Antworten
Routinier
Beiträge: 432
Registriert: Do 31. Mai 2007, 17:11
Benutzeravatar
Routinier
Original von Montgomery Scott
Die Mehrzahl hat aber durchaus eine differenzierte Meinung, schließt sich aber nicht vorbehaltlos der heute vorherrschenden Siegerjustiz an, die die DDR als einen einzigen bösen Verbrecherhaufen darstellt.
Es gab bestimmt auch gute Seiten, z.B. die Autobahn. ;)
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Nikolaus B. E. Traube

bello e impossibile!
Schüler
Beiträge: 135
Registriert: So 25. Mär 2007, 23:41
Benutzeravatar
Schüler

Beitrag von Jim Tres »

Original von Fabian Montary
Achso, darum geht's. Hier im Forum und auch in der Politik gibt es so viele, die nicht wissen, worum es geht, wenn sie über etwas reden.
Ach, wenn das nur hier im Forum und in der Politik ein Problem waere....
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Bild
Erleuchteter
Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Benutzeravatar
Erleuchteter
Original von Nikolaus Traube

Es gab bestimmt auch gute Seiten, z.B. die Autobahn. ;)
Den Vergleich halte ich nicht nur für geschmacklos sondern auch für unzutreffend.

Urteile, die einen Staat pauschal als "Reich des Bösen" darstellen, sind immer mehr oder weniger vereinfachend. Bei Nazideutschland handelt es sich um einen Extremfall, bei dem beides in der Tat sehr nahe zusammenrückt. Dass es bei der DDR nicht so einfach ist, zeigt schon das Beispiel Stasi: Bei der Stasi haben durchaus auch Menschen gearbeitet, die sich nie bewusst etwas Unrechtes zuschulden haben kommen lassen, z. B. in der Verwaltung. Dass es aus heutiger Perspektive immer verwerflich ist, für die Stasi zu arbeiten, sollte klar sein aber das ist ein anderes paar Schuhe. Für Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind, handelte es sich bei einem Schreibtischjob für das MfS um eine ganz normale Tätigkeit. Für all die Leute, die heute pauschale Feindseeligkeit gegen alles empfinden, was der Sphäre "DDR/Stasi" zugeordnet werden kann, sind das natürlich alles Mittäter, die sich für den Rest ihres Lebens im gesellschaftlichen Abseits schämen sollten, in Wirklichkeit handelt es sich dabei aber um ganz normale Biographien von Menschen, die niemandem etwas Böses wollten.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Bild
Beiträge: 23
Registriert: Sa 17. Mai 2008, 17:52
Original von Montgomery Scott

Den Vergleich halte ich nicht nur für geschmacklos sondern auch für unzutreffend.

