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Kaiser
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Kaiser

Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Baudouin de Billancourt
Edelmetalle sind sicher.
Quatsch.

Der Hype um Edelmetalle übersieht, welch dramatischer Kursverlust etwa Gold die Jahrzehnte davor hinnehmen musste. 1980 lag der Preis für eine Feinunze Gold bei 850 US-Dollar. 1999 war er bei 250 Dollar. Erst seitdem steigen die Preise wieder.

Die Edelmetall-Hausse hat zwei Gründe: Erstens den chinesischen Rohstoffhunger. Dieser ist aber ein temporäres Phänomen und hat zudem die Korrelation zwischen Edelmetallen und Aktien stark erhöht, d.h. sollte die Rezession in China kommen, dann fallen die Aktien - und die Edelmetalle auch. Selbst wenn der Boom anhält ist es aber schlichte Idiotie zu glauben, dass die Edelmetalle nicht bei zunehmender Verknappung in ihrer industriellen Verwendung ersetzbar wären.

Der zweite Grund sind selbsterfüllende Prophezeiungen. Mit massiv forcierten Kaufempfehlungen werden die Edelmetallkurse getrieben. Dabei wird insbesondere auf die Angst vor einer neuen Weltwirtschaftskrise gesetzt. Wenn die Leute sich nicht jeden Mist erzählen lassen würden und mal selbst denken, würden sie vielleicht erkennen, dass sie im Falle des "großen Crashs" der internationalen Wirtschafts-, Finanz- und Staatssysteme von ihrem Gold auch nicht abbeißen können.

Kurz gesagt: Es gibt kaum einen Markt, in dem derzeit eine so große Spekulationsblase gebildet worden ist, wie bei den Rohstoffen.

Wer Angst vor einer Geldentwertung hat, der soll in Immobilien diversifizieren. Diversifikation ist überhaupt die einzige Methode, um Vermögen zu schützen. Aber dabei würde ich definitiv nicht auf Edelmetalle zurückgreifen, was ich auch ganz klar sage, wenn wieder einer meiner Kunden mir irgendwas erzählt, was er in irgendeinem populärwissenschaftlichen Buch von irgendeinem dahergelaufenen Irren gelesen hat.

Gold - um Kostolany zu zitieren - "ist Mist".

Und Du darfst Dich hochoffiziell einen "gold bug" nennen.
 

