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Beitrag von Lord Macshire »

Scheiß Egoisten !

Ich schlage vor, alle Egoisten, die versuchen unter dem Deckmantel von "Individualismus" und "Liberalismus" das Gemeinschaftswesen zu torpedieren, auszuweisen.

Wer es unbedingt amerikanisch möchte, kann ja gerne nach Amerika auswandern. War in der Vergangenheit auch nicht anders. Deutschland ist nicht Amerika und man sollte allen Bemühungen, die deutsche Gesellschaft weiter zu amerikanisieren, einen Riegel vorschieben.
 

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Jungspund
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Jungspund

Beitrag von Damian Fuller »

Original von Lord Macshire
Deutschland ist nicht Amerika und man sollte allen Bemühungen, die deutsche Gesellschaft weiter zu amerikanisieren, einen Riegel vorschieben.
Worin sehen Sie denn eine spezielle "Amerikanisierung" der Gesellschaft?
 

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Damian Fuller
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Original von Felipe Gutierrez
Da bräuchte man vielleicht - ähnlich dem zweiten Arbeitsmarkt für nicht vermittelbare Arbeitsgenötigte - auch eine "zweite Armee" bzw. so was wie Militärschulen und "Akademien", die die Menschen schulen, in bestimmten Bereichen etwas weiterbilden und versorgen. So lange das freiwillig geschähe, wäre es auch keine größere Geldveschwendung als die anderen ABM-Maßnahmen. Aber wenn es zwangsweise geschieht wäre es als neuer Bundesarbeitsdienst eine menschenrechtswidrige Zwangsmaßnahme.
Allein die Frage: was nutzte es, freiwillig zu besuchende "Militärschulen" o. ä. einzurichten, die weder auf den Dienst in den regulären Streitkräften vorbereiten noch eine bestimmte Gesinnung innerhalb der Bevölkerung kultivieren sollen?

Unabhängig davon wie man nun militärisches Ethos und Pathos bewertet, eine Gesellschaft die dieses als für sich wertvoll erachtet profitierte, im Sinne der Konsolidierung ihrer Ideale, sicherlich von dessen Verbreitung auch unter Bevökerungsschichten die gar nicht für den Dienst in den regulären Streitkräften vorgesehen sind.

Aber das ist in der Bundesrepublik ja nun nicht der Fall. Ihr Beitrag zur militärischen Abschreckung des Warschauer Paktes von einer Invasion Westeuropas zur Zeit des Kalten Krieges darf sicherlich nicht gering geschätzt werden. Und ein bisschen "Preußentümelei" kultiviert die Bundeswehr hier und da immer noch. Aber insgesamt ist die bundesrepublikanische Gesellschaft im historischen Vergleich gründlich entmilitarisiert und damit zufrieden. Welchen Sinn hätte es für sie, Arbeitslosen eine militärische Ausbildung als Erwerbstätigskeitssurrogat anzubieten?
 

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Landesministerin der Westlichen Inseln a. D.
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Original von Melissa Adelaide
Aber insgesamt ist die bundesrepublikanische Gesellschaft im historischen Vergleich gründlich entmilitarisiert und damit zufrieden. Welchen Sinn hätte es für sie, Arbeitslosen eine militärische Ausbildung als Erwerbstätigskeitssurrogat anzubieten?
Ja, das stimmt schon. Ist kulturelle heute doch anders - ob qualitiativ oder nur was die äußere Erscheinungsform betrifft sei dahin gestellt. Eine Armee mit gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Integrationsfunktion gibt es wohl eher in alten oder noch aktuellen Großmächten, wie Russland oder den USA.

In der heutigen deutschen Situation wäre wohl eher eine spezialisierte Berufsarmee und eine soziale Dienstpflicht - für das letzte integrative Symbol "deutscher Sozialstaat" - mehrheitsfähig.
 

