Original von Sergeji Piotrowitsch Rossel
Sie steigen ja direkt ins Thema ein. Ich hatte gedacht, es gäbe aus den vergangenen sechs Monaten noch etwas zu berichten aber gut.
Nun, ich hoffe, Sie haben Verständnis dafür, dass ich gleich mit den Themen beginne, die der Unionsregierung derzeit besonders auf den Fingern brennt.
Original von Sergeji Piotrowitsch Rossel
Mit dem Nordpol meinen sie wohl, dass das bisherige androische Arktisgebiet nun in die androische Hoheit übertragen werden und zu einem Territorium werden soll. Vom Südpol hingegen habe ich nichts gehört.
Richtig. Ich bitte Sie diese Aussage auch nicht auf Andro zu münzen, sondern mit "derzeitigen Entwicklung um den Nord- und Südpol" meine ich natürlich die allgemeine Entwicklung.
Original von Sergeji Piotrowitsch Rossel
Wieso denn Sorge? Die DU und Andro sind Partner die ein positives Verhältnis leben, das wir gerne in allen Bereichen ausbauen würden.
Ein Konflikt mit der Polkommission sehe ich auch nicht. Andro ist dort kein Mitglied, ebenso wenig die meisten Polanreiner. Wir tangieren von keiner Nation irgendwelche Interessen.
Wenn andere Nationen die androischen Interessen tangieren, dann erzeugen ja eher diese einen Konflikt.
Auch die Unionsregierung stuft die Beziehungen zu Andro als positiv und freundschaftlich ein, und ich kann Ihnen versichern, dass uns sehr an einem weiteren Ausbau dieser Beziehungen gelegen ist.
Es ist richtig, dass Andro seit seinem Austritt aus der Hohen Polkommission nicht mehr Mitglied dieser Konvention ist, was die Unionsregierung sehr bedauert, denn nach Überzeugung der Unionsregierung gibt es für Andro keinen geeigneteren Ort seine Interessen im Einklang mit der internationalen Staatengemeinschaft zu vertreten, als die Hohe Polkommission.
Original von Sergeji Piotrowitsch Rossel
Frau Kanzlerin, es wäre mir neu, wenn die Polkommission ein Überbleibsel des RdN wäre. Zwischen RdN und der PK liegen zeitliche wie inhaltliche Abstände. Allein deren Ziele sind völlig verschieden. Wobei sie eines schon gemeinsam haben: sie erzeugen eher Konflikte als das sie welche lösen und sie engen Nationen in ihren natürlichen Interessen ein, als das sie dabei helfen, für einen wirklichen kollektiven Frieden zu sorgen.
Während meiner Zeit als RdN-Generalsekretärin fasste damals die Vollversammlung des RdN den Beschluss, eine internationale Konferenz zur Regelung der Polfrage einzuberufen, die damals auch am Sitz des Rats der Nationen stattfand.
Damals vertrat die Vollversammlung des Rat der Nationen die Auffassung, dass Nord- und Südpol als Erbe der gesamten Menschheit niemandem gehören und dementsprechend von der gesamten Menschheit geschützt werden müssen.
Um zu vermeiden, dass wieder nur ein exklusiver Club entsteht, an der nur die RdN-Mitgliedstaaten teilnehmen, wurden alle Staaten eingeladen, und ich erinnere mich sehr gut daran, dass Andro sich an dieser Konferenz beteiligte, sich allerdings entschloss, nicht zu den Erstunterzeichnern zu gehören, sondern erst später der Konvention beizutreten.
Dass man letztendlich die Polkonvention aus dem RdN ausgegliedert und eine eigenständige Hohe Polkommission geschaffen hat liegt in der Tatsache begründet, dass damals nicht alle Polkonferenz-Teilnehmer Mitglied des RdN waren, aber allen Staaten die gleiche Beteiligungsmöglichkeiten zugute kommen sollten.
Original von Sergeji Piotrowitsch Rossel
Andro hat bereits vor einem Jahr versucht durch eine Konferenz eine multilaterale Einigung zu erziehlen. Hier hat man gesehen, welche Interessen manche Nationen - leider - verfolgen.
Ja, ich kann mich daran erinnern, dass Andro zu einer solchen Konferenz eingeladen hat. Die Unionsregierung - damals unter meiner Leitung - hat es damals sehr bedauert, dass Andro nicht den Weg über die bereits bestehende Polkommission gegangen ist.
