbanken die erste sein. Allerdings hab ich da sogar meine Zweifel. Die Deutsche Bank steht recht gut da, die HypoVereinsbank kann drei Kreuze machen, dass sie ihre faulen Kredite alle bei ihrer einstigen Tochter Hypo Real Estate gelassen hat, Postbank, Commerzbank, Dresdner wird man abwarten müssen - bei der Dresdner würde es mich allerdings überraschen, wenn nicht was käme.Original von Kreittmayr
Ich weiß nicht, kommt es mir nur so vor, oder sind die einzigen, die bisher Hilfen angefragt haben, Landesbanken und ähnliche Institutionen, die sich im Kern unter staatlicher Kontrolle befinden und öffentliche Aufgaben erfüllen? Wenn ja, dann wäre das wirklich ein Witz, dass alle Welt auf dem freien Markt rumhackt, während die Regierung mit Steuergeldern defizitäre Staatsunternehmen vor der Pleite rettet.
Zuletzt geändert von Anonymous am So 26. Okt 2008, 12:48, insgesamt 2-mal geändert.
Beiträge: 2229
Registriert: Mi 28. Mär 2007, 20:25
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Nur, diese Krise ist ja auch noch lange nicht vorbei. Ich war am Donnerstag bei einem Vortrag der Quirin Bank von deren Chefanalysten Claus Vogt - Lesern von ef ist er ein Begriff. Seine Kernaussagen:
1. Die Krise ist vom Staat geschaffen worden. Es war die US-Zentralbank ("Zentralbank, das klingt nicht nur so wie Zentralkomitee"), die zu niedrige Zinsen festgesetzt hat und damit die größte Blase aller Zeiten erschaffen hat.
2. Die Krise ist noch längst nicht auf ihrem Höhepunkt. Die US-Häuserpreise haben gegenüber ihrem langjährigen Preisniveau erst etwa 50 % der Überbewertung korrigiert, sie werden also noch einmal so stark fallen. Die Hauspreise in Europa haben gerade einmal minimal zu fallen begonnen, dabei sind sie insbesondere im Vereinigten Königreich und in Spanien noch krasser überbewertet als in den Staaten. Weiterhin droht noch der Kollaps der Kreditkartenblase, die noch einmal so massiv ist wie die Häusermarktkrise.
3. Die einzige "Rettung" liegt darin, dass man die Blase erneut vergrößert. Dies funktioniert nur noch über massivste, schrankenlose Staatsverschuldung. Vogt meint, wir werden erkennen, wohin der Weg führt, wenn wir die Gesamtverschuldung der USA im Blick behalten. Wir bekommen das kurzfristig angenehmere Szenario, wenn diese weiter steigt, und das härtere, wenn die Amerikaner es nicht schaffen, ihre Schulden weiter massiv zu erhöhen.
Auf dieser Basis gibt es nur zwei Szenarien:
a. Massive Deflation, Absturz der Weltwirtschaft in die Depression, Weltwirtschaftskrise.
b. Massive Inflation, Abwertung des US-Dollars und des Euros, wahrscheinlich trotzdem zumindest vorübergehend Stagflation.
Vogt hält Szenario b für das weit überwiegend wahrscheinliche. Er hat betont, dass Fed-Präsident Ben Bernanke sein gesamtes akademisches Leben der Frage gewidmet hat, wie man Deflationen vermeiden kann, und hat natürlich auch Bernankes Spruch zitiert, dass dieser notfalls mit Hubschraubern waschkörbeweise Dollars abwerfen lassen werde ("Helicopter Ben"). Vogt outet sich damit als Austrian natürlich als Anhänger der von Mises aufgestellten Theorie des "Crack Up Boom". Was er nicht gesagt hat, war die langfristige Perspektive, dass nämlich der inflationäre Crack-Up-Boom langfristig zwingend im deflationären Kollaps endet.
Die Frage ist also definitiv nicht: Bricht unsere Wirtschafts-, Staats- und Gesellschaftsordnung zusammen? Sondern nur: Wann?
Seine Empfehlungen übrigens:
Szenario a: GOLD! und daneben Aktien - dagegen vollständig raus aus Anleihen
Szenario b: Cash is king und daneben Gold - dagegen vollständig raus aus Aktien
Die Quirin Bank selbst hält derzeit 15 % des verwalteten Geldes in Gold - Zitat Vorstandssprecher Karl Matthäus Schmidt: "das ist die Sicherheit für den Fall, dass unser Wirtschaftssystem das nicht überlebt"; der Mann ist übrigens kein Spinner, sondern der Gründer von Cortal Consors - und ist in Aktien ausschließlich short.
1. Die Krise ist vom Staat geschaffen worden. Es war die US-Zentralbank ("Zentralbank, das klingt nicht nur so wie Zentralkomitee"), die zu niedrige Zinsen festgesetzt hat und damit die größte Blase aller Zeiten erschaffen hat.
