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Original von Rafael van der Linden
Ich habe zwei verschiedene Sachverhalte in einen Satz gepackt, daher war das vielleicht missverständlich.
Dass die Gesellschaftsordnung in unserer modernen Demokratie kein konkretes Wirtschafts- oder Sozialmodell vorschreibt weiß ich, und darüber schrieb ich ja auch bereits.
Die Soziale Marktwirtschaft war die Wirtschafts- und Sozialordnung, welche sich nach dem 2. Weltkrieg (trotz anderslautender Programme der zwei großen Parteien) als Wachstums-, Wohlstands- und Sozialstandardmodell durchgesetzt hat. Selbstverständlich gab es immer auch andere Ideen und Auffassungen, aber diese Ordnung hat sich - mit vielen keynesianistischen und interventionistischen Einschlägen und Änderungen - bis heute erhalten.
Ich - nach meiner Sachkenntnis und auch nach meinem Geschmack - favorisere ein verlässliches, aber reformoffenes, wohlstandsförderliches, und private wie staatliche soziale Einrichtungen ermöglichendes System: die Soziale Marktwirtschaft. Das bedeutet, ich bin dafür, die Rahmenordnung und die konkreten Gesetze so zu gestalten, dass es der Sozialen Marktwirtschaft entspricht. Wenn eine aktive Mehrheit das anders entscheiden würde, wäre das dann eben anders.
Gut, dann wäre das ja geklärt ;)
Da die Herrschenden in der Regel definieren, was dem "Allgemeinwohl" dient, ist ein nicht objektiv definierbarer Begriff wie Allgemeinwohl auch eine Frage der jeweiligen Herrschaftsform und der kulturell und politischen Leitidee.
Natürlich aber das heißt nicht, dass eine Förderung des Allgemeinwohls durch Enteignung nicht GG-konform wäre.
 

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Original von Lady Enigma
War schon in der DDR ein verbreitetes Wort, daß die überzeugtesten Marxisten und Arbeiterbefreier nicht wissen von welcher Seite man eine Schaufel anpackt. Ist heute auch noch Konsens. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß unter der Arbeiterklasse die meisten nichts mit der Linken sei es Die Linke oder auch die SPD zu tun haben wollen.
Linke treff ich eigentlich nur in Intellektuellenkneipen, manchmal unter dem sogenannten Arbeiteradel. [...]
Das kann man so auch nicht stehen lassen. Es ist einerseits richtig, dass bei weitem nicht alle Arbeiter heutzutage dezidierte Marxisten sind, andererseits kann man nicht sagen, alle Arbeiter seien in Wahrheit überzeugte Konservative die von ein paar Intellektuellen linke Ansichten aufs Auge gedrückt bekämen.

Ich komme selbst aus einer Arbeiterfamilie in der seit Generationen die meisten links orientiert sind. Als ich vor meinem Studium knapp zwei Jahre im Altenheim gearbeitet hab, konnte ich ebenfalls die Erfahrung machen, dass linke Ansichten sehr populär sind. Natürlich sind wie gesagt die meisten Arbeiter heutzutage keine reinen Bilderbuch-Marxisten, aber ihnen allen ein grundsätzliches Mißtrauen gegenüber allem Linken zu unterstellen, halte ich für deutlich überzogen.
 

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Grünschnabel
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Beitrag von Lady Enigma »

Original von Montgomery Scott

Das stimmt so nicht. Arbeiter wählen zwar schon lange nicht mehr geschlossen SPD, sind unter den SPD-Wählern aber immer noch überdurchschnittlich vertreten. Dass sie bisher nur zu kleinen Teilen zur Linken abgewandert sind und zum Teil konservativ wählen, kann man getrost der Bildzeitung in die Schuhe schieben.

Was das zeigen soll, weiß nicht nicht. Klar, es gibt ungeheure habituelle Schranken zwischen den Schichten (oder "Klassen", wenn man so will), die kaum durch die eigene politische Überzeugung beeinflusst werden.
Diesen Spruch mit der Bild hättest Du Dir sparen sollen. Anscheinend hälst du die Arbeiter auch für unfähig, selbst zu denken!
Hättest Du recht, würde allein das schon beweisen , daß die AK zu blöde ist, ihr Geschick selbst in die Hand zu nehmen! Mal ne Frage am Rande: Worin unterscheiden sich eigentlich TAZ oder Spiegel von BILD?
 

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Der gebildete Mensch hat die Pflicht, intolerant zu sein
Nicolas Gomez Davila
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Beitrag von Lady Enigma »

Schranken zwischen den Schichten? Bei Leuten, zu deren politischer Überzeugung es gehört, die Klassenunterschiede aufzuheben? Na ja...
Salonsozialismus in studentischen Zirkeln oder auch bei den von mir geschilderten Leuten ist widerwärtig, im besten Falle lächerlich.
 

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Der gebildete Mensch hat die Pflicht, intolerant zu sein
Nicolas Gomez Davila
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Beitrag von UNION24 »

Original von Lady Enigma
Mal ne Frage am Rande: Worin unterscheiden sich eigentlich TAZ oder Spiegel von BILD?
Die Überschriften der taz sind witziger und der SPIEGEL hast nur in jeder zweiten Ausgabe eine nackte Brust auf dem Cover.
 

