Original von Tony Gold
Ich bin mal so frei : Hast du noch alle Latten am Zaun?
Ungewöhnliche Meinungen erregen oft emotionale Reflexe.
Der Staat hat in einem Sozialstaat in meinen Augen die Verpflichtung, für Chancengleichheit zu sorgen.
Chancengleichheit ist ein Traum mancher und ein ideologisches Postulat. Mein Traum ist es nicht, denn eine "chancengleiche" Welt müsste auch naturbedingt eine allgemein gleiche und langweilige Welt sein.
Chancengleichheit kann es nicht geben, maximal ein möglichst hoher Grad an Chancenfreiheit. Denn die Menschen sind naturgegeben unterschiedlich, individuell und haben verschiedenste Talente und Neigungen. Ein handwerklich begabter Mensch wird immer bessere Chancen haben, handwerklich erfolgreich zu sein, als ein Mensch mit weniger Talent in diesem Bereich. Ein sehr intelligenter Mensch wird immer bessere Chancen haben, einen hohen Bildungsabschluss zu erlangen. In geringerem Maße, aber auch interessant ist dabei, ob er aus einem Elternhaus mit Interesse oder ohne Interesse an Bildung kommt. Aber das ist eine andere Frage. An den grundsätzlichen Untderschieden und Interessen unter den Menschen, also an Chancenungleichheit in verschiedenen Bereichen des Lebens, ändert das nichts.
Ob jemand die ihm/ihr gegebenen Chancen dann auch nutzt und in welchem Maße er welchen Talenten und welchen Interessen nachgeht, ist dann grundsätzlich erst mal wieder ihm überlassen. Je nach dem, wie hoch die tatsächliche Chancenfreiheit dann ist, kann er dann etwas aus sich machen.
Jede Bildungsinvestition seitens des Staates führt also über Umwege zu Mehreinnahmen für den Staat.
Das ist zu pauschal gerechnet und konnte meiner Kenntnis nach bisher nicht fundiert berechnet werden. Unter dem Strich mag das sein. Aber es gibt bei Studenten auch welche, die aus einem subventionierten Studium in einen subventioniertes Berufsfeld gehen und deren wirtschaftliche Produktivität für die "Gesellschaft" eher im negativen Bereich liegen wird. Daher sollte man mit pauschalen "Es lohnt sich"-Argumenten skeptisch gegenüber sein.
Festhalten kann man statistisch vor allem eines: Ein Studium lohnt sich im später verdienten Gehalt und in den Berufschancen für den Studenten und die Studentin selbst. Und wenn er sich daran in überschaubarem Rahmen beteiligen soll ist das noch nicht "sozial ungerecht".
dem Prinzip der Chancengleichheit wie es in einer sozialen MaWi gegeben sein sollten.
Das Prinzip bzw. besser: diese Vorstellung ist nirgends in der Idee der Sozialen Marktwirtschaft festgehalten. Eine ideologische Wunschvorstellung der Sozialdemokraten wird nicht zum Allgemeingut, nur weil man sie regelmäßig wiederholt.
Folglich müssten diese abgeschafft werden um sich einer Chancengleichheit wieder zu nähern.
Da hat man immer noch nicht annähernd Chancengleichheit. Und die so viel zitierten Arbeiter - von denen es in der heutigen Wirtschaftsstruktur gar nicht mehr so viele gibt - die nicht studiert haben, die bezahlen mit ihren Steuern fröhlich die Studenten. Das machen Sie auch mit Studiengebühren weiterhin. Aber so beteiligen sich diejenigen, die am meisten davon profitieren - die Studenten selbst nämlich - zumindest an ihrer höheren Bildung, die ihnen später in den meisten Fällen auch ein höheres Gehalt und ein intellektuell ansprechenderes Leben ermöglicht.