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Original von Konrad Grimm
Der Hype um Edelmetalle übersieht, welch dramatischer Kursverlust etwa Gold die Jahrzehnte davor hinnehmen musste. 1980 lag der Preis für eine Feinunze Gold bei 850 US-Dollar. 1999 war er bei 250 Dollar. Erst seitdem steigen die Preise wieder.
Das kann man nicht vergleichen. 1980 wurden die Edelmetallmärkte stark beeinflusst von stark bullischen Großspekulanten, unter anderem einem Geschwisterpaar, das mit vielen Milliarden den gesamten Silbermarkt aufkaufen wollte und scheiterte, weil plötzlich alle ihr Besteck einschmelzen ließen und Zentralbanken gezielt EMs verliehen. Das ist heute nicht der Fall; der ehemals größte Privatinvestor, Warren Buffett, hat es unlängst verkauft (ohne dass es größere Auswirkungen gehabt hätte). Und die Zentralbanken haben praktisch kein Silber mehr und viel weniger Gold als 1980.
Die Edelmetall-Hausse hat zwei Gründe: Erstens den chinesischen Rohstoffhunger. Dieser ist aber ein temporäres Phänomen und hat zudem die Korrelation zwischen Edelmetallen und Aktien stark erhöht, d.h. sollte die Rezession in China kommen, dann fallen die Aktien - und die Edelmetalle auch. Selbst wenn der Boom anhält ist es aber schlichte Idiotie zu glauben, dass die Edelmetalle nicht bei zunehmender Verknappung in ihrer industriellen Verwendung ersetzbar wären.
Ich glaube nicht, dass Silber ersetzt werden würde. Für alle entsprechenden industriellen Anwendungen braucht man nur sehr wenig Silber (z.b. pro Foto weniger als 0,01 g im Wert von ca. 0,003 €, wenn ich mich recht entsinne), da macht's die Menge der Anwendungen, sodass kaum ein Unternehmen versuchen wird, einen Ersatz zu finden. Eine Rezession in China könnte übrigens erstens dadurch abgefangen werden, dass Silber vielfach in hochmodernen Verfahren angewandt wird, die erst seit Kurzem Anwendung finden und sich immer weiter ausbreiten; zweitens, dass in China bis vor sehr kurzer Zeit privater EM-Besitz verboten war und die dortigen Investoren erst jetzt auf den Markt kommen.
Interessant ist auch, dass ein Teil des Silbers verbraucht wird, also praktisch unwiederbringlich konsumiert wird und die Minenproduktion auf konstant niedrigem Niveau ist.
Der zweite Grund sind selbsterfüllende Prophezeiungen. Mit massiv forcierten Kaufempfehlungen werden die Edelmetallkurse getrieben. Dabei wird insbesondere auf die Angst vor einer neuen Weltwirtschaftskrise gesetzt. Wenn die Leute sich nicht jeden Mist erzählen lassen würden und mal selbst denken, würden sie vielleicht erkennen, dass sie im Falle des "großen Crashs" der internationalen Wirtschafts-, Finanz- und Staatssysteme von ihrem Gold auch nicht abbeißen können.
Ich kenne nicht die genauen Zahlen, aber Investition und Spekulation dürften höchstens 10 % der gesamten Nachfrage von Silber ausmachen, bei Gold zwar mehr, aber auch dort mehr für Schmuck als für Spekulation. Wie willst du dir dann einen Anstieg um mehr als das Doppelte in fünf Jahren erklären? Zumal diese Empfehlungen erst seit Herbst 2005, wo Gold zum ersten Mal wieder über 500$/oz stieg, verbreitet werden.
Ich investiere übrigens nicht aus Angst vor einem Crash, sondern in Erwartung einer industriellen Knappheit von Silber - und eigentlich stecken wir schon mittendrin.
Kurz gesagt: Es gibt kaum einen Markt, in dem derzeit eine so große Spekulationsblase gebildet worden ist, wie bei den Rohstoffen.
Das glaube ich kaum. Dazu kommt noch die Geldentwertung, die ihr Übriges tut.
Und Du darfst Dich hochoffiziell einen "gold bug" nennen.
Silberbug. ;)
 

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Aktienpakete sollte man splitten und mit richtigem Einsatz sind jährlich 10 - 15 % möglich. (Breit gestreut)

Mit Risikoaktien sogar noch mehr ist aber halt auch das Risiko größer.

Selbst bei sehr sicheren Aktien liegt die Rendite über der Normalen Verzinsung von Sparkonten. ;)
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Baudouin de Billancourt
Ich investiere übrigens nicht aus Angst vor einem Crash, sondern in Erwartung einer industriellen Knappheit von Silber - und eigentlich stecken wir schon mittendrin.
Längst doppelt und dreifach eingepreist. Zudem wiederhole ich: Wenn die Knappheit und damit der Preis zunimmt, dann wird auch der Druck steigen, einen Ersatz für die Edelmetalle zu suchen.

Außerdem hast Du nur dargelegt, warum in Edelmetallen Renditepotential steckt - nicht, warum die "sicher" sein sollen. Ich halte Edelmetalle wie alle Commodities für spekulative Werte - und zwar für solche, von denen Privatanleger die Finger lassen sollten.
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Darratu Ruzicka
Aktienpakete sollte man splitten und mit richtigem Einsatz sind jährlich 10 - 15 % möglich. (Breit gestreut)
Streuung ist das Nonplusultra jeder Anlagestrategie: Diversifizierung, auf verschiedene Titel, Branchen, Assetklassen, Währungen und Länder.

Ich persönlich verfolge bei meiner Anlage folgende Diversifikation:

- Barmittel, Geldmarkt und Spareinlagen (nur in Euro)
- Renten (nur Europa -> Währungsstreuung auf insb. Pfund und Franken)
- Aktien- und Immobilienfonds (weltweit, Anlageschwerpunkt auf USA, EWR, Japan und Australien -> Dollar und Yen; dagegen möglichst "Finger weg" von den BRIC-Staaten)

Für sonstige Zwecke - also außer zum Investieren, d.h. zum Spielen, des Buffets auf der Hauptversammlung wegen ;) oder aus politischen Motiven - dürfen es auch Einzelaktien sein.
 

