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Verfasst: Mi 3. Okt 2007, 16:46
von Matt Suchard
Original von Oliver von Palm
In einem Land wie Deutschland braucht man nun mal ein mehrgliederiges Schulwesen, schon um die Lernwilligen von den Lernunwillgen zu trennen.
Wie wäre es mit Konzentrationslagern - im Sinne von Konzentrationslagern und nicht von Tötungslagern - für Schulschwänzer? Wenn man schon dabei ist, kann man auch welche für Homosexuelle, Ausländer, Religiöse, Arme, Kranke, usw. einrichten.

Verfasst: Mi 3. Okt 2007, 16:50
von Oliver von Palm
Original von Matt Suchard

Ach, so ein Humbug. Ich kann gut damit leben, welche Ansichten Du hast. Nur ist alleine deine Art, wie Du sie vertrittst, ekelhaft.

Ich glaube niemand ist zufrieden, wie die Wiedervereinigung in dieser Form lief. Aber sinnreich und richtig war sie allemal, da somit 16 Mio. Menschen die Möglichkeit gegeben wurde ein vernünftiges Leben unter mehr oder weniger demokratischen Umständen zu haben.

Du allerdings bist einer dieser typischen Idioten (wie im Übrigen auch mein Mitbewohner oder auch ein anderer Freund), die die Wiedervereinigung per se als schlechte Sache ansehen, da dadurch die ach so erfolgreiche BRD ja so dermaßen geschädigt wurde.
Schauen wir uns doch mal die nackten Zahlen an: Seit der Wiedervereinigung stiegen die Schulden der Bundesrepublik Deutschland um das 3-Fache, von 500 Milliarden Euro auf 1,5 Billionen! Diese 1 Billion entspricht ungefähr dem, was über den Solidarpakt zusätzlich in den Osten gepumpt wurde.

Schauen wir uns auch mal den Länderfinanzausgleich an: Vor der Klage Bayerns, BWs und Hessens standen die 3 Länder vor dem Finanzausgleich an erster Stelle beim Haushalt, danach standen sie an letzter Stelle. Normal?

Das Problem war und ist in der Tat, wie Sascha sagte, dass man den Osten subventioniert. Und es kommt dabei bislang wenig raus. Nach fast 20 Jahren sollte der Osten eigentlich in der Lage sein, sich selbst zu tragen. Ist er aber nicht, vermutlich auch, weil die Solidarmittel weiter fließen. Vpr allem ist die Staatsgläubigkeit nie bekämpft worden.

Wenn ich mir da im Gegenzug Polen, Tschechien etc. ansehe, die nach der Demokratisierung ähnliche Probleme hatten....

Verfasst: Mi 3. Okt 2007, 16:51
von Oliver von Palm
Original von Albert von Rotbart

Das der Solizuschlag von allen getragen wird, ist aber bewusst ?(
Wie viel wird da wohl im Osten anfallen :rolleyes:? Den Hauptteil zahlt nach wie vor der Westen, der von diesen Mitteln trotz strukturschwacher Regionen nichts sieht.

Verfasst: Mi 3. Okt 2007, 16:55
von Amber Marie Ford
Für diesen Solisubventionsdreck können die Menschen welche auf dem Gebiet der ehemaligen "DDR" leben aber nun mal gar nichts, der wurde von westdeutschen Politikern erdacht, und westdeutsche Politiker sind es auch, welche die Schaffung von Sonderwirtschaftszonen im ehemals sowjetisch besetzten Teil Deutschlands nicht zu lassen würden ;)

Verfasst: Mi 3. Okt 2007, 16:57
von Baudouin de Billancourt
Original von Albert von Rotbart
Das der Solizuschlag von allen getragen wird, ist aber bewusst ?(
Das ist gleich. Mir ist vor allem bewusst, dass Geld vom Westen in den Osten fließt (und dabei fast nur verschwendet wird, den Menschen kommt das kaum zu Gute).

Verfasst: Mi 3. Okt 2007, 16:59
von Oliver von Palm
Original von Amber Marie Ford
Für diesen Solisubventionsdreck können die Menschen welche auf dem Gebiet der ehemaligen "DDR" leben aber nun mal gar nichts, der wurde von westdeutschen Politikern erdacht, und westdeutsche Politiker sind es auch, welche die Schaffung von Sonderwirtschaftszonen im ehemals sowjetisch besetzten Teil Deutschlands nicht zu lassen würden ;)
Tja, aber wehren tun sich die Leute nun auch wieder nicht. Interessant ist, dass eigentlich niemand so genau zu wissen scheint, was nun "teilungsbedingte Sonderlasten" sind.

Verfasst: Mi 3. Okt 2007, 17:00
von Oliver von Palm
Original von Baudouin de Billancourt

Das ist gleich. Mir ist vor allem bewusst, dass Geld vom Westen in den Osten fließt (und dabei fast nur verschwendet wird, den Menschen kommt das kaum zu Gute).
Richtig. Jedes Dorf musste damals eine Umgehungsstraße bauen und schöne Gewerbeflächen ausweisen, die Verwaltungsgebäude wurden meist auch noch aufgemöbelt.

Verfasst: Mi 3. Okt 2007, 17:01
von Amber Marie Ford
Nein, sie wehren sich nicht, das stimmt. Im Ruhrgebiet wehrt sich auch keiner gegen die Milliarden an Steinkohlesubventionen. Oder im z. B. Münsterland gegen die noch vielen Milliarden mehr an Subventionen für die Landwirtschaft ;)

Verfasst: Mi 3. Okt 2007, 17:12
von Matt Suchard
Original von Oliver von Palm

[...]
Du kannst oder willst es nicht kapieren. Ich stimme dir in allen Punkten voll und ganz zu. Wenn ich sehe, dass jede Kleinstadt in Brandenburg sämtliche Infrastruktur für eine Stadt der zweifachen Größe hat (die Kläranlage in meiner Heimatstadt wurde für 50.000 Menschen konzipiert, die tatsächliche Nutzung wird von ca. 15.000 Menschen verursacht...) kommt mir auch die Galle, Kotze und was weiß ich nicht alles hoch.

Aber was hat das mit der Wiedervereinigung an sich zu tun?! Rein gar nichts. Das sind die Großmachtsphatasien vieler, ich traue es mich gar nicht zu sagen, Westdeutscher gewesen. Ganz nach dem Motto: "Los, wir nehmen jetzt mal die DDR auf und haben dadurch ein ewigwährenden, unersätzlichen Absatzmarkt und 16 Mio. dankbare Bürger. Wuhu!"

Ich halte es da eher mit Günther Grass, der damals und wohl noch heute die Meinung vertrat, dass man die DDR in eine Art Sonderwirtschaftszone umwandelt und die Wirtschaft, das Volk, die Kultur langsam und schrittweise auf Marktwirtschaft und Demokratie vorbereitet. Sozusagen für ein freies Leben schult.

Das es nicht klappen kann, dass man die Grenzen einfach fallen lässt und Tausende von Gesetzen, Verordnungen, Erlässen, etc. über ein völlig anderes Gesellschaftsmodell überstülpt, ist ja nun wirklich klar wie Klosbrühe.

Schuld an dieser ganzen Misere, sind also nicht die Ossis, sonderen die Wessis. Die haben ja Kohl und Co. gewählt. :tongue: ;)

Verfasst: Mi 3. Okt 2007, 17:21
von Oliver von Palm
Gut, dem kann ich mich anschließen ;)