2. Die Krise ist noch längst nicht auf ihrem Höhepunkt. Die US-Häuserpreise haben gegenüber ihrem langjährigen Preisniveau erst etwa 50 % der Überbewertung korrigiert, sie werden also noch einmal so stark fallen. Die Hauspreise in Europa haben gerade einmal minimal zu fallen begonnen, dabei sind sie insbesondere im Vereinigten Königreich und in Spanien noch krasser überbewertet als in den Staaten. Weiterhin droht noch der Kollaps der Kreditkartenblase, die noch einmal so massiv ist wie die Häusermarktkrise.
3. Die einzige "Rettung" liegt darin, dass man die Blase erneut vergrößert. Dies funktioniert nur noch über massivste, schrankenlose Staatsverschuldung. Vogt meint, wir werden erkennen, wohin der Weg führt, wenn wir die Gesamtverschuldung der USA im Blick behalten. Wir bekommen das kurzfristig angenehmere Szenario, wenn diese weiter steigt, und das härtere, wenn die Amerikaner es nicht schaffen, ihre Schulden weiter massiv zu erhöhen.
Auf dieser Basis gibt es nur zwei Szenarien:
a. Massive Deflation, Absturz der Weltwirtschaft in die Depression, Weltwirtschaftskrise.
b. Massive Inflation, Abwertung des US-Dollars und des Euros, wahrscheinlich trotzdem zumindest vorübergehend Stagflation.
Vogt hält Szenario b für das weit überwiegend wahrscheinliche. Er hat betont, dass Fed-Präsident Ben Bernanke sein gesamtes akademisches Leben der Frage gewidmet hat, wie man Deflationen vermeiden kann, und hat natürlich auch Bernankes Spruch zitiert, dass dieser notfalls mit Hubschraubern waschkörbeweise Dollars abwerfen lassen werde ("Helicopter Ben"). Vogt outet sich damit als Austrian natürlich als Anhänger der von Mises aufgestellten Theorie des "Crack Up Boom". Was er nicht gesagt hat, war die langfristige Perspektive, dass nämlich der inflationäre Crack-Up-Boom langfristig zwingend im deflationären Kollaps endet.
Die Frage ist also definitiv nicht: Bricht unsere Wirtschafts-, Staats- und Gesellschaftsordnung zusammen? Sondern nur: Wann?
Seine Empfehlungen übrigens:
Szenario a: GOLD! und daneben Aktien - dagegen vollständig raus aus Anleihen
Szenario b: Cash is king und daneben Gold - dagegen vollständig raus aus Aktien
Die Quirin Bank selbst hält derzeit 15 % des verwalteten Geldes in Gold - Zitat Vorstandssprecher Karl Matthäus Schmidt: "das ist die Sicherheit für den Fall, dass unser Wirtschaftssystem das nicht überlebt"; der Mann ist übrigens kein Spinner, sondern der Gründer von Cortal Consors - und ist in Aktien ausschließlich short.
Anfänger
Beiträge: 971
Registriert: So 18. Mär 2007, 09:56
Wenn man es denn bekommen könnte, wäre Gold momentan auch gar nicht so teuer. Wenn...Original von Konrad Grimm
Szenario a: GOLD! und daneben Aktien - dagegen vollständig raus aus Anleihen
Szenario b: Cash is king und daneben Gold - dagegen vollständig raus aus Aktien
Beim Händler meines Vertrauens steht seit drei Wochen (!): 'Leider können wir Ihnen aktuell keine Gold- oder Silberartikel anbieten. In den nächsten Tagen erwarten wir allerdings neue Lieferungen.'
Diejenigen, die noch Restbestände haben, bieten es derzeit natürlich sehr teuer an, weit entfernt vom Spotpreis.
Zuletzt geändert von Baudouin de Billancourt am So 26. Okt 2008, 14:44, insgesamt 1-mal geändert.
Jungspund
Beiträge: 348
Registriert: Mo 11. Jun 2007, 15:35
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Ähm... wer grade was sinnvolles zur Finanzkrise hören will, mein Lieblingsblogger ist grad live im hr.
http://www.you-fm.de/index.jsp?rubrik=12412
http://www.you-fm.de/index.jsp?rubrik=12412
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Investment-Legende Marc Faber prophezeit in der Wirtschaftswoche eine hyperinflationäre Depression: "Wirtschaftlicher Selbstmord"
Erkläre mir einer, wo ein Weg, der die totale Verarmung der Schwellenländer bedeuten wird, anders hinführen wird, als in den Dritten Weltkrieg...
Erkläre mir einer, wo ein Weg, der die totale Verarmung der Schwellenländer bedeuten wird, anders hinführen wird, als in den Dritten Weltkrieg...