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Neoliberal? Asozial!
Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 12:42
von Palin Waylan-Majere
Nein, ich werde in diesem Thread die sich weiter öffnende Einkommensschere und die extrem ungleiche Verteilung von Vermögen nicht oder nur am Rande thematisieren. Vielmehr soll hier der ganz alltägliche Irrsinn dargestellt werden.
Während für die unteren Schichten der Gesellschaft
das Leben immer teurer wird und ein neuer
Höchststand an Verschuldung erreicht ist, erhalten
schlechte Chefs in den USA hohe Abfindungen.
Doch es gibt Hoffnung: die neoliberale Doktrin ist am Ende, kaputtgewirtschaftet - folgerichtig geht auch die London Tube
zurück an die öffentliche Hand. New Labour und ihre "Private Public Partnerships" sind grandios gescheitert.
Leider legt der deutsche Michel seine neoliberalen Scheuklappen nicht ab - obwohl angesichts einer
BA-Rücklage, die höher als die gesamten Arbeitslosengeld-Ausgaben 2007 ist, die Merkel-Argumentation von einer "kostenneutralen" ALG-I-Verlängerung geradezu aberwitzig ist.
Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 12:56
von Larifari
Der deutsche Michel hat "neoliberale" Scheuklappen? Schatz, DAS ist mir neu. Ich kann in Deutschland keinen Neoliberalismus erkennen; allenfalls den etwas jämmerlichen Versuch des Staates, die ausufernden Kosten durch Leistungsstreichungen einzudämmen. Aber solche Symptombekämpfungen, mit deren Hilfe sich der Staat durch massive Bürgerverarmung zu gesunden versucht, können kaum als liberale Reformen gelten. Und "private public partnerships" fallen da eh nicht drunter.
RE: Neoliberal? Asozial!
Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 14:25
von Konrad Grimm
Original von Palin Waylan-Majere
Nein, ich werde in diesem Thread die sich weiter öffnende Einkommensschere und die extrem ungleiche Verteilung von Vermögen nicht oder nur am Rande thematisieren. Vielmehr soll hier der ganz alltägliche Irrsinn dargestellt werden.
Während für die unteren Schichten der Gesellschaft
das Leben immer teurer wird
Oh ja, 4,5 statt 4,3 % Preisanstieg, wow!
Doch es gibt Hoffnung: die neoliberale Doktrin ist am Ende, kaputtgewirtschaftet - folgerichtig geht auch die London Tube
zurück an die öffentliche Hand.
Hast Du den Artikel auch gelesen? Der einzige Grund für das Scheitern, der genannt wird, sind die ständig neuen Vorgaben der Stadt. Einer Stadt übrigens, die von einem bekennenden Sozialisten regiert wird. Wäre es absurd anzunehmen, dass Bürgermeister Ken Livingstone, von Anfang an ein Gegner der Privatisierung, die privatisierte U-Bahn absichtlich in die Pleite hat schicken lassen?
Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 15:19
von Mikael Grönholm
=) =) =)
Ich freue mich auf den Tag wenn Oskar Lafontaine Kanzler wird.....und dann meckern die Linksextremen darüber dass der Kapitalismus viel viel schlimmer ist als der Sozialismus. Oh mein Gott....ihr elenden, linken Jammerlappen! *ausspuck*
RE: Neoliberal? Asozial!
Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 15:34
von Bryn Thomson
Original von Konrad Grimm
Hast Du den Artikel auch gelesen? Der einzige Grund für das Scheitern, der genannt wird, sind die ständig neuen Vorgaben der Stadt. Einer Stadt übrigens, die von einem bekennenden Sozialisten regiert wird. Wäre es absurd anzunehmen, dass Bürgermeister Ken Livingstone, von Anfang an ein Gegner der Privatisierung, die privatisierte U-Bahn absichtlich in die Pleite hat schicken lassen?
Es wurde bereits an anderer Stelle berichtet, dass undurchsichtige und überteuerte Auftragsvergaben innerhalb der dem Konsortium angehörenden Unternehmen zu einem nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen haben, das privatisierte Unternehmen in die Pleite zu schicken. Insofern kann man getrost davon ausgeben, dass sich keine der Seiten bei der Geschichte mit Ruhm bekleckert hat.
Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 15:40
von vSzP
Na, mal schauen was in London jetzt besser wird. Der Zustand der Underground kam ja auch nicht erst in den letzten 4 Jahren der Privatisierung. Die öffentliche Hand hat davor 100 Jahre lang Zeit gehabt, das Netz den immer wachsenden Anforderungen anzupassen - da passierte auch nichts.
Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 18:26
von Konrad Grimm
War doch ein genialer Schachzug: Erst privatisieren (sprich: verkaufen und einen Haufen Geld einsacken), dann durch politische Vorgaben kaputt machen und schließlich für einen niedrigeren Preis wieder zurückkaufen.
Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 18:33
von vSzP
Naja, glaube nicht, dass der Preis für die Underground deren tatsächlichen Wert wiederspiegelte. Das Konsortium wird schon einen guten Preis ausgehandelt haben...
RE: Neoliberal? Asozial!
Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 19:53
von Joseph A. Gladstone
Original von Konrad Grimm
Oh ja, 4,5 statt 4,3 % Preisanstieg, wow!
Aber die gefühlte Preissteigerung ist deutlich höher, denn es betrifft vor allem die Produkte des alltäglichen Lebens.
Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 20:06
von Larifari
Ja, lang lebe der Zentralbankinflationismus.