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Jungspund
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Es gibt ja so interessante verschiedene historische Linienziehungen und Zusammenhangs-Thesen.
Z.B. die "Luther-Bismarck-Hitler-Reihe" etc.
Frage an Sascha Kreittmayr, aber auch an alle anderen Theologen ( ;) ): Inwiefern steht Luther für den Beginn der Neuzeit bzw. für das (eher) Moderne und inwiefern eher für Abwendung von säkulareren Entwicklungen, für radikalere und eher weniger weltliche Religionsauslegung?
 

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Damian Fuller
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Beitrag von Konrad Grimm »

Für den Beginn der Neuzeit insofern, als er die Deutungshoheit der katholischen Kirche über den Glauben gebrochen hat.
Rückschrittlich insofern, als der Protestantismus weit weniger weltlich und weit fundamentlistischer war und ist als der Katholizismus. Was hatten die Päpste, jene zutiefst weltlichen "Sünder", denn schon noch mit den Hitzephantasien dieses antiken Zimmermannssohns zu tun?
 

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Oha, da ist sie wieder, die Frage nach dem imaginären Freund. :evil:
 

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Wolfgang Müller
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Original von Damian Fuller
Frage an Sascha Kreittmayr, aber auch an alle anderen Theologen ( ;) ): Inwiefern steht Luther für den Beginn der Neuzeit bzw. für das (eher) Moderne und inwiefern eher für Abwendung von säkulareren Entwicklungen, für radikalere und eher weniger weltliche Religionsauslegung?
Ach, das ist eine komplexe Frage. Grob gesehen hat Thorsten Recht. Luther ist ne Gegenreaktion gegen die mit Albertus Magnus und Thomas Aquin einsetzende innere Säkularisierung der Kirche, ich glaube auch im Rückgriff auf Augustin, kann dazu aber nichts Sicheres sagen, da ich zu wenig gelesen habe. Das Zerbrechen der Kirche provoziert denn auch die katholische Gegenreformation, ohne die sich das Phänomen Christentum vllt bereits weitaus stärker verabschiedet hätte, als es dann der Fall ist. Nietzsche hat glaube ich irgendwo mal etwas sinngemäßes geschrieben.

Was die Modernität angeht... gute Frage. Ich kenne mich allgemein mit dem Thema zu wenig aus und müsste mehr lesen, insofern kann ich nur ein paar Schlagworte nennen, über die man nachdenken könnte:
> Das Individuum und sein Gewissen als direkt Gott gegenüberstehend, ohne Vermittlung einer kirchlichen Instanz, sprich der Einzelne ist autonom in seiner Beziehung zu Gott
> Die Kirche ist nicht mehr "supranational" oder jenseits und der weltlichen Ordnung übergeordnet, sondern wird Gegenstand staatlicher Gesetzgebung und Regulierung, zuerst im Rahmen der protestantischen Landeskirchen, später auch in katholischen Gebieten. Das fördert natürlich die Staatsbildung.

Naja. Ich weiß nicht, ob das alles stimmt, und man könnte sicher noch mehr sagen. Ich bin in dem Thema nicht wirklich fit und müsste mal was von Luther lesen.
 

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Sophia Kreittmayr (FVP), Präsidentin des Unionsrates
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Luther steht als großer Reformator in Bezug auf das Thema Modernisierung natürlich irgendwo für den protestantischen Arbeitsethos und die Rationalisierung, siehe Max Weber. Webers Theorie bezieht sich natürlich weit mehr auf Calvin aber auch Luther spielt darin eine wichtige Rolle.
 

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Beitrag von Damian Fuller »

Original von Montgomery Scott
Webers Theorie bezieht sich natürlich weit mehr auf Calvin aber auch Luther spielt darin eine wichtige Rolle.
Wobei von Luther ja oft gesagt wird, er wäre politisch-weltlich ein Vertreter des damals beginnenden Absolutismus und eines Obrigkeitsstaates gewesen und nur in Religionsfragen ein "Individual-Rechtler".
Ähnlich wie Sascha es bereits geschrieben hat.
 

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Damian Fuller
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Original von Damian Fuller
Wobei von Luther ja oft gesagt wird, er wäre politisch-weltlich ein Vertreter des damals beginnenden Absolutismus und eines Obrigkeitsstaates gewesen und nur in Religionsfragen ein "Individual-Rechtler".
Ähnlich wie Sascha es bereits geschrieben hat.
Der aufgeklärte Absolutismus war ein Paradebeispiel für Webers "Rationalisierung".
 

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Beitrag von Damian Fuller »

Original von Montgomery Scott
Der aufgeklärte Absolutismus war ein Paradebeispiel für Webers "Rationalisierung".
Vielleicht. Allerdings war der "aufgeklärte Absolutismus" von Friedrich "dem Großen" nicht allgemeingültig für die Herrschaftsform und Weltanschauung des Absolutismus. Und allgemein gilt unter anderem der Merkantilismus nicht als besonders erfolgreiche Wirtschaftsform.

Luther wiederum dürfte weder besonders an die Wirtschaftsphilosophie noch an Aufklärung gedacht haben.
 

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Damian Fuller
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Original von Damian Fuller
Vielleicht. Allerdings war der "aufgeklärte Absolutismus" von Friedrich "dem Großen" nicht allgemeingültig für die Herrschaftsform und Weltanschauung des Absolutismus. Und allgemein gilt unter anderem der Merkantilismus nicht als besonders erfolgreiche Wirtschaftsform.
Der Merkantilismus war durchaus eine Äußerung ökonomischer Rationalisierung, das gilt auch für Frankreich in gewissem Maße.
Luther wiederum dürfte weder besonders an die Wirtschaftsphilosophie noch an Aufklärung gedacht haben.
Aufklärung nein, Wirtschaft ja.
 

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Beitrag von Robert Cullen »

Original von Damian Fuller

Luther wiederum dürfte weder besonders an die Wirtschaftsphilosophie noch an Aufklärung gedacht haben.
Hat er auch nicht, genau genommen, war ihm die katholische Kirche auf der einen Seite zu lasch geworden (durch Ablasshandel nahm niemand das "beichten" richtig ernst, freikaufen ist ja leichter), zweitens störte ihn dass nicht jeder die Kirche verstehen konnte, dass die Päpste taten was sie wollten und Gott als Schrecklich darstellten, nicht als der Erbarmende der er ist.

Heute könnte man sagen, dass die katholische Kirche strenger ist, aber die Menschen sehnen sich auch danach. Für mich aber, ist eine Kirche, die "versehentlich" Holocaustleugner begnadigt, untragbar. Das so einer überhaupt noch arbeiten darf ist eine Schande. Rechte Menschen sollten vom Blitz getroffen werden, widerlicher Ausschuss, meist arbeitslose Loser, die von ihrer Mami gepampert wurden oder auch nicht, dumme Menschen... Aber Luther selber wollte sicherlich nicht den Absolutismus.

Interessant ist natürlich auch, dass er es wohl wegen seiner "geliebten" und späteren Frau getan hat, also nicht nur, aber wenn er schon was änderte, wieso dann nicht dieses kleine Detail ;)
 

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