Original von Montgomery Scott
Ein Risiko ist immer da. Aber wie gesagt, einen ernsthaften Beleg dafür, dass die Aufnahme der Türkei die EU in die Katastrophe führen könnte, habe ich noch nicht gesehen. Und in dem von Dir verlinkten Artikel mischen sich auf sehr unangenehme Weise fremdenfeindliche normative Urteile und tendenziöse Verweise auf angebliche "Befürchtungen" irgendwelcher "Experten"; es "könne ja" auch so und so sein.
Das Risiko ist aber zu groß. Was machst du, wenn in einem EU-Mitglied Türkei am Ende doch noch harte Islamisten an die Macht kommen? Wenn es zu genau der Katastrophe kommt, die die Kritiker des türkischen Eu-Beitritt befürchten? Ich wäre nur dann bereit, meine Meinung zu überdenken, wenn die EU sich ausdrücklich die Möglichkeit vorbehalten würde, die Türkei im Falle dieser Katastrophe wieder auszuschließen. Auch wenn es sie diskriminiert.
Man kann die Türkei eben nicht mit Irland, Italien oder sonst einem EU-Land vergleichen. Selbst wenn sie mal die Kopenhagenkriterien erfüllt, bleibt die Türkei strukturschwach und ein Entwicklungsland.
Es gibt in der Türkei strukturstarke und strukturschwache Regionen. Kein Land ist wie ein anderes, ein Risiko bleibt immer. Das heißt nicht, dass es nicht das richtige ist, das Risiko aufzunehmen.[/quote]
Aber man braucht ein Netz, um das Risiko zu minimieren. Und dieses Netz heißt: Sobald die Türkei außer Verhältnis stehende Kosten verursacht oder in anderer Hinsicht untragbar wird, kann man mit einfacher Mehrheit der Mitgliedsstaaten Au Revoir sagen.