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Original von Lady Enigma
Diesen Spruch mit der Bild hättest Du Dir sparen sollen. Anscheinend hälst du die Arbeiter auch für unfähig, selbst zu denken!
Nein aber die Unabhängigkeit des Denkens ist eine Illusion. Und die Fähigkeit des Selbstdenkens hilft wenig, wenn man systematisch manipuliert wird.
Hättest Du recht, würde allein das schon beweisen , daß die AK zu blöde ist, ihr Geschick selbst in die Hand zu nehmen!
Wie gesagt, mit Blödheit hat das nichts zu tun.
Mal ne Frage am Rande: Worin unterscheiden sich eigentlich TAZ oder Spiegel von BILD?
Die Artikel sind informativer, weniger tendenziös, enthalten weniger Falschinformationen und stellen Sachverhalte insgesamt facettenreicher da, sodass eine eigene Meinungsbildung einfacher fällt. Auch in solchen Medien ist oft Manipulatives zu lesen, keine Frage. Aber dort kann man zumindest noch Manipulatives von Nichtmanipulativem trennen.
 

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Original von Montgomery Scott
Die Artikel sind informativer, weniger tendenziös, enthalten weniger Falschinformationen und stellen Sachverhalte insgesamt facettenreicher da, sodass eine eigene Meinungsbildung einfacher fällt. Auch in solchen Medien ist oft Manipulatives zu lesen, keine Frage. Aber dort kann man zumindest noch Manipulatives von Nichtmanipulativem trennen.
Niemand ist 100% objektiv, die Medien spiegeln also in einer freien Medienlandschaft auch nur die menschlichen Ideale, Ideologien und allgemein Schwächen wider.
Aber genau das ist die pluralistische Stärke einer freien, auf Wettbewerb und privater Angebotsfreiheit basierenden Medienlandschaft. Man kann wählen, was man liest, man kann bei Nichtgefallen andere Medien wählen oder - bei Motivation - selbst ein Medium herausgeben.
Nichts Menschliches ist perfekt, aber man kann mit der entsprechenden Rahmenbedingung (hier: Angebotsfreiheit) immer noch jedem Alternativen lassen, von wem er sich informieren, orientieren, führen oder auch manipulieren lassen will.
 

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Rafael van der Linden, Kellner im Café Sonderbar Manuri
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Original von Rafael van der Linden
Niemand ist 100% objektiv, die Medien spiegeln also in einer freien Medienlandschaft auch nur die menschlichen Ideale, Ideologien und allgemein Schwächen wider.
Auch, nicht nur ;)
Aber genau das ist die pluralistische Stärke einer freien, auf Wettbewerb und privater Angebotsfreiheit basierenden Medienlandschaft. Man kann wählen, was man liest, man kann bei Nichtgefallen andere Medien wählen oder - bei Motivation - selbst ein Medium herausgeben.
Nichts Menschliches ist perfekt, aber man kann mit der entsprechenden Rahmenbedingung (hier: Angebotsfreiheit) immer noch jedem Alternativen lassen, von wem er sich informieren, orientieren, führen oder auch manipulieren lassen will.
Wieder mal das liberale Idealbild, dass der Realität leider nicht gerecht wird. Die Bildzeitung ist ein Rattenfänger. Rattenfängern läuft man auf freier Entscheidung hinterher und doch ist man dabei nicht frei ;)
 

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Die Bildzeitung ist ein Rattenfänger. Rattenfängern läuft man auf freier Entscheidung hinterher und doch ist man dabei nicht frei ;)
Oskar Lafontaines billiger Populismus ist auch Rattenfängerei. (Zu) viele fallen darauf herein, trotzdem wählt eine Mehrheit derzeit auch andere Parteien oder gar nicht. Das spricht dafür, dass es doch so etwas wie einen Spielraum für eigene Entscheidungen gibt. Natürlich sind alle menschlichen Entscheidungen und Meinungen auch immer aufgrund verschiedener Faktoren von außen beeinflusst. Sei es z.B. Erfahrung, Erziehung, Tradition, natürliche Anlagen wie Triebausbildung und Neigung, Charakter (der selbst wieder von diesen verschiedenen Einflüssen geprägt wird) etc.

Wenn der Mensch nur ferngesteuert wäre und in seiner Entscheidung kein bisschen Spielraum und Alternativen hätte, wären auch die "Rattenfänger" gesteuert und könnten gar nichts für ihre "manipulativen" Produkte. Folglich hätte niemand eine Verantwortung für nichts und alles wäre gut, bzw. schlecht, also einfach unveränderbar.
Aber so ist es meiner Einschätzung nach nicht.
Aber selbst wenn es so wäre, dann wäre immer noch besser, jeden (in diesem Sinne auch frei) seinen ferngesteuerten bzw. manipulierten Bedürfnissen und Meinungen nachzugehen und sich von anderen - selbst manipulierten und ohne jegliche freie Entscheidung existierenden Wesen - fröhlich weitermanipulieren zu lassen.

Wenn man schon Alternativen, Pluralismus und die Möglichkeit einer offenen Gesellschaft in Frage stellt, dann muss man sich selbst auch in Frage stellen und damit alles relativieren. Es sei denn man hält sich für einen über den "willenlosen" Menschen stehenden Erleuchteten, der selbst als einer der wenigen einen freien Willen und den "Durchblick" hat und daher von Gott und Marx dazu bestimmt worden ist, die armen von BILD, Spiegel und Musikantenstadl geknechteten Menschen zu retten.
 

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Rafael van der Linden, Kellner im Café Sonderbar Manuri
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Beitrag von Konrad Grimm »

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Wieder mal das liberale Idealbild, dass der Realität leider nicht gerecht wird. Die Bildzeitung ist ein Rattenfänger. Rattenfängern läuft man auf freier Entscheidung hinterher und doch ist man dabei nicht frei
Ich glaube, es wählen mehr Bildzeitungsleser die Linkspartei als die FDP.
 

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