Urteile, die einen Staat pauschal als "Reich des Bösen" darstellen, sind immer mehr oder weniger vereinfachend. Bei Nazideutschland handelt es sich um einen Extremfall, bei dem beides in der Tat sehr nahe zusammenrückt. Dass es bei der DDR nicht so einfach ist, zeigt schon das Beispiel Stasi: Bei der Stasi haben durchaus auch Menschen gearbeitet, die sich nie bewusst etwas Unrechtes zuschulden haben kommen lassen, z. B. in der Verwaltung. Dass es aus heutiger Perspektive immer verwerflich ist, für die Stasi zu arbeiten, sollte klar sein aber das ist ein anderes paar Schuhe. Für Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind, handelte es sich bei einem Schreibtischjob für das MfS um eine ganz normale Tätigkeit. Für all die Leute, die heute pauschale Feindseeligkeit gegen alles empfinden, was der Sphäre "DDR/Stasi" zugeordnet werden kann, sind das natürlich alles Mittäter, die sich für den Rest ihres Lebens im gesellschaftlichen Abseits schämen sollten, in Wirklichkeit handelt es sich dabei aber um ganz normale Biographien von Menschen, die niemandem etwas Böses wollten.
Jeder DDR-Bürger kannte jemanden im Bekanntenkreis, der von der Stasi schikaniert, gefoltert, verhaftet oder sonst was wurde. Wenn so jemand dann trotzdem brav seinen Schreibtischjob beim MfS macht und damit das System am Laufen hält, ist er vielleicht nicht "böse", aber einer der zahllosen Mitläufer ohne Rückgrat, die so ein System erst ermöglichen.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Bild
Erleuchteter
Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Benutzeravatar
Erleuchteter
Dieses Bewusstsein war zu jener Zeit an jenem Ort aber nicht in dem Maße vorhanden, wie das heute der Fall ist.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Bild
Beiträge: 971
Registriert: So 18. Mär 2007, 09:56
Original von Montgomery Scott
Für Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind, handelte es sich bei einem Schreibtischjob für das MfS um eine ganz normale Tätigkeit. Für all die Leute, die heute pauschale Feindseeligkeit gegen alles empfinden, was der Sphäre "DDR/Stasi" zugeordnet werden kann, sind das natürlich alles Mittäter, die sich für den Rest ihres Lebens im gesellschaftlichen Abseits schämen sollten, in Wirklichkeit handelt es sich dabei aber um ganz normale Biographien von Menschen, die niemandem etwas Böses wollten.
Es gab mal Gesellschaften, da war der Kannibalismus auch eine ganz normale Tätigkeit. Wollen Kannibalen niemandem etwas Böses?
Das ist übrigens mal ein Vergleich, über den man sich nicht beschweren kann, weil er zutreffend ist. Sowohl Sozialisten als auch Kannibalen wollen auf Kosten anderer leben.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Erleuchteter
Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Benutzeravatar
Erleuchteter
Original von Baudouin de Billancourt
Es gab mal Gesellschaften, da war der Kannibalismus auch eine ganz normale Tätigkeit. Wollen Kannibalen niemandem etwas Böses?
Das ist übrigens mal ein Vergleich, über den man sich nicht beschweren kann, weil er zutreffend ist. Sowohl Sozialisten als auch Kannibalen wollen auf Kosten anderer leben.
Was soll denn an Kannibalismus böse sein? Und auf den unsinnigen letzten Satz gehe ich ausdrücklich nicht ein.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Bild
Beiträge: 392
Registriert: Sa 16. Jun 2007, 11:24
Original von Baudouin de Billancourt
Sowohl Sozialisten als auch Kannibalen wollen auf Kosten anderer leben.
Ebenso Kapitalisten (auf Kosten der aus ökonomischer Hinsicht Schwächeren) und Faschisten (auf Kosten anderer Völker). Wobei beide Ideologien Anhänger mit einer "Fressen oder gefressen werden"-Ideologie haben. ;)
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Beiträge: 23
Registriert: Sa 17. Mai 2008, 17:52
Original von Montgomery Scott
Dieses Bewusstsein war zu jener Zeit an jenem Ort aber nicht in dem Maße vorhanden, wie das heute der Fall ist.
Nee, damals war ja nur der Faschismus böse, wenn Kommunisten unter einer anderen Ideologie die selben Methoden angewandt haben, konnte ja keiner wissen, dass das auch böse ist. Man kann sich auch alles ans eigene Weltbild anpassen..
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Bild
Haudegen
Beiträge: 1154
Registriert: Mo 26. Mär 2007, 17:36
Benutzeravatar
Haudegen

Beitrag von vSzP »

Original von Montgomery Scott

Den Vergleich halte ich nicht nur für geschmacklos sondern auch für unzutreffend.

Urteile, die einen Staat pauschal als "Reich des Bösen" darstellen, sind immer mehr oder weniger vereinfachend. Bei Nazideutschland handelt es sich um einen Extremfall, bei dem beides in der Tat sehr nahe zusammenrückt. Dass es bei der DDR nicht so einfach ist, zeigt schon das Beispiel Stasi: Bei der Stasi haben durchaus auch Menschen gearbeitet, die sich nie bewusst etwas Unrechtes zuschulden haben kommen lassen, z. B. in der Verwaltung. Dass es aus heutiger Perspektive immer verwerflich ist, für die Stasi zu arbeiten, sollte klar sein aber das ist ein anderes paar Schuhe. Für Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind, handelte es sich bei einem Schreibtischjob für das MfS um eine ganz normale Tätigkeit. Für all die Leute, die heute pauschale Feindseeligkeit gegen alles empfinden, was der Sphäre "DDR/Stasi" zugeordnet werden kann, sind das natürlich alles Mittäter, die sich für den Rest ihres Lebens im gesellschaftlichen Abseits schämen sollten, in Wirklichkeit handelt es sich dabei aber um ganz normale Biographien von Menschen, die niemandem etwas Böses wollten.
Prinzipiell stimme ich dir zu. Darüber hinaus muss man solche Rollen immer aus der richtigen Zeit beurteilen. Im Nachhinein ist es immer einfach, über solche Menschen zu urteilen.

Dann aber musst du diese Liberalität auch den tausenden Beamten im Dritten Reich schulden: all denen, die am Krieg oder am Holocaust nicht beteiligt gewesen waren. Kannst du das?
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Anton von Sorbarban zum Paradies
Unionsminister für Wirtschaft und Finanzen a.D.
Unionsbankpräsident a.D.
Antworten

Zurück zu „Off Topic“