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Verfasst: Di 30. Sep 2008, 14:53
von Oliver von Palm
Übrigens: Es wäre vermutlich sinnvoller, den Dollar massiv abzuwerten.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 14:54
von Konrad Grimm
Original von Oliver von Palm
Also bitte Leute: Die Finanzkrise dümpelt schon seit mehr als einem Jahr vor sich hin und hat auch jetzt erstmal nur eine Immobank erwischt (man könnte sagen: Die deutsche Version von Fanny Mae). Sollte es dazu kommen, dass Geldinstitute einbrechen, wird der Staat nötigenfalls mehr Schulden machen, um das Problem zu kompensieren.
Das kann der Staat gar nicht. Die lächerlichen 30 Milliarden - die Deutschland nicht hat und mit denen man jetzt versucht, den führenden europäischen STAATSFINANZIERER (Treppenwitz!) zu retten - sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Blick in die Bilanz von HRE zeigt: Das ist nur ein Viertel des absehbaren Liquiditätsbedarfs.
Die US haben die 700 Milliarden auch nicht, die jetzt zu verteilen gedenken, und das hilft auch nix, wenn's durchkommt.

Und wenn: Die Amis kriegen das Geld momentan von den Chinesen. Noch. Chinas Regierung ist hypernervös geworden, weil man Amerikas Zahlungsfähigkeit bezweifelt. Fangen die Chinesen an, ihre Dollars abzuverkaufen, ist der Ofen aus. Weltweit.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 14:55
von Konrad Grimm
Original von Oliver von Palm
Übrigens: Es wäre vermutlich sinnvoller, den Dollar massiv abzuwerten.
Es wird seit Wochen über die Möglichkeit einer Währungsreform im Dollar-Euro-Raum spekuliert.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 14:59
von Oliver von Palm
Die USA werden um eine solche Reform eh nicht herumkommen. Der Dollar ist wertlos.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 15:02
von Konrad Grimm
Und zu den Möglichkeiten des Staates:

Hans Redeker, Leiter der Abteilung Währungsstrategie der BNP Paribas, heute: "Die Europäische Zentralbank ist am Ende ihrer Möglichkeiten. Die EZB kann nichts mehr tun, da Liquiditätsspritzen inzwischen jede Wirkung verloren haben." Das schönsten Satz lasse ich mal im Original: "There is a risk that the whole system will blow up in days."

Bumm!

Im Kontrast dazu was von Positivmeldungen zu halten ist:

Behauptet da doch die Hypo Real Estate noch in ihrem letzten Quartalsbericht, dass selbst "in einem worst case Szenario" keine Liquiditätsengpässe zu befürchten seien. Selbstverständlich ein Bericht, den meine besonderen Lieblinge, die Wirtschaftsprüfer, hier KPMG, mit unterzeichnet haben.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 15:07
von Konrad Grimm
Das ganze Sch...-System bricht grade zusammen. Ich muss noch Champagner kalt stellen.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 15:10
von Oliver von Palm
Und was hast du davon, wenn der Markt zusammenbricht? Gibt es da irgendwas zu frohlocken oder bist du tatsächlich schon jetzt ein Idiot?

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 15:16
von Baudouin de Billancourt
Original von Konrad Grimm
Hierbei könnte es durchaus sinnvoll sein, einen Teil in Zehn-Euro-Silbermünzen zu stecken.
Endlich finde ich gehör! ;)
Ansonsten ist es für Edelmetalle erstens zu spät - die Edelmetallhändler haben nichts mehr, die physischen Bestände sind leergekauft
Noch nicht ganz.
Wer jung, gesund ist und fähig, der hat immer die besten Karten.
Das stimmt.

Wenn Ihr mich fragt - was Ihr natürlich nicht tut: die Krise wird wahrscheinlich ein wenig schlimmer als damals am Neuen Markt, aber von einem Crash wird man auch nicht sprechen können. Eigentlich platzt da nichts, da geht Luft raus - und das langsamer als ich dachte.
Was jetzt von zentraler Bedeutung ist: die Staaten sollen bloß die Finger davon lassen! Wenn die USA die 700 Milliarden bewilligen, werden alle ein wenig ruhiger und alles wird langsamer verlaufen. Aber innerhalb der nächsten Jahre wird man dann eine Inflation bekommen, die es seit vielen Jahrzehnten nicht mehr gab.

Ich stell lieber Bier kalt als Champagner - in der Hoffnung, dass die Krise einerseits nicht zu schlimm wird und mein "Dreck" dennoch in die Höhe schießt :D

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 15:27
von Konrad Grimm
Und was hast du davon, wenn der Markt zusammenbricht? Gibt es da irgendwas zu frohlocken oder bist du tatsächlich schon jetzt ein Idiot?
Das ist die Lust an der Sintflut, denn diesmal ersaufen die richtigen. Unsere sogenannte Elite ist eine Katastrophe. Wenn ich da nur mal an persönlich bekannte Beispiele denke, die diese Gesellschaft lenken.

Nehmen wir den Bankvorstand. BWL-Studium. Begüterte Heirat. Mitglied des Vorstands einer hochinnovativen Pleitebank. Eigene Bankgründung rechtlich durchgesetzt gegen die Bankaufsicht. Verlogenes Bankkonzept, das vor allem seine Taschen gefüllt hat. Alkoholiker. Tja, liebe Bankchefs, ihr seit die ersten, die's jetzt erwischt. Auf Wiedersehen!
Nehmen wir den KPMG'ler. Herkunft aus begütertem, aber lieblosem Elternhaus, Anwaltsfamilie. Studium in Oxford. Dauerkonsument von Alkohol, Tabak und diverser illegaler Drogen. Im zwischenmenschlichen Umgang ein gleichgültiges, ignorantes Schwein. Denke ich mir doch: Tja, liebe Freunde von KPMG, ihr seid bald nur noch abgestandene Buchstabensuppe. Auf Wiedersehen!
Nehmen wir die Abgeordnete. Elitegymnasium, Kurzzeit-Model, gute Heirat. Rascher politischer Aufstieg dank dadurch gewonnenem wirtschaftlichen Backround. Kokainsüchtig. Einer der Söhne ist "bei einem tragischen Unfall" nachts von Dach gesprungen. Tja, liebe Volksvertreter: die etablierte politische Kaste spült der Wähler ja jetzt schon aus den Parlamenten. Und Wirtschaftskrisen sind der übliche Nährboden für Revolutionen. Auf Wiedersehen!

Soll ich weitermachen?

Wenn unser ganzes System samt seiner Akteure einfach nur zugrunde geht, dann wäre das immerhin das einzig positive an ihm.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 15:32
von Oliver von Palm
Das Leben ist ein Stück komplizierter als du denkst.