Da doch hier im Moment Nietzsche-Zitate so angesagt sind: "Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sklave."Original von Kreittmayr
Liebe zur eigenen Arbeit als ein persönliches Ethos ist in unserer Gesellschaft leider nicht salonfähig. Ich habe meine Zweifel, dass man wirklich glücklich werden kann, ohne diese Leidenschaft für das eigene Tun; schließlich nimmt die Arbeit mit den größten Teil der eigenen Lebenszeit ein. Ich denke, dass es vom widerwilligen Arbeiten mit Sehnsucht aufs Wochenende nicht sehr weit ist zum Wunsch, gar nicht zu arbeiten, und nur noch wochenendmäßig zu vegetieren.
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Ich kann von ihm zumindest verlangen, bestrebt zu sein, seine Arbeit so gut als möglich zu machen, 101% herauszuholen, egal wie mies der Job sein muss. Man sollte auch Arbeit nicht generell mit Job verwechseln. Arbeit ist umfassender, und sie schließt für mich persönlich das Streben ein, sich weiterzuentwickeln und auch beruflich zu verbessern. Liebe zur Arbeit heißt nicht, dass ich mir mein ganzes Leben lang nichts Schöneres vorstellen könnte, als am Fließband zu stehen. Sie heißt, dass ich meine Fähigkeit, die materielle Welt nach dem Bild meiner Werte und Vorstellungen zu formen, liebe, und sie zu entwickeln trachte.Original von Rainer Zufall
Die meisten Menschen haben aber keinen solchen "Traumjob", sondern schuften hart für nicht besonders viel - vielleicht auch noch am Fließband oder dergleichen. Von einem Menschen am Fließband in einer Schaumstofffabrikation etwa kannst du nicht verlangen, daß er voll bedingungsloser Hingabe seinen Job liebt.
In einer freien, dem menschlichen Leben angemessenen Gesellschaft gibt es keine Privilegien, sondern nur das Verdienst.Ich glaube, daß du dir mal bewußt machen solltest, daß nicht jeder in der Gesellschaft so priviligiert ist.
Sophia Kreittmayr (FVP), Präsidentin des Unionsrates
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Nee, kannst du eben nicht.Ich kann von ihm zumindest verlangen, bestrebt zu sein, seine Arbeit so gut als möglich zu machen, 101% herauszuholen, egal wie mies der Job sein muss.
Erzähl das mal in diesem Ton einen Fließbandarbeiter, von dem wirst du was zu hören kriegen....... :rolleyes:Sie heißt, dass ich meine Fähigkeit, die materielle Welt nach dem Bild meiner Werte und Vorstellungen zu formen, liebe, und sie zu entwickeln trachte.
Dann haben wohl ein Gutteil der heutigen Begüterten den großartigen Verdienst in eine Akademikerfamilie geboren worden zu sein.In einer freien, dem menschlichen Leben angemessenen Gesellschaft gibt es keine Privilegien, sondern nur das Verdienst.
Zuletzt geändert von Rainer Zufall am Sa 26. Jul 2008, 18:01, insgesamt 2-mal geändert.
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Nein, wieso? Wer einen Job hat, arbeitet selbstverständlich, aber zu arbeiten, heißt nicht zwangsweise, an einen bestimmten Job dabei gebunden zu sein.Original von Rainer Zufall
Demzufolge haben nicht alle Menschen, die einer Arbeit nachgeben "Arbeit", sondern nur Jobs.
Ich denke, es würde dem Lebensglück vieler Mensch, auch dem der Fließbandarbeiter, sehr gut tun, wenn das eine allgemein verbreitete Haltung in unserer Gesellschaft würde.Erzähl das mal in diesem Ton einen Fließbandarbeiter....... :rolleyes:
Nein. Die Ausgangsbedingungen, in die man hineingeboren wird, sind keine Privilegien. Ein Privileg ist, grob gesprochen, ein vom Staat kraft seines Gewaltmonopols bestimmten Personen auf Kosten anderer gewährtes Vorrecht. Privilegien zeichnen sich dadurch aus, dass persönliches Verdienst in jeglicher Form dabei keine Rolle spielt, und man quasi ungerechterweise, d.h. auf Kosten anderer einen Vorteil erlangt, den man sonst nicht gehabt hätte. Das ist bei einer Person, die in eine gutsituierte Familie hineingeboren wird nicht der Fall, denn die Gutsituiertheit der Familie beruht - zumindest in einer angemessenen Gesellschaft - auf dem persönlichen Verdienst ihrer Mitglieder, die dann aus freier Entscheidung heraus ihrem Sprössling eben Gutes angedeihen lassen, was völlig legitim ist. Das ist mit staatlich gewährten Privilegien nicht zu vergleichen.Dann haben wohl ein Gutteil der heutigen Akademiker den großartigen Verdienst in eine Akademikerfamilie geboren worden zu sein.
