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Verfasst: Mi 31. Okt 2007, 23:05
von Montgomery Scott
Das möchte ich bestreiten. Im Grunde ist das aber natürlich jedes Menschen persönliche Angelegenheit, die wie gesagt nicht falsifizierbar ist.

Verfasst: Mi 31. Okt 2007, 23:22
von Vasiliki Galanis
Original von Montgomery Scott
Das möchte ich bestreiten. Im Grunde ist das aber natürlich jedes Menschen persönliche Angelegenheit, die wie gesagt nicht falsifizierbar ist.
Ich glaube kaum, dass es Menschen gibt, die alle ihre Entscheidungen aus rein rationalen Erwägungen treffen. Sei es die Vorliebe für schnelle Autos oder eine Begeisterung für Fußball (Es ist wohl ziemlich irrational, schlechte Laune zu haben, weil die Lieblingsmannschaft verloren hat.): alle dies ist mit einer Religion durchaus vergleichbar, nämlich das Treffen von Entscheidungen "aus dem Bauch heraus", ohne rationale Grundlage.

Verfasst: Do 1. Nov 2007, 00:56
von Larifari
Original von Vasiliki Galanis
"Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen, die Religion aber braucht er zum Handeln."

Max Planck
Das ist Kantianismus. Einfach widerlich.

Verfasst: Do 1. Nov 2007, 02:01
von Montgomery Scott
Original von Vasiliki Galanis

Ich glaube kaum, dass es Menschen gibt, die alle ihre Entscheidungen aus rein rationalen Erwägungen treffen. Sei es die Vorliebe für schnelle Autos oder eine Begeisterung für Fußball (Es ist wohl ziemlich irrational, schlechte Laune zu haben, weil die Lieblingsmannschaft verloren hat.): alle dies ist mit einer Religion durchaus vergleichbar, nämlich das Treffen von Entscheidungen "aus dem Bauch heraus", ohne rationale Grundlage.
Nein, ohne rationale Grundlage heißt nicht gleich religiös. Kein Mensch agiert völlig rational, allein schon, weil das Leben nicht rational begründbar ist (und da liegt ja die Ursache für die ganze Problematik). Glaube bedeutet aber, dass ich etwas als wahr und in seiner Existenz sinnstiftend annehme, nicht weil es zu meinen rational überprüften Beobachtungen passt sondern weil es mir die einfachen und entgültigen Antworten auf meine persönlichen philosophischen Fragen gibt, die ich gerne hätte.

Verfasst: Do 1. Nov 2007, 12:57
von Damian Fuller
Original von Vasiliki Galanis
Sei es die Vorliebe für schnelle Autos oder eine Begeisterung für Fußball (Es ist wohl ziemlich irrational, schlechte Laune zu haben, weil die Lieblingsmannschaft verloren hat.): alle dies ist mit einer Religion durchaus vergleichbar, nämlich das Treffen von Entscheidungen "aus dem Bauch heraus", ohne rationale Grundlage.
Ja, aber das ist alles biologisch und psychologisch begründbar, auch die Irrationalität des Menschen. Und die Forschung findet auch mehr und mehr heraus. warum manche Menschen glauben und manche nicht etc. DAher ist ja die Frage, wie man noch glauben kann, wenn man wissen kann, dass dies nur eine (eventuell biologisch-psychologisch sinnvolle) Erfindung des menschlichen Geistes ist.

Verfasst: Do 1. Nov 2007, 13:00
von Larifari
Original von Damian Fuller
Und die Forschung findet auch mehr und mehr heraus.
Tut sie das? Ich habe den Eindruck, dass sich die Psychologie heute vor allem auf das Messen von Hirnströmen verlegt. Wenn man Hirnströme gemessen hat, weiß man dann wirklich etwas über das menschliche Bewusstsein, über die Psyche und ihr Funktionieren? Oder weiß man dann etwas über das Gehirn? Ist das Gehirn gleich die Psyche? Ich glaube nicht. Ich glaube, dass die sog. Neuropsychologen methodisch sehr unsauberen Unsinn abliefern, vor allem, wenn sie über die Frage nach Freiheit und Determinismus sprechen. Das kann man nicht ernst nehmen.

Verfasst: Do 1. Nov 2007, 13:16
von Larifari
Original von Montgomery Scott
allein schon, weil das Leben nicht rational begründbar ist (und da liegt ja die Ursache für die ganze Problematik).
Wenn Du meinst, dass das Leben nicht rational begründbar ist, dann steht Dir immer noch der Suizid offen. Eine "irrationale Begründung" jedenfalls ist eine contradiction in terms.

Verfasst: Do 1. Nov 2007, 13:19
von Damian Fuller
Original von Larifari
Wenn Du meinst, dass das Leben nicht rational begründbar ist, dann steht Dir immer noch der Suizid offen. Eine "irrationale Begründung" jedenfalls ist eine contradiction in terms.
Sobald man sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens macht (zum Beispiel in der Videothek) macht man sich ja schon mit seiner Ratio auf, nach Erkenntnis zu streben.

Und wenn man während dieser seiner rationalen Überlegungen über das Leben dann wieder ins irrationale abschweift, dann kann man es auch gleich lassen.

Die Erklärung, dass das Spaghetti-Monster uns geschaffen hat ist genauso irrational plausibel wie die, das Der Vater eines jüdischen Sektenführers oder der Gott der Waldfeen uns geschaffen hat.

Verfasst: Do 1. Nov 2007, 22:26
von Michael Schneider
Im Prinzip ist doch Religion der Versuch etwas rational zu erklären. Nicht anders ist doch die Naturwissenschaft: der Versuch aufgrund einer Vorstellung ein Modell zu erstellen von etwas. Nur wird der Beweis vermutlich unmöglich (außer Gott möchte sich allen Menschen während ihres Lebens und nicht danach körperlich wirklich offenbaren).

Verfasst: Do 1. Nov 2007, 23:39
von Larifari
Original von Michael Schneider
Im Prinzip ist doch Religion der Versuch etwas rational zu erklären.
Mythos ist nicht Logos. Schon mal von gehört?