Original von Carmen de Mora-Trauenstein
Mir ist nicht bekannt, dass Sie sich überhaupt mal danach erkundigt hätten, woran es denn gelegen hat, ob Ihr Gegner einen Platten hatte, der Bus verunglückt oder die Mannschaft einem Attentat zum Opfer gefallen ist. Oder haben Sie das getan?
Sie sind nicht auf den Vorschlag von Herrn Kaulmann eingegangen. Ja, Sie haben es noch nicht einmal für nötig erachtet seinen Vorschlag abzulehnen.
Also bitte, erzählen ausgerechnet SIE nichts von Unsportlichkeit oder unfairem Verhalten! Sie wissen genau, dass Ihre Mannschaft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine weitere Packung verordnet gekriegt hätte und das wäre es dann wirklich für Sie gewesen.
Insofern haben Sie sich die "Goldene Zitrone" redlich verdient!
Frau Großherzogin, mein Einwand kam ca. 1,5 Stunden nach dem geplanten Anpfiff. Üblicherweise treffen Mannschaften spätestens 1 Stunde vor Spielbeginn in dem Stadion ein, Eintreffen in der Stadt meist noch früher. Halten sie Tengoku für so rückständig, dass es dort unmöglich ist per Mobiltelefon Bescheid zu geben und einen Ersatzbus zu ergattern? Hätte es eine Nachricht gegeben, dass es durch einen Unglücksfall zu Verzögerungen kommt, so hätten wir kein Problem gehabt einer Spielverlegung zuzustimmen. Wir sind keine Unmenschen auch wenn sie uns so darstellen wollen. Und bei allem Respekt, wenn es zu einem Attentat gekommen wäre, dann würde man davon gewusst haben. Tengoku mag vielen Menschen fremd sein, aber es muss schon von einer horrenden rassistischen Arroganz zeugen zu behaupten, man wäre dort unfähig Unglücke solchen Ausmaßes zu bemerken. Tengoku ist ein zivilisiertes und technologich hoch entwickelt Land, das sollte ihnen ebenfalls aufgefallen sein. Wenn etwas passiert wäre, dann wäre der Veranstalter informiert gewesen und somit auch wir.
Wenn man sich also nicht meldet oder den Veranstaltern nichts bekannt ist, muss das Nichterscheinen als Unsportlichkeit gelten. Dafür gibt es gerechte Regeln. Und es wäre eine Absurdität sonder Gleichen, wenn man sich erst zu fein sein darf zum Rückspiel anzutreten, wenn man wahrscheinlich weiterkommt und erst, wenn der Gegner darauf besteht sich hinabzulassen das dann doch noch zu machen. Das ist als würde man jemanden zum Krüppel prügeln und danach anbieten, dass das Opfer mal zuhauen darf. Das ist arrogant und unsportlich und gehört nicht noch mit einer Gnade belohnt. Zumal es hier offensichtlich geworden ist, dass man hier auch eine solche Gnade nicht erweisen würde.
Und was mein Schweigen betrifft, so möchte ich ihnen raten sich von ihrem hohen anticanischen Ross herabzuschwingen. Uns ins der gegebenen Situation auch noch ein Rückspiel anzubieten ist eine Peinlichkeit, da die Lage nach Regelwerk eindeutig ist. In anderen Kulturen schweigt man nämlich höflicherweise, wenn jemand eine unangemessene Sache getan hat. So etwas nennt sich Anstand und Respekt und erst wenn der Betroffene nicht selbst bemerkt, dass er sich fehlverhalten hat, dann äußert man sich. Deswegen habe ich gewartet mit meinem Einwand und habe nicht gleich um 21.01 Uhr nach dem Regelwerk gekräht. Mag sein, dass man Arcor sofort rumschreit und Menschen für ihre Fehler offen kritisiert, bei uns gilt das jedoch als unhöflich.