Ich glaube, sowas ist zu einem Gutteil die Schuld der Eltern.
Wenn man keine Famillie ist, sich nicht um die Belange seines Kindes kümmert, nutzt das Anlegen eines Regelkorsetts überhaupt nichts.
Und mit 17 ist es zu spät.
Vom Standpunkt eines Pädagogen waren Sternchen und ich sicher eine Katastrophe. Aber wir hatten immer Zeit, natürlich im Rahmen den die Arbeit vorgab, wir haben viel zusammen unternommen , ihn in den schulischen Problemen unterstützt und haben ihn nach dem wenn-dann Prizip zur Eigenverantwortung erzogen.
Also, wenn du ins Bett gehen willst, wann du willst, dann nur, wenn es mit dem Aufstehen und in der Schule klappt. Oder wie Sternchen sagte, du wirst so erwachsen behandelt, wie du dich benimmst. Hat wunderbar geklappt.
Und es wurden nur Regeln aufgestellt, die Sinn hatten, also auch durchsetzbar waren. Klauen und die Famillie belügen waren bei Strafe einer Tracht Prügel verboten, über alles andere wird geredet. War einmal nötig, wegen klauens. So wars mit dem Rauchen, so wars mit später dem Kiffen. Ihm wurde schlicht gesagt, er möge Bescheid sagen. Hat er getan, die Phase war schnell wieder vorbei(also die mit dem Kiffen). Hatt ja auch nicht soviel Reiz, wenn man Sontag morgens um drei mit den Eltern und deren Freunden am Tisch sitzt und da ne Tüte umgeht.... Fehlt das oppositionelle....
Und wenn Famillienrat war, einmal die Woche nach dem Freitagsessen(da wurde üppigst gekocht, manchmal haben allein die Zutaten über hundert Mark gekostet, ist übrigens nach seinen Worten maßgeblich daran Schuld, daß er nun Koch ist), hatte jeder das gleiche Stimmrecht.
Wenn man den jugendlichen Oppositionsdrang großteils ins leere laufen lässt, kann das nur von Vorteil sein. Verbotenes tut man am besten mit Papa und Mama....

. Was hätten wir auch predigen sollen, wir sind ja nicht nur einmal mit offenen Knöcheln und anderen Schäden nach Haus gekommen....Von anderen Sachen zu schweigen. Als damals die Sache mit den Kartoffelkanonen aufkam, ich hab mit ihm und Freunden eine gebaut, ich hätt es doch hundertmal verbieten können, aber nicht verhindern, nur daß dann sonstwas hätte passieren können.
Was die Waffen angeht, wir haben im tiefsten Weddig gewohnt, da hatte fast jeder Bengel ein Messer einstecken. Wir haben ihm schlicht beigebracht, wie man sich sich ohne durchsetzt. Bei uns war nichts weggeschlossen, aber er wäre nie auf die Idee gekommen, ins Arsenal zu greifen.
Vielleicht haben wir auch einfach nur Glück gehabt, denn in vielen Dingen kam er nicht nach uns beiden. Wir waren eher Chaoten, in seinem Zimmer sah es aus wie in einer Soldatenstube und Lesen war auch nicht sein Ding, ganz im Gegensatz zu uns.
Zuletzt geändert von Lady Enigma am Mi 18. Mär 2009, 19:40, insgesamt 1-mal geändert.
Der gebildete Mensch hat die Pflicht, intolerant zu sein
Nicolas Gomez Davila