Seite 1 von 4
Wirtschaftsmacht contra Demokratie: der Fall Nokia
Verfasst: So 1. Feb 2009, 23:22
von Isabelle Corinne de La Fayette
In Finnland ist es Arbeitgebern bisher noch gesetzlich untersagt, von ihren Arbeitnehmern am Arbeitsplatz versandte und empfangene E-Mails zu kontrollieren. Dem Mobiltelefon-Hersteller Nokia schmeckt das gar nicht. Man sprach Tacheles mit dem finnischen Parlament: würde das Gesetz nicht geändert, verließe man das Land. Es drohte der Verlust von 16.000 Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen in nicht bezifferter Höhe. Mittlerweile ist eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, die die Überwachung von am Arbeitsplatz versandten und empfangenen E-Mails zulässt. Nokia verweigert jede Stellungnahme.
Quelle: RTLtext, S. 481 (Stand: 01.02.2009, 23:22 h)
Verfasst: So 1. Feb 2009, 23:30
von Wolfgang Müller
Bestätigt mich mal wieder, genauso wie der heute ausgestrahlte Tatort, die ganzen Spionage-Skandale bei Discountern, Telekom und Bahn in meiner Kapitalismuskritik.
Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 00:54
von Konrad Grimm
War das jetzt undemokratisch? In der Demokratie konkurrieren Interessen. Und wo etwas konkurriert, gibt es Sieger und Besiegte. Wenn die Finnen das anders wollen, sollen sie anders wählen.
Die MACHT hat immer noch die Politik. Aber wenn die zu dumm und zu feige sind, Nokia für so einen Erpressungsakt schlicht zu verstaatlichen - dann ist das Politikversagen pur.
Nicht der Kapitalismus, die Demokratie ist das Problem.
Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 01:59
von Leif Kyrkogård
Original von Konrad Grimm
War das jetzt undemokratisch?
Das ist nicht nur undemokratisch von Nokia, das ist Erpressung.
Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 08:40
von Michael Schneider
Was will Nokia erreichen? Dass die Leute mehr sms schreiben??
Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 10:13
von Isabelle Corinne de La Fayette
Original von Konrad Grimm
War das jetzt undemokratisch? In der Demokratie konkurrieren Interessen. Und wo etwas konkurriert, gibt es Sieger und Besiegte. Wenn die Finnen das anders wollen, sollen sie anders wählen.
Die MACHT hat immer noch die Politik. Aber wenn die zu dumm und zu feige sind, Nokia für so einen Erpressungsakt schlicht zu verstaatlichen - dann ist das Politikversagen pur.
Nicht der Kapitalismus, die Demokratie ist das Problem.
Ja, das war undemokratisch! Denn Demokratie bedeutet meines Wissens immer noch "Herrschaft des Volkes" und nicht "Herrschaft des wirtschaftlich Potentesten".
Dass in ihr verschiedene Interessen um eine ihnen entsprechende Politik konkurrieren ist richtig. Aber für diese Konkurrenz gibt es eine klare Regel, nämlich dass jeder genau eine Stimme hat und diese ebenso viel zählt wie jede andere Stimme auch. Ich weiß nicht, wie viele Gesellschafter oder Aktionäre Nokia hat. Aber ich bezweifle, dass deren Stimmen eine Mehrheit im finnischen Parlament ausmachen.
Und Nokia wegen Nötigung strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen wäre das Eine. Von Verstaatlichungen als "Strafmaßnahme" halte ich nichts.
Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 10:26
von Joeli Veitayaki
ich weiß, warum ich kein Nokia-Handy mehr in (und im) Betrieb habe
Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 11:44
von Leif Kyrkogård
Ich weiß, warum mein jetztiges das Letzte ist.
Und im Nachhinein tuts mir Leid, dass ich es mir gekauft hab, hab damals ja schon sehr mit mir gekämpft wegen der Entlassungs-Geschichte in Deutschland.
Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 13:59
von Konrad Grimm
Original von Leif Kyrkogård
Das ist nicht nur undemokratisch von Nokia, das ist Erpressung.
Nicht mehr als zu streiken.
Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 14:01
von Christopher Adomeit
Es stört uns im Gegensatz zum Streik nur deshalb, weil wir nicht die Nutznießer dieser Angelegenheit sind. Wenn der Arbeitnehmer wollte, würde er anders herum allerdings genau so handeln. Wer sich hier also empört, spielt Moral...