Krankenkassen: Komische Lesart
Verfasst: Di 10. Jun 2008, 23:25
Deutschlands größte Versicherer - die Ergo-Gruppe der Münchner Rück, die Allianz und die Axa - haben einen Reformplan für die Krankenversicherung in Deutschland vorgelegt. Dieser sieht vor, dass es für alle Deutschen eine einheitliche Grundabsicherung zu einer festen Prämie geben soll, und zwar angeboten sowohl von gesetzlichen wie privaten Krankenkassen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,558738,00.html
Für die drei Mega-Versicherungen ist das ein guter Plan, denn sie haben nur wenig privatversicherte, dafür aber viele privat zusatzversicherte Kunden und könnten auf diesem Weg im Kampf um letztere den Marktführern - DKV und Co - den Todesstoß versetzen.
Soweit, so gut. Richtig spektakulär ist allerdings, was Medien und Politik in diesen Vorgang hineininterpretieren. Unisono werden die Pläne als Schritt zur Bürgerversicherung der SPD interpretiert. Dabei enthält der Plan der Versicherer - bei genauem Hinsehen - Teile von allen momentan diskutierten Reformansätzen:
- ein Versicherungstarif für alle Deutschen (Bürgerversicherung, SPD/Grüne/Linke)
- ein einheitlicher Tarif (Kopfpauschale, CDU)
- eine frei wählbare Kasse (Versicherungspflicht statt Pflichtversicherung, FDP)
Und diese Mischung ist interessant willkürlich - denn wenn alle Kassen das gleiche zum gleichen Preis anbieten, wozu dann noch mehr als eine Kasse?
Fazit: Unter allen Modellen hat die Versicherungswirtschaft jetzt das unbrauchbarste vorgelegt. Gehen wir mal davon aus, dass es deswegen Realität werden wird.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,558738,00.html
Für die drei Mega-Versicherungen ist das ein guter Plan, denn sie haben nur wenig privatversicherte, dafür aber viele privat zusatzversicherte Kunden und könnten auf diesem Weg im Kampf um letztere den Marktführern - DKV und Co - den Todesstoß versetzen.
Soweit, so gut. Richtig spektakulär ist allerdings, was Medien und Politik in diesen Vorgang hineininterpretieren. Unisono werden die Pläne als Schritt zur Bürgerversicherung der SPD interpretiert. Dabei enthält der Plan der Versicherer - bei genauem Hinsehen - Teile von allen momentan diskutierten Reformansätzen:
- ein Versicherungstarif für alle Deutschen (Bürgerversicherung, SPD/Grüne/Linke)
- ein einheitlicher Tarif (Kopfpauschale, CDU)
- eine frei wählbare Kasse (Versicherungspflicht statt Pflichtversicherung, FDP)
Und diese Mischung ist interessant willkürlich - denn wenn alle Kassen das gleiche zum gleichen Preis anbieten, wozu dann noch mehr als eine Kasse?
Fazit: Unter allen Modellen hat die Versicherungswirtschaft jetzt das unbrauchbarste vorgelegt. Gehen wir mal davon aus, dass es deswegen Realität werden wird.