Nun, Exzellenz, Sie kennen sicherlich die Zielsetzung der Hohen Polkommission, so dass ich sie Ihnen nicht herunterbeten muss. Wichtig ist mir eines zu betonen: als Erbe der gesamten Menschheit sollten die Polgebiete auch von der gesamten Menschheit geschützt und verwaltet werden. Die Hohe Polkommission ist das Instrument dazu. Und überdies auch die Plattform, auf der die Anrainerstaaten ihre besonderen Interessen und Sorgen zur Sprache bringen können.
Original von Sergeji Piotrowitsch Rossel
Mit dem Frieden spielt man auch nicht, ebenso wie man nicht Krieg spielt. Das sie die Worte wählen, besorgt mich schon etwas. Ich könnte dies als indirekte "Warnung" verstehen.
Andro hat sehr große Sicherheitsbedürfnisse. Der Nordpol liegt direkt vor unserer "Haustür". Indem wir den Nordpol zwischen dem 80° und 160° zu unserem Hoheitsgebiet erklären, können wir den Schutz und die Sicherheit unserer Nation und unserer Bürger gewährleisten.
Somit wäre nach dem Süden, dort liegt Chinopien, nun auch der Norden gesichert. Das tangiert niemanden direkt. Wir werden mit den übrigen Polanreinerstaaten Verträge abschließen, die eine gemeinsame und einigende Lösung herbeiführen.
Sollte die Polkommission oder deren Mitglieder hier Andros Interessen ausbremsen wollen, so können wir dies so verstehen, dass die Polkommission die gesamte Region destabilisieren will.
Verstehen Sie meine Worte bitte nicht als Warnung, Exzellenz, sondern eher als ein Appell: die Hohe Polkommission stellt einen letzten Rest internationaler Regelung und internationalen Kooperation dar - wenn auch nur bezogen auf den Nord- und Südpol. Wenn wir diesen letzten Rest leichtfertig zerstören, dann wird die Menschheit bezüglich Völkerrecht und internationaler Kooperation wieder ganz von vorne anfangen müssen.
Original von Sergeji Piotrowitsch Rossel
Wieso wird die PK nur tätig, wenn es "Verstöße" gibt? Andro ist eines der wenigen Länder, das überhaupt Forschung am Nordpol betreibt und die Ergebnisse an der Universität der Öffentlichkeit und somit der Welt zugänglich macht. Das findet keine positive Meldung. Aber das wir unsere Bürger schützen, dass ist dann nicht gut.
Die Hohe Polkommission kann natürlich nur dann tätig werden, wenn ihr die Verstöße auch bekannt werden. Mir persönlich ist kein Fall, der der Hohen Polkommission bekannt geworden ist, bekannt, in der die Hohe Polkommission tatenlos geblieben wäre.
Original von Sergeji Piotrowitsch Rossel
Andro war und ist stets ein verlässlicher Partner in internationalen Fragen. Das zeigt unsere stringente Außenpolitik die vor allem auf Renzia und der ARS beruht, aber auch auf der Tatsache, dass wir auf Länder zugehen, mit denen wir einst Konflikte hatten.
Wir suchen die Gemeinsamkeiten um Probleme zu lösen, nicht anders herum.
Bislang hat sich die internationale Gemeinschaft, oder der PK mit seinen, mit Verlaub, 3-4 aktiven Mitgliedern, nicht an Andro gewandt oder sonst irgendwie versucht eine Lösung für alle Seiten zu finden. Da die PK nicht in der Lage ist, den Pol zu schützen, wird dies Andro tun.
Oder gab es Proteste, als Novara bzw. Glenverness sich im Norden Gebiete angeeignet haben? Nein. Man hat sogar die Grenzziehung der "Neutralen Zone" angepasst.
Exzellenz, ich bin zuversichtlich, dass wenn Andro auf die Hohe Polkommission zugehen wird, diese ein Entgegenkommen nicht verweigern wird.
Was die Mitglieder angeht - nach meiner Information sind es insgesamt 9 - so steht die Hohe Polkommission grundsätzlich allen Staaten offen.
Original von Sergeji Piotrowitsch Rossel
Für Andro gilt das Ziel: die Sicherheit des Landes hat oberste Priorität. Wir lassen nicht zu, das jemand sich den Nordpol aneignet, dem wir nicht vertrauen und der das Potential oder den Willen hat, gegen Andro in irgend einer Weise vorzugehen. Und das indem er die Arktis okkupiert.
