Frau Inselpräsidentin,
das Herauspicken einen Zitats heißt noch lange nicht, dass man sich an Fakten hält. Sich an Fakten halten, heißt, alle Fakten zu berücksichtien, und das tun Sie nicht.
Zu den Fakten gehört, dass das von Ihnen kritisierte Konzept entstand, als das Unionsparlament, weil es zu wenig Mitglieder hatte, beschlussunfähig war und in allen Unionsländern nichts mehr lief. Schauen Sie sich nur die Amtszeiten Ihrer Vorgänger im Amt des Inselpräsidenten an, und Sie werden ohne Weiteres feststellen, dass auch die Westlichen Inseln alles andere als ein Hort der Aktivität war.
Das von Ihnen angeführte Zitat ist tatsächlich die Grundidee gewesen, ausgehend von der damals allgemein getragenen Vorstellungen, man müsse Ämter einsparen, um mit dem damals wenigen Personal, das noch vorhanden, halbwegs vernünftig einen Staat am Leben halten zu können.
Ich habe damals vorgerechnet, was es heißen würde entweder das Unionsparlament und das Amt des Unionskanzlers oder des Unionspräsidenten abzuschaffen oder aber die legislativen und exekutiven Strukturen in den Unionsländern. Damals bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sinnvoller ist, alles Personal auf die Unionsebene zu konzentrieren, als in jedem Land mit etwa zwei bis maximal drei Personen. Ich habe übrigens - das sei nur am Rande erwähnt - bis heute kein inhaltlich fundiertes Gegenargument gehört.
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie Herr Prof. Dr. Maximilian von Brinckmann die Politik gedrängt hat, endlich doch wissenschaftlichen Sachverstand einzubinden. Am 6.9.2013 wurde er von der Unionspräsidentin ernannt, einen Tag später leistete er den Eid. Am 23.12.2013 wurde Herr Prof. Dr. Maximilian von Brinckmann wieder entlassen. Während der Zeit, während dieser drei Monate und 15 Tage, von seiner Eidesleistung bis zu seiner Entlassung, ohne auch nur eine Silbe von sich gegeben haben.
Die Unionsregierung sieht mit großer Genugtuung, dass sich in den Ländern wieder eine gewisse Aktivität entfaltet, die die von mir vorgelegte Konzeption obsolet werden lässt.
Ich will das, auch wenn diese Entwicklung unter meiner Kanzlerschaft eingesetzt hat, nicht auf mein Guthabenkonto verbuchen, ganz bestimmt nicht. Aber bitte, Frau von Hammersmarck, bemühen Sie sich in Ihrer blinden Wut - sofern dies möglich ist - um Fairness in Ihrer Argumentation. Ich bin seit dem 15.06.2013 im Amt. Seit dieser Zeit stellten nach meiner Zählung 14 Personen einen Antrag auf Unionsbürgerschaft - die Anzahl der Anträge auf Unionsangehörigkeit habe ich nicht gezählt. Jeder hat hat, egal wie aktiv oder inaktiv eine Unions- oder Landesregierung sein mag - Sie sind ja ein gutes Beispiel - die gleichen Chancen, hier etwas zu bewegen und politische Verantwortung zu übernehmen. Wenn jemand wieder inaktiv wird, dann liegt dies nicht daran, weil die Unionskanzlerin ihn nicht ausreichend bemuttert hat oder die bereits aktiven Bürger auf ihren Posten kleben, sondern daran, dass es noch andere Interessen gibt.
Und, Frau von Hammersmarck, wenn ich, wie Sie behaupten, eine wirklich so rottenschlechte Regierungspolitik betreibe, dann erlauben Sie mir doch die Frage, warum ich bei der letzten Wahl zum Unionsparlament das mit Abstand beste Einzelwahlergebnis hatte. Ist der Wähler vielleicht etwas dümmlich, und muss nur von der Fackel Ihrer Weisheit erleuchtet werden?
Und noch etwas, Frau von Hammersmarck. Es ist eine Sache, ob ich in einem Land vor mich hinregieren kann und eine Hyperaktivität in der Gesetzgebung entwickle oder ob ich auf der Unionsbene agiere und nebenbei auf einer permanenten Krisensitzung noch mit rund 12 Vertretern aus 12 Staaten eine gemeinsame Linie entwickeln darf, nebenbei noch eine parallel in Koskow laufende Konferenz berücksichtigen muss.
Also bitte, lassen Sie Ihre arroganten Bemerkungen, von wegen in den meisten Köpfen fehle es an kreative Ideen und Motivation, wenn sich die eigenen Ideen in einer hyperaktiven Gesetzgebungstätigkeit erschöpft, was nun wahrlich kein Aushängeschild für Kreativität ist.
Ach ja, in Ihrem blinden Rundumschlag sprachen Sie noch die G4-Runde an. Es mag vielleicht Ihre Strategie sein, nicht mit Regierungen sprechen und Abkommen vereinbaren zu wollen, die nicht Ihren hohen Anforderungen entsprechen. Die Strategie dieser Unionsregierung ist dies nicht. Wir suchen den Dialog, wir suchen die Partnerschaft, um so mittel- bis langfristig eine Beseitigung aller ABC-Waffen erreichen zu können - nicht nur in Astor, sondern weltweit.
Sie kritisieren die Aufhebung des First-Strike-Ban durch den US-Präsidenten und das die Unionsregerung dennoch Verhandlungen mit ihr führt. Das ist Ihr gutes Recht. Nur, Frau von Hammersmarck, der First-Strike-Ban hatte nie eine andere als eine deklaratorische Bedeutung, da der First-Strike-Ban im Falle eines Angriffs auf die USA jederzeit vom Präsidenten kassiert werden konnte, wenn ihm das erforderlich erschien; das sollten Sie der Vollständigkeit halber auch mal aussprechen. Symbolpolitik mag ja vielleicht schön für's Gemüt sein. Meiner Meinung kann mir eine Politik, die die Lebenswirklichkeit nicht erfasst und die Lebensumstände der Menschen verbessert, gestohlen bleiben.
Ach ja, zum Schluss noch Ihre Auslassungen zum Grundlagenvertrag in Freesland. Ich weiß nicht, ob sie die Entwicklung dort verfolgen. Der Premierminister ist bis irgendwann nächste Woche verhindert, der Rest augenscheinlich mit ihm. Genauso wie etwa Dreibürgen, Glenverness, die Nordmark, Bergen oder Fuchsen will die Unionsregierung dieser jungen Nation Mut machen weiterzumachen. Ich habe den Premierminister als einen sehr umgänglichen und vernünftigen Menschen kennen gelernt und ich bin überzeugt, dass Freesland ein wertvoller Freund und Partner für die DU werden kann. Wenn wir mit dem Grundlagenvertrag hier in Vorlage treten, dann deswegen, weil wir dies für angemessen halten.
[b]Dr. h.c. Helen Bont, KEL[/b]
[b]Unionskanzlerin[/b]
[size=85][b] Doctor honoris causa philosophiae politicarum der Montary University[/b]
[b]Trägerin des Großen Ordenskreuzes des Ordens von den Heiligen drei Königen des Königreichs beider Archipele[/b]
[b]Mitglied des Unionsparlaments[/b][/size]
[b]KOMMANDEUR der EHRENLEGION[/b]
[size=85][b]Mitglied und UNIONSVORSITZENDE der KONSERVATIV-DEMOKRATISCHEN UNION[/b][/size]
Ehemalige [size=85]Trägerin des astorischen White House Ribbon[/size] (29.03.2015-09.06.2021; aberkannt durch US-Präsident J.U. Smith)