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Kostenloses Depot gibts bei Diba oder bei DAB. Bei der Diba bin ich mir sicher, dass es kostenlos ist. Bei der DAB wars vor ein paar Jahren mal kostenlos, ob sich das seitdem geändert hat, weiß ich nicht. Ich zahl da jedenfalls immer noch keine Gebühren. :)

Ich lass zur Zeit eher von den USA die Finger. Wer weiß, wie das mit Dollarschwäche und Rezessionsgefahr noch ausgeht. Die BRIC-Staaten halte ich dagegen auf langfristige Sicht für sehr attraktiv. Oder Europa oder nen Asienfonds. :)
 

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Vincent Bellagio

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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Vincent Bellagio
Kostenloses Depot gibts bei Diba oder bei DAB. Bei der Diba bin ich mir sicher, dass es kostenlos ist.
Ja, aber die variablen Kosten bei der DiBa sind hoch.
DAB ist okay, vorausgesetzt, man möchte wirklich nichts anderes von der Bank als ein Depot.
Die BRIC-Staaten halte ich dagegen auf langfristige Sicht für sehr attraktiv.
Brasilien: Schwimmt wie ganz Südamerika auf einer Welle des Neo-Sozialismus; Lula und Co haben schon oft genug gezeigt, was ihnen Eigentumsrechte bedeuten
Rußland: Oligarchie, die Macht liegt irgendwo zwischen Militär, Geheimdienst und Mafia
Indien: Politisch und gesellschaftlich instabil, zu hohe Lohnkosten und schon heute überreguliert
China: Gesellschaft auf dem Weg vom Sozialismus zum Faschismus (und ich benutze dieses Wort nicht um abzuschrecken, sondern weil das chinesische Wirtschaftssystem exakt einem faschistischen Wirtschaftssystem entspricht - formal privat, de facto staatliche Lenkung)

Kurz gesagt: Die Sicherheit der Investitionen ist absolut nicht gegeben. Wir haben am Fall Gazprom gesehen, was mit Unternehmen passiert, die Putin grade nicht in den Kram passen. Die Chinesen zeigen regelmäßig ihr wahres Gesicht, wenn ein weiteres Patent geklaut wird. Und um Südamerika sollte jeder Mensch mit Verstand einen meilenweiten Bogen machen, bis die sozialistischen Verführer diese Länder wieder in die Steinzeit geführt haben - dann ist da wieder genug Wachstumspotential unter dem nächsten Pinochet.
Außerdem ist es höchst fragwürdig, derartige Systeme finanziell zu unterstützen. Da sind mir die demokratisch-rechtsstaatlichen Marktwirtschaften des Westens erheblich lieber.
 