Ich versichere Ihnen, Exzellenz, dass ich absolutes Verständnis dafür habe, dass Andro die Sicherheit seines Territoriums sicherstellen will. Auch die Unionsregierung verfolgt dieses Ziel für die Demokratische Union und mir ist kein Land der Welt bekannt, dem seine eigene Sicherheit egal wäre.
Die Unionsregierung ist jedoch der Überzeugung, dass wirkliche Sicherheit nur im internationalen Rahmen verwirklicht werden kann.
Original von Sergeji Piotrowitsch Rossel
Was ich ihnen garantieren kann ist, dass sich nichts ändern wird. Andro wird weiterhin die Umwelt am Nordpol schützen, zivile Forschung betreiben und dort keine militärischen Stationen errichten. Einzig die Luftraumüberwachung wird entsprechend angepasst.
Ich danke Ihnen für diese Zusicherung, Exzellenz. Gestatten Sie mir bitte trotzdem den Hinweis, dass Andro einen weitaus größeren Nutzen haben würde, wenn es die Luftraumüberwachung gemeinsam und bzw. oder im Einverständnis mit den übrigen Mitgliedern der Hohen Polkommission ausüben würde, als wenn Andro versuchen würde, eine solche Luftraumüberwachung gegen den Widerstand der Hohen Polkommission durchzusetzen, indem es zum Beispiel mit militärischen Beobachtungsflugzeugen in den Luftraum nördlich des 80. Breitengrades eindringt.
Original von Sergeji Piotrowitsch Rossel
Gerne aber können wir darüber reden, welche Ansprüche die DU am Nord- oder Südpol hat. Ich erachte es als legitim, wenn die DU zwischen dem 60° und 85° westlicher Länge Gebiete beansprucht. Ebenso hätten Cranberra, Eldeyja, Albernia, die Nordmark Glenverness und sogar das Medianische Imperium Ansprüche.
Ich weiß dieses Angebot wirklich zu schätzen, Exzellenz.
Wie ich Ihnen ja bereits sagte, ist die Unionsregierung davon überzeugt, dass Sicherheit nicht allein erreicht werden kann, egal wie hoch gerüstet der Staat auch sein mag. Wir sind davon überzeugt, dass Sicherheit nur in Kooperation erreicht werden kann.
Die Hohe Polkommission stellt eine solche Kooperation bezogen auf die Polgebiete dar. Indem wir gemeinsam mit anderen bestimmte Regeln aufstellen und uns diesen Regeln freiwillig unterwerfen, üben wir wahrhaft Souveränität aus. Denn wir geben einen Teil unserer legitimen Ansprüche freiwillig an eine internationale Organisation mit verbindlichen Regeln ab und sichern uns so nicht nur ein Stück Sicherheit, sondern auch die selben Mitspracherechte wie die anderen Kommissionsmitglieder.
Durch diesen Dreiklang - partieller Souveränitätsverzicht, Schaffung von im Idealalfall internationaler verbindlicher Regeln und Gleichberechtigung bei der Mitbestimmung - helfen wir mit Strukturen zu schaffen, die Frieden und Stabilität in der Welt festigen.
Das ist die große Motivation, die die Demokratische Union an der Hohen Polkommission festhalten lässt. Denn Frieden und Stabilität sind Dinge, deren Wert sich nicht mit allen Schätzen dieser Welt aufwiegen lassen.
Und deswegen, Exzellenz, bitte ich Sie aus den oben vorgetragenen Erwägungen, Ihrer Regierung meine Bitte vorzutragen sich noch einmal mit der Frage zu beschäftigen, ob sie nicht doch einen Beitritt Andros zur Hohen Polkommission in Erwägung ziehen sollte.
[b]Dr. h.c. Helen Bont, KEL[/b]
[b]Unionskanzlerin[/b]
[size=85][b] Doctor honoris causa philosophiae politicarum der Montary University[/b]
[b]Trägerin des Großen Ordenskreuzes des Ordens von den Heiligen drei Königen des Königreichs beider Archipele[/b]
[b]Mitglied des Unionsparlaments[/b][/size]
[b]KOMMANDEUR der EHRENLEGION[/b]
[size=85][b]Mitglied und UNIONSVORSITZENDE der KONSERVATIV-DEMOKRATISCHEN UNION[/b][/size]
Ehemalige [size=85]Trägerin des astorischen White House Ribbon[/size] (29.03.2015-09.06.2021; aberkannt durch US-Präsident J.U. Smith)