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Verfasst: Sa 30. Jun 2007, 16:18
von Oliver von Palm
Original von Konrad Grimm
Nun, religiöse Menschen phantasieren ja offensichtlich gerne was zusammen. Von daher: Ja.
Im übrigen klärt das die Motivlage auf. Hier haben wir eine Verrückte, die daran glaubt, dass ein hingerichteter Sektenführer drei Tage nach seiner Hinrichtung wieder auferstanden ist, an ein Märchenbuch, in dem Menschen übersinnliche Wesen sehen und Stimmen hören, und an ein grausames und willkürliches Überwesen, das man anbeten muss, und nicht zuletzt an dessen vorgebliche Gebote, die tatsächlich nichts als die totalitären Lehren greiser Tyrannen sind; die ihre Tochter in der lebens- und sexualitätsfeindlichen Ideologie wider ihre natürlichen Triebe erzieht und damit der Selbstentfremdung Vorschub leistet. Eine Tochter, die diese verfehlte Erziehung heimlich durch frühreifen, übersteigerten Sexualtrieb kompensiert, was sie natürlich hinterher aus Angst vor der Mutter abstreitet.
Wer sich hier nicht an
Arthur Millers "Hexenjagd" erinnert fühlt, der hat das Stück wohl nie gesehen.
Null Toleranz für Ideologen, null Toleranz für Metaphysik und Religion!
Nicht nur Verrückte glauben an Gott. Aber nur Verrückte glauben, dass ein liebender Gott erst unperfekte Wesen schafft, ihnen dann diese mangelnde Perfektheit vorwirft und sie für den Fall, das sie ungehorsam sind ewig bestraft. Der grausame "Bibeltreue-Christenfanatiker--Rachegott" ist kein liebendes Gottesbild, sondern ein erdachter Kontrollfreak.
Verfasst: Sa 30. Jun 2007, 16:23
von Fiete Schulze
Ich halte es da mit Erich von Däniken, das waren alles Außerirdische

Verfasst: Sa 30. Jun 2007, 16:23
von Konrad Grimm
Original von Oliver von Palm
Nicht nur Verrückte glauben an Gott.
Für meine Begriffe ist Religion per se eine Psychose (vielleicht hat aber auch Freud Recht und es ist eine Neurose, das will ich nicht ausschließen)
Verfasst: Sa 30. Jun 2007, 16:28
von Oliver von Palm
Original von Fiete Schulze
Ich halte es da mit Erich von Däniken, das waren alles Außerirdische
Lies mal "Das Sphinxsyndrom" von Walter Jörg Langbein. In der Genesis ist vermutlich tatsächlich von Außerirdischen die Rede. Dort steht zum Beispiel Gott in der Mehrzahl, also "Elohim". Da steht auch in Wirklichkeit nicht "Am Anfang erschuf Gott Himmel und Erde", sondern "Aus dem, was gewesen ist im Anfang erschufen die Götter Himmel und Erde".
Der Mensch könnte wirklich ein extraterretrisches Genprojekt gewesen sein. Bei der sog "Sintflut" wurden dann missratene Exemplare "verschrottet" und die guten überlebten.
Verfasst: Sa 30. Jun 2007, 16:28
von Oliver von Palm
Original von Konrad Grimm
Für meine Begriffe ist Religion per se eine Psychose (vielleicht hat aber auch Freud Recht und es ist eine Neurose, das will ich nicht ausschließen)
Du könntest dann gleich jede Art Ethik zur Psychose erklären.
Verfasst: Sa 30. Jun 2007, 16:45
von Konrad Grimm
Original von Oliver von Palm
Du könntest dann gleich jede Art Ethik zur Psychose erklären.
In der Tat. "Mensch, es spukt in deinem Kopf!", sagt Stirner. Die ganze Menschheitsgeschichte ist eine Abfolge wirrer Ideen, Phantastereien, zusammengereimte Spinnereien ohne irgendeine Grundlage. Die Welt ist ein Narrenhaus, dessen Insassen um ihre fixen Ideen tanzen. All die Ismen - Nonsens. Was wir mit unserem Verstand anstellen, ist geradezu Mißbrauch der neuronalen Strukturen, die wir durch den Evolutionsprozess gewonnen haben. Statt sie dafür zu verwenden, was sie können - nämlich rein instrumentell - phantasieren wir uns irgendwas zusammen, pseudo-intellektualisieren unsere Gefühle. Die ganze Frage der Ethik "Was soll ich tun?" lässt sich mit einem Wort beantworten: Nichts! Es gibt kein (kategorisches) Sollen! Tu, was du willst! (Dieser Satz sieht zwar aus, wie ein Sollenssatz, ist aber keiner: Denn es ist genau das, was wir tun werden, wenn wir uns eben nicht an einen Sollenssatz halten)
Hören wir auf, unserer Gefühlswelt eine pseudo-rationale Grundlage anzudichten. Was wir tun sollen, das sagen uns allein unsere Gefühle und Triebe. Und stets handeln wir egoistisch, ob wir wollen oder nicht. Unser Verstand leistet nur das eine: Er ist ein Hilfsmittel, um das zu bekommen, was wir wollen.
Schluß mit all den Ideen, Idealen, Schluß mit all dem Spuk!
Verfasst: Sa 30. Jun 2007, 16:50
von Oliver von Palm
Satanist?
Verfasst: Sa 30. Jun 2007, 17:10
von Konrad Grimm
Original von Oliver von Palm
Satanist?
Satan ist doch schon wieder eine Idee. Vordergründig mögen da Ähnlichkeiten bestehen. Tatsächlich liegen Welten dazwischen. Der Satanismus ist nur ein neuerlicher Geist.
Nein, ich bin Eigner. Einziger. Egoist (grade das ist aber ein mißverständlicher Begriff, denn nach Stirner - und damit deckt er sich mit der Annahme der heutigen Psychologie - ist jeder Mensch ein Egoist, der eine ein frei[willig]er, der andere ein unfrei[willig]er).
Eigentlich nur, denn "Namen nennen mich nicht", Ich (wieder ein Name; diese Schwierigkeit drückt Stirner aus mit den Worten: "Was ich sage, das meine ich nicht - und was ich meine, das ist unsagbar"). In gewissem Sinne, Nihilist ("Stell ich auf mich, den einzigen, meine Sache, dann steht sie auf dem vergänglichen, dem sterblichen Schöpfer seiner, der sich selbst verzehrt, und ich darf sagen: Ich hab mein Sach' auf NICHTS gestellt.") - aber eben nur in gewissem Sinne.
Es ist Abschluss der Aufklärung, Selbstnegation der Philosophie, Auflösung der Geistesgeschichte.
Verfasst: Sa 30. Jun 2007, 17:36
von Oliver von Palm
Hm, Sascha hatte also mit seiner Vorhersage dich betreffend Recht, Thorsten. Vom Konservativen über den Libertären hin zum Nihilisten. Wow. Steile Karriere.
Verfasst: Sa 30. Jun 2007, 17:42
von Konrad Grimm
Ja, und ich kann sagen: Ich fühle mich gut dabei.