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Wobei das Kriterium der Mehrheitsfähigkeit wieder mal direkt in das Herz meiner Kritik an der Demokratie führt, nämlich in Gestalt der Bestimmung einer nicht betroffenen Mehrheit über eine betroffene Minderheit.

Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung hatte niemals eine Dienstpflicht zu erfüllen: von Frauen über Angehörige weißer Jahrgänge und Ausgemusterte hin zu auf Grund verschiedener Ausnahmeregelungen Befreite und schlicht nicht Berücksichtigte.Die ganze deutsche Gesellschaft krankt meines Erachtens am Prinzip dieser negativen Generösität: "Finde ich ja gut, wenn andere Leute mal machen dürfen/sollen/müssen..."

Ein weiteres ähnliches Problem ist eben auch, dass eine solche Dienstpflicht allein sehr junge Erwachsene träfe, von denen viele erst nach oder während ihrer Pflichterfüllung erstmals wählen dürfen. Inwieweit sie zahlenmäßig sowie nach dem Inhalt der Wahlprogramme überhaupt Einfluss auf die Frage nach ihrer Dienstpflicht hätten bleibt ebenfalls dahingestellt.

"Tu erst mal was für deine Gemeinschaft, dann darfst du auch mitreden!" ist zwar ein zweifelsfrei diskussionswürdiger Ansatz. Nur ist eben die Frage, was die die diesen vertreten zuvor für doe Gemeinschaft getan haben.
 

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Landesministerin der Westlichen Inseln a. D.
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Die Welt der Menschen ist meiner derzeitigen Einschätzung nach sehr oft und grundlegend von Emotionen, Trieben und darauf basierenden Wertvorstellungen, Ängsten und Prioritäten geprägt.
Die "soziale Dienstpflicht" könnte dem Bedürfnis nach persönlicher sozialer Sicherheit, die in Deutschland traditionell mit großflächigen und staatlichen Institutionen verbunden wird, entsprechen. Es ist dabei nicht die Frage im Vordergrund, was man für eine soziale Gesellschaft tuen könnte, denn schließlich zahlt man ja nen Haufen Steuern (manche sogar noch netto), oder ist "arm". Statt dessen ist die regelmäßig in den Medien diskutierte Frage, was Sozialstaat und politische Intervention potenziell für verschiedene Interessengruppen machen können und sollen.
In einer demographisch alternden Gesellschaft ist der Aspekt der sozialen Unsicherheit umso wichtiger. Ob eine schon an sich nicht reformfreudige Gesellschaft in einer solchen Situation trotz aller Sonntagsreden und Appelle an "Solidarität" und "Mutige Veränderungen" über die "Nimm Dir, was Du noch kriegen kannst, so lange es noch etwas zu verteilen gibt"-Praxis hinauskommt ist möglich, aber fraglich.

Als staatliche und private/gesellschaftliche soziale Institutionen noch eher funktionierten, waren die Menschen auch nicht besser. Wahrscheinlich ist, was das betrifft, die Gegenwart besser als ihr Ruf. Oder die Vergangenheit schlechter als ihre Nostalgie. Vemutlich auch beides.
 

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Womit wir aber wieder beim systemimmanenten Problem des Sozialstaates sind, der sich eben mit den Konstruktionsfehlern der Demokratie mulitpliziert: "Andere Leute sollen für mich..." Sobald die Mehrheit so denkt, ist es eben beschlossen und wird umgesetzt.

Über die Attraktivität einer allgemeinen, sozialen Zwecken zu dienen bestimmten Dienstpflicht unter der Bevölkerung eines von kommunitaristischen Ideen beeinflussten und in Folge wirtschaftlicher Probleme massiv kriselnden Sozialstaates brauchen wir nicht zu diskutieren. Es geht mir allein um Gerechtigkeitserwägungen.

