Original von Manuel Lehmann
Wer baut bitte privat Schulen?
Warum sollte jemand freiwillig diese Kosten auf sich nehmen?
Wer soll die Lehrkräfte bezahlen? Wer bezahlt die Pensionen für pensionierte Lehrkräfte? Wer bezahlt die Instandhaltung?
Warum sollte ein Mensch sein Vermögen in soetwas stecken? Für seine eigenen Kinder? Da sind Privatlehrer, die nach Hause kommen wohl wesentlich billiger? Was ist, wenn eine Familie einkommensschwach und keine Schulgebühren zahlen kann? Spätestens hier würde die Menschheitsverblödung in Form von Analphabetismus einsetzen. Was ist wenn jemand sterbenskrank ist und kein Geld für Krankenhauskosten hat? Ist das dann das Gesetz der Natür, diesen sterben zu lassen? Wenn der Staat sich nur darum kümmern würde, das "sog. Gebot der Nichtaggressionen " zu halten würde das zu totalem Chaos führen.
Ich bin wahrlich nicht der sozialste Typ, aber ich stehe zu einem gewissen Sozialstaatsprinzip.
Mir fällt mittlerweilse auf, dass Sie sich gegen das Sozialstaatsprinzip und gegen die Demokratie offen aussprechen.
Sehen Sie sich eigentlich selber in einem politischen Spektrum am äußeren Rand?
Was ist es denn für eine Frage, wer private Schulen baut?
Wer eröffnet private Friseursalons, Nagelstudios, Kinos, Schwimmbäder, Freizeitparks, Fitnessclubs, Gaststätten, Sonnenstudios oder was weiß ich was? Na, wer? Richtig, jeder der glaubt mit seinem Konzept Geld verdienen zu können! Warum sollte das bei Schulen anders sein? Wer ein gutes pädagogisches und betriebswirtschaftliches Konzept hat, der eröffnet eben eine Schule um damit Geld zu verdienen.
Und Ihr Argument der Mittellosigkeit dringt auch nicht durch. Zunächst einmal fielen in einem Minimalstaat geringe bis keine Steuern an. Wissen Sie, wie winzig der Anteil der Kosten für z. B. Polizei oder Justiz in einem aufgeblähten Wohlfahrtsstaat ist? Und welche Summen er für die Subvention seiner Sozialsysteme ausgibt, ein in einem Minimalstaat entfallender Posten?
Und weiter gibt es ja immer noch die Möglichkeit der Kreditaufnahme. Jede kluge Bank wird einem begabten Kind gerne einen Kredit geben, weil es dank seiner Begabung später ein Einkommen erwirtschaften wird mit dem es den Kredit nebst Zinsen zurückzahlen kann, der Bank also einen Geiwnn einbringt. Investition in Bildung ist eine lohnende Investition.
Und wo steht schließlich geschrieben, dass nur ein Wohlfahrtsstaat generös handeln kann? Wer verbietet in einem Minimalstaat z. B. Kirchen, Verbänden und Vereinen die Vergabe von Stipendien? Richtig, niemand! Wer Hilfsbedürftigen helfen möchte, der kann das vielfältige Weise tun. Menschen sind sehr soziale und emotionale Wesen. In einem wirklich freien Gemeinwesen würde niemandem das fehlen, was er wirklich braucht. Entweder er findet einen Investor in seine Anlagen, oder jemand hilft ihm aus humanitärer Überzeugung.
Noch zu Ihrer abschließenden Frage: ich sehe mich als im herkömmlichen politischen Spektrum nicht einordbar.
Landesministerin der Westlichen Inseln a. D.