Original von Montgomery Scott
Diese Indikatoren dürfen aber nicht falsch interpretiert werden. Eine solche Entwicklung könnte einerseits dadurch hervorgerufen werden, dass sich die Betreuungssituation in den Studiengängen verbessert, andererseits könnte sich auch schlicht der gesetzliche und finanzielle Druck auf die Studenten erhöhen, einen Studiengang so zügig wie möglich zu durchlaufen. Letzterer Fall hätte zwei negative Konsequenzen: 1. Die Ausbildung würde sich verschlechtern, da zugunsten eines zügigen Vorankommens Bildungsangebote ungenützt blieben und 2. ist eine gewisse Abbrecherquote, sofern sie anschließend einen anderen Studiengang beginnt, positiv zu bewerten, da man unter Umständen nun mal Zeit braucht, den richtigen Studiengang zu finden.
Diese Punkte kämen noch hinzu, und würden vermeintlich positive Auswirkungen der Erhebung von Studiengebühren nachträglich doch noch als negative Konsequenzen entlarven... :rolleyes:
Genau wie du befürchte wie schon ausgeführt auch ich, dass Studiengebühren langfristig dazu führen werden, dass die Lehrangebote vor allem kleiner und insbesondere philologischer und künstlerischer Institute und Lehrstühle ungenutzt bleiben werden, weil sowohl die Berufs- und Einkommensaussichten für ihre Absolventen in keinem Verhältnis zu den anfallenden Studiengebühren stehen, und zum anderen auch der hohe zeitliche und finanzielle Druck vom parallelen Studium mehrerer Disziplinien sowie der Teilnahme an freiwilligen, ergänzenden und vertiefenden Lehrveranstaltungen, auch und vor allem im interdisziplinären Bereich, abschrecken wird.
In der Konsequenz werden erst viele Lehrangebote verschwinden und Fachrichtungen aussterben, und langfristig die Gesellschaft geistig verkümmern und verarmen...