Original von Palin Waylan-Majere
Das ist ja nun großer Quatsch. Die Wehrpflicht (oder Dienstpflicht, die konkrete Ausgestaltung muss man sicher eruieren) soll keine Sklaverei sein, sondern bezahlte Arbeit im Interesse der Allgemeinheit.
Auch falsch. Das sollen Bildungsangebote sein, die die Ausgaben für das Militär auch einem zivilen Nutzen zuführen. Niemand soll dort gezwungen werden, diesen oder jenen Beruf zu lernen. Vielmehr schwebt mir ein Optionsmodell vor, nach dem jede(r) selbst entscheidet, welchen Teil der Streitkräfte oder welchen sozialen oder ökologischen Dienst er/sie absolvieren will. Nach einer Basiszeit - sagen wir 6 Monate - kann man sich dann entscheiden, ob man entweder in einen anderen Zweig wechselt, den Dienst beendet oder eine weitere Dienstverplfichtung eingeht und sich für einem Beruf ausbilden lässt.
Sie hingegen wollen paranoid-schizophrene Menschen an Geschützstellungen arbeiten lassen, während Menschen mit angeborenem Herzklappenfehler Dauerläufe absolvieren müssen, wie? =)
Was sagen Sie eigentlich zur Schulpflicht, Miss Adelaide? Gefängnis, Sklaverei, Konzentrationslager - oder fallen Ihnen noch abstrusere Vergleiche ein?
"Bezahlte Arbeit im Interesse der Allgemeinheit"? Darunter verstehe ich eigentlich die Ausübung eines Berufes, in dem man Güter produziert oder Dienstleistungen erbringt und dafür von seinem Arbeit- oder Auftraggeber eine der erbrachten Wertschöpfung entsprechende Entlohnung erhält. Und den man jederzeit nach freier Entscheidung aufgeben oder neu über seinen individuellen Lohn verhandeln kann. Damit hat eine sog. "Dienstpflicht" nun nichts zu tun.
Ihr "Bildungsversprechen" ändert nichts am illiberalen Charakter dieser Zwangsdienstes. Jeder Mensch hat das Recht, selbst zu entschieden wie und womit er seinen Lebensunterhalt erwirtschaften will, sowie selbst zu bestimmen welche Qualifikationen er dazu erwerben will. Jeder Mensch muss selbst entscheiden, wieviel er in welche Ausbildung investieren will, weil er sich welche Rendite davon erhofft. Wer meint, sein persönliches Bildungs- und Berufsziel ohne einen staatlichen Zwangsdienst erreichen zu können, der hat damit in Ruhe gelassen zu werden.
Im Übrigen weiß ich nicht, in welchem Jahrhundert Sie leben. Ich sende Ihnen Grüße aus dem 21. Jahrhundert. Da braucht man kein Massenheer aus Bauerssöhnen mehr, die mit Musketen bewaffnet die Söhne feindlicher Bauern zum Gefecht auf dem Acker treffen. Kriege führt man in meinem Zeitalter in erster Linie mit komplexer Technologie, die von entsprechend ausgebildeten und bezahlten Spezialisten entwickelt und bedient werden.
Und die Schulpflicht? Nun, wie ich bereits sagte: jeder Mensch hat das Recht, selbst zu entschieden wie und womit er seinen Lebensunterhalt erwirtschaften will, sowie selbst zu bestimmen welche Qualifikationen er dazu erwerben will. Jeder Mensch muss selbst entscheiden, wieviel er in welche Ausbildung investieren will, weil er sich welche Rendite davon erhofft.
Landesministerin der Westlichen Inseln a. D.