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Original von Konrad Grimm
Längst doppelt und dreifach eingepreist. Zudem wiederhole ich: Wenn die Knappheit und damit der Preis zunimmt, dann wird auch der Druck steigen, einen Ersatz für die Edelmetalle zu suchen.
Bislang wurde in vielen Anwendungen noch kein Ersatz für Silber gefunden; das ist zwar eine subjektive Einschätzung, aber ich bin der Überzeugung, dass Silber für seine einzigartigen Eigenschaften noch sehr günstig ist. Und wie schon gesagt: die Menge der Anwendungen ist ausschlaggebend, es ist ja nicht so, dass man für jede Solarzelle, jede Kläranlage oder jedes Foto tonnenweise Silber bräuchte. Damit ist es nicht mehr so lukrativ, nach Alternativen zu suchen; die Kosten der Forschung wären hoch und die Stoffe, die ähnliche Eigenschaften haben, wahrscheinlich größtenteils teurer als Silber. Das Gramm kostet momentan weniger als 0,45$, andere Rohstoffe haben einen viel stärkeren Anstieg hinter sich.
Außerdem hast Du nur dargelegt, warum in Edelmetallen Renditepotential steckt - nicht, warum die "sicher" sein sollen. Ich halte Edelmetalle wie alle Commodities für spekulative Werte - und zwar für solche, von denen Privatanleger die Finger lassen sollten.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich Dir das erklären müsste. Wenn die Geldentwertung Formen annimmt, die deutlicher spürbar sind, wird man auf der sicheren Seite sein mit EMs. Sicher, das wird theoretisch mit allen Sachwerten so sein, aber Autos verlieren ihren Wert und Immobilien sind nun einmal immobil.
Und wenn wir das schon von der spekulativen Seite sehen - wie sagt "Ihr Banker" (;)) noch gleich? - Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen. Daran halte ich mich... es ist kein Grund zu verkaufen, dass Silber seit anderthalb Jahren um über 50% gestiegen ist. Ich glaube kaum, dass ich damit jemals auf die Schnauze fallen werde wie jemand, der '99 an die Börse gegangen ist.
Und wenn ein Außenstehender durch Beobachtungen schließt, Rohstoffe würden immer in bestimmten Zyklen steigen und fallen - habe ich bei niedrigen Preisen nicht das geringste Bedürfnis, innerhalb der nächsten 20, 30 Jahre zu verkaufen. Die Münzen haben ja durchaus einen ästhetischen Wert.
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Baudouin de Billancourt
Ich hätte nicht gedacht, dass ich Dir das erklären müsste. Wenn die Geldentwertung Formen annimmt, die deutlicher spürbar sind, wird man auf der sicheren Seite sein mit EMs.
Also: Gegen einen Supercrash / eine Hyperinflation kann man sich nicht mittels Geldanlage schützen, da sind wir uns hoffentlich einig. Die beste Vorsorge dafür wäre ein Häusschen mit großem Garten in einiger Entfernung zur nächsten Großstadt - und selbst das bietet nur mäßigen Schutz. Denn eine hungernde Stadtbevölkerung wird nicht dauerhaft in der Stadt bleiben. Zudem stellt sich die Frage, ob man auf ein solches, doch recht unwahrscheinliches Szenario seine Finanz- und damit Lebensplanung ausrichten sollte.
Dann muss man sehen, dass Aktien an sich von Inflationen ja bereits nicht so stark betroffen sind wie Spareinlagen.
Und gegen die Rest-Risiken reicht, wie gesagt, die Diversifikation in Immobilien. Die bringen eine laufende Rendite durch die Mieteinnahmen und sind damit weniger spekulativ als sonstige Commodities.
Und wenn wir das schon von der spekulativen Seite sehen - wie sagt "Ihr Banker" (;)) noch gleich? - Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen.
Die meisten Bänker sagen dummerweise: "Oh, wir haben ihr Portfolio schon ein halbes Jahr nicht mehr umgeschichtet. Wird mal wieder Zeit!" Provisionitis... (Was das angeht lebe ich bei meinem Arbeitgeber wirklich auf einer Insel der Glückseligen - die Beratung bei uns ist wirklich fair, wird sogar dadurch gefördert, dass die einzelnen Berater für einen Abschluß nur eine minimale Prämie erhalten - und die für jedes Produkt gleich ist).
Aber das führt vom Thema weg ;)

Es ging mir auch nur grundsätzlich um Deine Behauptung, Edelmetalle wären eine sichere Anlage. Und das stimmt nicht, pauschal sowieso nicht, und tendenziell sind sie eher spekulativ.
 

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Original von Konrad Grimm
Die meisten Bänker sagen dummerweise: "Oh, wir haben ihr Portfolio schon ein halbes Jahr nicht mehr umgeschichtet. Wird mal wieder Zeit!" Provisionitis... (Was das angeht lebe ich bei meinem Arbeitgeber wirklich auf einer Insel der Glückseligen - die Beratung bei uns ist wirklich fair, wird sogar dadurch gefördert, dass die einzelnen Berater für einen Abschluß nur eine minimale Prämie erhalten - und die für jedes Produkt gleich ist).
Aber das führt vom Thema weg ;)
Ich hätt ja echt NIE gedacht, dass DU mal in so nem "Gutmenschen-Laden" (*g*) glücklich wirst ;)
 

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Vincent Bellagio

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