Eine Mehrheit, von der wiederum eine Mehrheit lange Jahre über ihre Verhältnisse gelebt hat, beschlösse mit einer sozialen Dienstpflicht die Folgen ihres Fehlverhaltens durch eine Last für junge Menschen vorübergehend zu kompensieren oder zumindest abzumildern. Eine Last, die noch auf deren Last durch die Langzeitfolgen des unökonimischen Lebensstils der vor ihnen geborenen aufgeschlagen würde. Die Lastenträger können sich nicht wehren, da sie erstens in der Minderheit und zweitens vielfach gar nicht effektiv stimmberechtigt sind.

Demokratie hurra?!
 

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Original von Melissa Adelaide
sämtliche aktuelle Zivildienstträger sowie Einrichtungen die theoretisch Dienstpflichtige beschäftigen könnten nicht genug Einsatzmöglichkeiten bereitstellen könnten.
Bullshit. Es gibt genügend Stellen, selbst FSJ und FÖJ hat man zu den Hochzeiten fehlender Lehrstellen nicht voll ausnutzen können (bin zur Zeit Zivi und hab ausführliche Informationen bekommen).
Und wirtschaftlich scheiterte er schließlich an den Kosten dafür, jeden männlichen Angehörigen eines Geburtsjahrganges für die Dauer der Dienstpflicht unterzubringen, zu verpflegen, einzukleiden und medizinisch zu versorgen, und den Ausfall seiner Arbeitskraft und somit finanziellen Leistungsfähigkeit sowohl gegenüber den Sozialsystemen als auch seinen Gläubigern zu kompensieren.
Naja, die Kasernen bzw. Dienststellen stehen. Bei der Bundeswehr gibt es eine Kompletteinkleidung, beim Zivildienst gibt es keine (Schutzkleidung beim Rettungsdienst ist keine Arbeitskleidiung) => es gibt für Zivis ein Abnutzungs- und Reinigungsgeld von ein paar Cent pro Tag. Ansonsten werden die Zivis über die Bundesrepublik weiter sozialversichert, Krankenversicherung ist dabei zu den Minimalleistungen der GKV.

Also, da es ja eh immer weniger Menschen in diesem Dienstalter geben wird, wird die Zahl wohl nie so hoch sein, wie bei den geburtenreichen Jahrgängen zur Zeit des Kalten Krieges, als mancher CSUler, CDUler oder FDPler die SPD für die fünfte Kolonne Moskaus hielt und man jeden Tag erwartete, dass die Panzerschlacht in der norddeutschen Tiefebene toben wird.

Ansonsten, meine persönliche Meinung zur JU: Hier sieht man, wie weit die neue Rechte schon vorgedrungen ist und welche alten Denkmuster dort noch weiterleben. Reichsarbeitsdienst lässt grüßen.
 

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Original von Melissa Adelaide
Über die Attraktivität einer allgemeinen, sozialen Zwecken zu dienen bestimmten Dienstpflicht unter der Bevölkerung eines von kommunitaristischen Ideen beeinflussten und in Folge wirtschaftlicher Probleme massiv kriselnden Sozialstaates brauchen wir nicht zu diskutieren. Es geht mir allein um Gerechtigkeitserwägungen.
Fail: Der Sozialstaat ist nicht von kommunistischen Ideen beeinflußt. Und kein_e Kommunist_in heißt einen "Wohlfahrtskapitalismus" und staatliche Zwangsdienste gut. Man merkt, dass du Anhänger der wissenschaftlich total falschen Totalitarismustheorie bist und meinst, dass nur weil Lenin sich und seine Leute Kommunist_innen nannte, seine autorlitären Konzepte für alle die sich Kommunist_inen/Sozialist_innen nennen, allgemein verbindlich sind.

Der Sozialstaat, wie wir ihn heute kennen, wurde von Bismarck geschaffen, einem Konservativen. Ziel war einzig und allein das damals noch auf Revolution gebürstete Proletariat ruhig zu stellen. Der Sozialstaat ist, wie auch Religion und Konsum, im Endeffekt nichts anderes als Opium für das Volk.
 

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Kommunitarismus, nicht Kommunismus. ;)
 

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