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Das heißt, der Fließbandarbeiter soll sich etwas vormachen, nämlich, daß es schon immer sein Traum gewesen sei am Fließband zu arbeiten und daß er seine Arbeit von ganzem Herzen liebe und daß er ein tiefgründiges Arbeitsethos entwickeln sollte, daß ihn befähigt sich als überaus wichtigen Teil der Produktionskette zu begreifen, anstatt nur als ein ausgebeutetes, modern-versklavtes gehetztes Tier?Ich denke, es würde dem Lebensglück vieler Mensch, auch dem der Fließbandarbeiter, sehr gut tun, wenn das eine allgemein verbreitete Haltung in unserer Gesellschaft würde.
Die Gesellschaft zeig mir mal.denn die Gutsituiertheit der Familie beruht - zumindest in einer angemessenen Gesellschaft - auf dem persönlichen Verdienst ihrer Mitglieder
Diese Aussage ist übrigens keinen Meter besser als "Alle Südländer sind faul und stehlen" :rolleyes:Und schlussendlich ist die Ursache der Arbeitslosigkeit weiß Gott nicht aller, aber doch eines erheblichen Teils der Langzeitarbeitslosen ganz schlicht dieser: sie sind einfach nur S-T-I-N-K-F-A-U-L und haben "null Bock" sich einen Job zu suchen, weil sie sich höchst bequem in einem Leben eingerichtet haben das daraus besteht, Alkohol und Kohlehydrate zu "vernichten", während sie zwischen fünfunddreißig Variationen von Schundfernsehen hin- und herschalten.
Zuletzt geändert von Rainer Zufall am Sa 26. Jul 2008, 18:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Die Fähigkeit, gelesene Texte in ihrem Inhalt auch zu verstehen, scheint in den Schulen heutzutage nur noch unzureichend unterrichtet zu werden.Original von Rainer Zufall
Das heißt, der Fließbandarbeiter soll sich etwas vormachen, nämlich, daß es schon immer sein Traum gewesen sei am Fließband zu arbeiten und daß er seine Arbeit von ganzem Herzen liebe und daß er ein tiefgründiges Arbeitsethos entwickeln sollte, daß ihn befähigt sich als überaus wichtigen Teil der Produktionskette zu begreifen, anstatt nur als ein ausgebeutetes, modern-versklavtes gehetztes Tier?
Man kann nicht zeigen, was zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht existiert. Unsere schöne demokratische Gesellschaft vergibt ja nur zu gerne Privilegien, sei es an Großkonzerne oder Angestelltenkollektive.Die Gesellschaft zeig mir mal.
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Die Fähigkeit sich mit der Lebenswirklichkeit des gewöhnlichen Menschen auseinanderzusetzen scheinbar auch nicht.Die Fähigkeit, gelesene Texte in ihrem Inhalt auch zu verstehen, scheint in den Schulen heutzutage nur noch unzureichend unterrichtet zu werden.
Rainer Maria Zufall
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Die Fähigkeit, das Phänomen des freien Willens in seine Vorstellungen zu integrieren, anscheinend auch nicht.Original von Rainer Zufall
Die Fähigkeit sich mit der Lebenswirklichkeit des gewöhnlichen Menschen auseinanderzusetzen scheinbar auch nicht.
[etwas ist scheinbar, wenn der Schein der Wirklichkeit widerspricht]
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Selbst der freie Wille ist nicht absolut frei; absolut frei ist nur Gott.Original von Baudouin de Billancourt
Die Fähigkeit, das Phänomen des freien Willens in seine Vorstellungen zu integrieren, anscheinend auch nicht.
[etwas ist scheinbar, wenn der Schein der Wirklichkeit widerspricht]
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