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Jungspund
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Ich möchte nicht offensiv anklagen, sondern interessiert und diskussionsoffen fragen.

Ich habe Respekt vor friedlichen Religionsanhängern, die ihren Glauben für sich leben, also nicht aggressiv-missionarisch vorgehen und/oder ihre Religion als politisches Gesetz durchsetzen wollen. Außerdem anerkenne ich die zivilisatorische Disziplinierungs-Funktion, welche die Religion in der Menschheitsgeschichte für viele Menschen gespielt hat und spielt. Als moralische Orientierung und Grundlage der Sittengebung.

Die Frage geht allgemein an gläubige Menschen, aber speziell an Jünger der im Okzident prägenden (untereinander differenzierten) monotheistischen Weltreligion, dem Christentum (und von mir aus seiner Vorläuferreligion, dem Judentum):

Wie bringt man die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft und viele Glaubensgrundlagen des Christentums unter einen gedanklichen Hut?

(Es gibt natürlich auch den Kreationismus und andere "kreative" Ideen, die Ergebnisse der menschlichen Wissenschaft ganz oder teilweise als falsch abzulehnen.)

Christentum vs. Realität, Beispiel: Der Planet Erde existiert schon seit Jahrmillionen. Die Menschheit im Verhältnis dazu noch nicht lange existent.
- Warum sollte ein/mehrere Götter die Erde schaffen, um dann Jahrmillionen auf die Menschen zu warten, die der Grund für die eben diese Schöpfung sein sollen?
- Warum tauchen immer genau dann - und immer wieder und wieder, praktisch an der Nachfrage orientiert - Messies* auf, wenn gerade eine Religion gegründet werden soll, bzw. warum gibt es so viele angebliche göttlich gesendete Heilsbringer, die dann immer wieder neue Religionen hervorbringen, die allein von Gott als wahre Religion anerkannt werden?

- Warum sollte Gott die Menschen als Krone seiner Schöpfung hergestellt haben, wenn die Menschheit vermutlich irgendwann wieder ausstirbt, wie die anderen weniger entwickelten Säugetiere auch?

- Warum ist die Natur mehr und mehr erklärbar für den Menschen und das beinhaltet, dass man langsam beginnt, die biologisch-chemischen Prozesse im Gehirn des Menschen zu verstehen, die bei manchen Menschen für "religiöse" Erlebnisse sorgen und diese bei manchen Menschen nicht vorhanden sind. Hat Gott diese Menschen nicht ausgewählt? Was ist das für ein Gott, der alle seine Kinder liebt, aber vielen nicht die Religiosität ins Gehirn pflanzt.

Diese und andere biologische und psychologische Fragen kann man sich stellen. Und dass wie schon oben erwähnt, Glauben eine für viele Menschen wichtige Dienstleistung ist, die ihnen Orientierung auf dieser realen Welt gibt, ist vermutlich für die Zivilisation sinnvoll.

Aber warum glauben auch manche intelligente Menschen an Got. Menschen, die nicht verrückt sind, und oft produktive und sehr in der Realität/im Leben stehende Mitglieder der modernen Gesellschaft sind?

Bzw. wie lässt sich Gott in der heutigen Zeit noch begründen - außer als irdische Hilfs- und Sozial-Institution?

*Messias, konsonantische Deklination?
 

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Damian Fuller
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Beitrag von Peter Vain »

Nun ich denke viele dieser Fragen lassen sich auch mit der Theodizeefrage verknüpfen. Auf diese Frage wird man nie eine Antwort finden können, zumindest nicht ohne den Glauben zu zerstören.
 

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Peter Vain
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Original von Damian Fuller
*Messias, konsonantische Deklination?
Laut Wikipedia: Messiasse.
 

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Original von Damian Fuller
Bzw. wie lässt sich Gott in der heutigen Zeit noch begründen - außer als irdische Hilfs- und Sozial-Institution?
Psycho-pathologisch.
 

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Jungspund
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Original von Konrad Grimm
Psycho-pathologisch.
Eine nähere Erläuterung wäre vermutlich lesenswert. Wenn mal bei Gelegenheit dazu Lust und Zeit besteht.
 

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Damian Fuller
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Original von Damian Fuller
Wie bringt man die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft und viele Glaubensgrundlagen des Christentums unter einen gedanklichen Hut?
Gar nicht. Vernunft und Glauben sind unversöhnliche Gegensätze. Jeder Versuch, sie zu verbinden, muss zwangsläufig scheitern, und endet mit dem Triumph der einen Seite über die andere. Welche Seite siegt, hängt von der Art und Weise zusammen, wie die Verbindung konstruiert wird. Im Thomismus hat die Vernunft gesiegt, gottseidank.
 

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Isabella von Larifari, altimperianischer Adel
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Beitrag von Rainer Zufall »

Christentum vs. Realität
Diese tendenziöse Einleitung zeigt schon, daß du gar kein Interesse daran hast, dich mit dem Mysterium des Glaubens zu beschäftigen.
 

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Rainer Maria Zufall
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Jungspund

Beitrag von Damian Fuller »

Original von Rainer Zufall

Diese tendenziöse Einleitung zeigt schon, daß du gar kein Interesse daran hast, dich mit dem Mysterium des Glaubens zu beschäftigen.
Ok, versuche das "versus" für deine Lust darüber zu reden mal aus dem Protokoll zu streichen. ;) Ich bin tatsächlich nicht gläubig. Bei der Frage geht es mir aber nicht darum, warum ich glauben sollte oder nicht, sondern wie heutzutage Gläubige den Glauben mit (oder eben versus oder parallel oder kongruent etc.) der Realität verbinden können?
 

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Damian Fuller
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Beitrag von Larifari »

Original von Damian Fuller
sondern wie heutzutage Gläubige den Glauben mit (oder eben versus oder parallel oder kongruent etc.) der Realität verbinden können?
So wie sie es immer getan haben: Entgegenstehende Fakten werden wegdiskutiert, oder, wenn das nicht geht, ignoriert.
 

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Isabella von Larifari, altimperianischer Adel
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Beitrag von Rainer Zufall »

Ich schreibe vielleicht etwas dazu, wenn ich nicht so hundelendmüde bin wie jetzt, tschuldige :D
 

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