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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Kreittmayr
Atlas Shrugged ist so ein prophetisches Buch.
In meinen Augen haben hier beide Komponenten der marktwirtschaftlichen Demokratie kolossal versagt. Die amerikanische Politik hat dafür gesorgt, dass die Notenbank für billiges Geld sorgt, weil man den Wählern den Traum vom Eigenheim ermöglichen und für Wirtschaftswachstum sorgen wollte. Und die Manager in den Konzernen haben die Augen vor den Folgen kurzfristiger Gewinnmaximierung um jeden Preis verschlossen.

Wir haben es mit einem massiven Versagen unserer Führungseliten zu tun. Und wenn sich jetzt Rattenfänger wie Lafontaine und Chavez als neue Gegeneliten anbieten, dann gehen die Dankesschreiben dafür an die politischen Führer der letzten Jahrzehnte.
 

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Beitrag von Kreittmayr »

Wir leben in einer Kultur, die den Begriff des rationalen Eigeninteresse nicht kennt, und auch nicht die moralischen Prinzipien kennt, anhand derer man dieses maximiert. Das gilt auch für die Unternehmensführungen.

Vergleicht man das Desaster dieser Banken mit BB&T, einem amerikanischen Finanzinstitut, dass von einem Objektivisten in Übereinstimmung mit den richtigen moralischen Prinzipien geführt wird, dann sieht man den Unterschied sehr deutlich. BB&T geht es gut.
 

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Original von Kreittmayr
Entweder hast du das Buch nicht gelesen, keine Ahnung von Literatur, oder eine ausgesprochen schlechte philosophische Ästhetik.
Einer Diskussion wäre hier allenfalls die dritte Alternative zugänglich, wobei ich die von dir aufgestellte Tatsachenbehauptung zurückweisen möchte.

Die dem Roman zu Grunde liegende Idee ist zweifelsfrei wesentlich bedenkens- und diskussionswürdiger als einer von kollektivistischen und sozialistischen Denkweisen durchseuchten Gesellschaft lieb sein kann, deren künstlerische Darstellung jedoch sub omni canone.
 

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Original von Susan Jefferson
Wenn man seinen unterirdisch schlechten Erzählstil und die stereotypen Beschreibungen seiner hohlen Charaktere als Prophezeiung des Niedergangs der Literatur nimmt - unbestreitbar ;)
Na ja, nun nehme ich mal an - ohne ein solches Werk je berührt zu haben, ich fröhne hier also Vermutungen - dass in einem solchen Werk nicht die Ästhetik der charakterlichen Rezeption, sondern die Aussageabsicht in Vordergrund steht?
 

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Beitrag von Kreittmayr »

Original von Joseph A. Gladstone
sondern die Aussageabsicht in Vordergrund steht?
Nein. Rand hat selbst stets betont, Kunst solle nicht dozieren, sondern dramatisieren. "Don't tell, show." Ihre Romane sind nicht Vehikel für ihre Philosophie, sondern Selbstzweck. Umgekehrt ist es ihre Philosophie, die sie entwickelt hat, um ihren spezifischen literarischen Zweck erfüllen zu können: die Darstellung eines idealen Menschen.
 

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Beitrag von Kreittmayr »

Original von Susan Jefferson
deren künstlerische Darstellung jedoch sub omni canone.
Ich gaube, darüber kann man ausgesprochen unterschiedlicher Ansicht sein. Ich weiß nicht, was Du von ihr gelesen hast. Sollten es die deutschen Übersetzungen gewesen sein, dann vergiss es. Das ist nicht Rand, sondern Dreck. Die literarische Qualität Rands eröffnet sich einem nur, wenn man sie im englischen Original liest:
Clouds had wrapped the sky and had descended as fog to wrap the streets below, as if the sky were engulfing the city. She could see the whole of Manhatten Island, a long, triangular shape cutting into an invisible ocean. It looked like the prow of a sinking ship; a few tall buildings still rose above it, like funnels, but the rest was disappearing under grey-blue coils, going down slowly into vapor and space. This was how they had gone — she thought — Atlantis, the city that sank into the ocean, and all the other kingdoms that vanished, leaving the same legend in all the languages of men, and the same longing.
Ayn Rand, Atlas Shrugged.
 

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Der ideale Mensch ist schön und gut, aber den gibt's nicht.
 

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Original von Kreittmayr

Nein. Rand hat selbst stets betont, Kunst solle nicht dozieren, sondern dramatisieren. "Don't tell, show." Ihre Romane sind nicht Vehikel für ihre Philosophie, sondern Selbstzweck. Umgekehrt ist es ihre Philosophie, die sie entwickelt hat, um ihren spezifischen literarischen Zweck erfüllen zu können: die Darstellung eines idealen Menschen.
Ich sehe schon - ich werde mich dem Werk demnächst mal annähern.
 

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Beitrag von Kreittmayr »

Original von Joseph A. Gladstone
Ich sehe schon - ich werde mich dem Werk demnächst mal annähern.
Das freut mich zu hören. Wenn man mal die sog. Libertären hier ausblendet, kenne ich eigentlich auch nur Leute, denen er sehr gefallen hat. Ich würde mich dann jedenfalls für deine Meinung über das Buch interessieren. :)
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Kreittmayr
Wir leben in einer Kultur, die den Begriff des rationalen Eigeninteresse nicht kennt, und auch nicht die moralischen Prinzipien kennt, anhand derer man dieses maximiert. Das gilt auch für die Unternehmensführungen.
Das Problem ist, dass wir in einer Massen- statt einer Elitenkultur leben.

Betrachten wir nochmal die Ausgangslage der Krise:

Wir haben demokratische Staaten, die nicht anders konnten, als den Wirtschaftsboom und die Chance für jedermann, es zu Konsum und Besitz zu bringen, zu nutzen. Ich möchte die demokratische Regierung sehen, die da bereit gewesen wäre zu bremsen. Sie hätte es nicht gekonnt, da sie abgewählt worden wäre.
Und wir haben weiterhin eine Wirtschaftslandschaft, die von Konzernen bestimmt wird. Auch hier liegt die Führung nicht in einer Hand, sondern es sind viele Akteure, hinter denen letztlich wieder die breite Masse steht. Fondsmanager müssen kurzfristige Renditen erzielen und peitschen dafür die Unternehmensmanager, die wiederum die Unternehmen anpeitschen.

Es bewahrheitet sich Strauß' "vox populi, vox Rindvieh".

Wir erkennen also letztlich die freiheitliche Demokratie als das Grundübel. Nicht demos, sondern aristos ist zur Herrschaft berufen.
 

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