Original von Bernardo Macaluso
Das ist nur eine Variante von im normativen Sinne sozialen Handelns.
Bis jetzt wurde noch kein - wäre auch seltsam, weil das eigentlich ein Gottesbeweis sein könnte - reiner Altruismus irgendwo in der Natur entdeckt. Reziproker Altruismus ist unter sozialen Lebewesen weit verbreitet. Dieser ist aber biologisch eine evolutionär erfolgreiche Variante des kooperativen genetischen Individualismus.
Das ist deswegen der Fall, weil die grundlegendsten Regeln des Keynesianismus in Deutschland missachtet werden. Das Konzept funktioniert nur, wenn Staatsausgaben in Boom-Zeiten hohe Staatseinnahmen gegenüberstehen.
Dass der Keynesianismus aufgrund menschlicher Schwächen, politischem Machterhalts-Streben und der Eigendynamik des politischen Systems - hier besonders der modernen Massendemokratie, aber vermutlich allgemein - nie längerfristig funktioniert hat, ist empirisch und logisch nachzuvollziehen. Es war aber auch nie wirklich der Anspruch und warum sollte er es sein, auch und gerade von Politikern, langfristig irgend etwas stabil bzw. aufrecht zu erhalten.
Auf lange Sicht sind wir alle tot. Das war im Prinzip fast immer die Tendenz von etablierter politischer Herrschaft.
Deutsche Regierungen bevorzugen es aber auf Anraten von Leuten, die ihre Geburtstagsparties im Kanzleramt veranstalten, in Boom-Phasen die Steuern zu senken.
Also das war das Problem.

Nicht die Ausgaben, sondern die eigentlich immer zu wenigen Steuern und Einnahmen. Wenn man nur die Steuern rechtzeitig hochsetzen würde, wäre alles gut. Das halte ich für eine Illusion.
Gleichzeitig aber natürlich kann man durch (wirklich strukturelles bzw. strukturänderndes Einsparen) nur eines machen: Sich für die relevanten Interessengruppen und damit Wähler und Finanziers unnütz machen. Dann wird man abgewählt. Nur große Idealisten ziehen das durch. Diesbezüglich war Gerhard Schröder ein kleiner Idealist. Er lief sehenden Auges in seine Abwahl.
Zuletzt geändert von Ot Helfsen am Fr 26. Mär 2010, 15:33, insgesamt 5-mal geändert.