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Verfasst: Fr 14. Sep 2007, 22:41
von Denise M. Connor
Worin ich ein Problem sehe? Mit Verlaub Herr Sekretär, aber es scheinen hier viele von Blindheit geschlagen zu sein.
Dieses Gesetz ist der erste Schritt zu einer Unabhängigkeit Imperias, das ist meine Meinung, und diese vertrete ich auch.
Der designierte Imperialkanzler hat mit guter Umschreibung, und feiner Wortwahl gesagt, dass er Imperia unabhängig machen will. Jetzt hör ich schon wieder alle Aufschreien von wegen §3 besagt aber doch usw.... und die Erde ist eine Scheibe.
Entschuldigen Sie bitte, dass ich jetzt etwas direkter geworden bin, aber anscheinend versteht mich sonst keiner. Sollte dieses so weiter gehen, wird es zum Verfassungsbruch kommen, das schaue ich mir als stolze Imperianerin nicht mit an!
Verfasst: Sa 15. Sep 2007, 00:22
von Maximilian von Rohan-Mason
*begibt sich an das Rednerpult*
Hohes Haus, Imperianer!
Das Aufheben, welches betreffend dieser Sachfrage veranstaltet wird, ist keineswegs auf den reinen Inhalt dieses Antrags zurückzuführen. In der Tat wäre es keine neue Situation, und erst recht keine Änderung mit weitreichenden Folgen, wird dieser Antrag in Kraft gesetzt. Ich darf daran erinnern, dass die Verfassung der Republik Imperia, welche vor der derzeit gültigen in Kraft war, mit der Zeit ebenfalls die Unionsmitgliedschaft nicht ausdrücklich festhielt, und auch bei der alten Verfassung wurde dies nachträglich verfügt - getragen notwendigerweise von dem Großteil der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Konsequenzen, wenn auch damals schon rüde und oftmals polemisch vorhergesehen und vorgeworden, hatte dies im faktischen Bereich nicht. Sie alle wissen es: Imperia ist Bestandteil der Union, Imperia prägt diese Union.
Die emotionale Aufheizung dieser Debatte ist eine rein symbolische. Was ist unsere Priorität? Unsere Imperianische Nation, oder eine multikulturelle und verfassungspatriotisch legitimierte "Nation", die uns die Union in den letzen Jahren gegeben hat. Und ich kann verstehen, dass eine Wahl hier kaum möglich ist. Stellt man sich die Frage, welche dieser Varianten man unterstützt, dann gibt es keine richtige Antwort und in der Konsequenz nur Verlierer.
Wir können nicht, um ein symbolhaftes Datum zu benennen, die seit 1366 bestehende Tradition, Kultur und das entstandene Nationalbewusstsein einfach fallen lassen und bedingungslos Neues adaptieren. Dazu sind wir viel zu sehr in diesem Land verwurzelt - wir alle, die hier aufgewachsen sind, leben das Erbe dieser Zeit und sind Erbe dieser Zeit. Das imperianische Volk hat sich trotz des Aufgebens seiner nationalen Selbständigkeit dieses Erbe immer bewahrt. Wird zur Parlamentseröffnung die Landeshymne gespielt, so stehen wir alle auf, und besingen einen Kaiser, den es seit langem nicht mehr gibt, und eine Epoche, die seit einiger Zeit vergangen ist. Unsere Fahne ist die der Monarchie und des historischen Zusammenkommens der Imperianischen Völker in einer Nation. Unser Staatsoberhaupt, wenn auch nicht offiziell formuliert, ist ein Wahlmonarch zur Vertretung des Kaiser. Nein, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, unser Erbe ist fest verwurzelt in diesem Land.
Und daraus ist verständlich, welch Ärger unter vielen Imperianern entsteht, wird dieses Erbe und der Wille, es wahren zu wollen, mit, um zu zitieren: "Verrätern, Terroristen und Mördern", gleichgesetzt. Daraus mag sich auch die Forderung nach weitreichenden Konsequenzen ergeben.
Aber wir müssen die Räson bewahren. Genauso, wie es vermessen ist, das Erbe unserer Nation nicht anzuerkennen, so ist es doch genauso fragwürdig, den sinnvollen Verfassungspatriotismus und die multikulturelle Identität unserer Union abzulehnen. Es gibt die Werte, die die Völker unserer Union verbinden. Das streben nach Freiheit, Demokratie und Sicherheit. In diesem Streben ist unser Land dieser Union beigetreten, und hat es in Folge ebenso mitgestaltet, wir die ursprünglichen Länder dieser. Entsprechend ist die Union in der Form, wie sie existiert, mit aktiver Teilnahme und Unterstützung des Landes Imperia, aber auch seiner Bürgerinnen und Bürger entstanden. Die Frage des Bewusstseins für die Union ist freilich eine abstraktere, weil weniger auf gewachsener Tradition, geschweige denn auf der viel zitierten "Schicksalsgemeinschaft" einer Nation beruhende.
Daher kann man heute nicht sagen, man sei.... *von Rohan-Mason hält kurz inne* Unionsbürger oder Imperianer. Wir alle sind sowohl als auch. Der Nenner in diesem Land ist immer die Unionsbürgerschaft, der Zähler die Landeszugehörigkeit. Wir vergessen all das positive, welches uns diese Demokratische Union gegeben hat, und treiben ihre Zersetzung unaufhörlich voran, wenn wir diesen Dualismus vergessen.
Die Union muss ihre Länder als ihre Grundlage und ihr Fundament akzeptieren und die Länder werden in Folge dessens den Nutzen der Union - die leider daran gemessen werden muss, weil dieses Land eine Wahlgemeinschaft, und keine entstandene Schicksalsgemeinschaft ist! - anerkennen und sich mehr und mehr mit ihr identifizieren, damit eben genannte Gemeinschaft einer Nation in Zukunft entstehen kann; mehr zumindest, als es jetzt der Fall ist. Freilich ist diese Entwicklung auch ins stocken geraten, weil sich die Union in einigen Fällen falsch verhalten hat, und tatsächlich derzeit eher als Konföderation mit faktisch nicht vorhandenem aber jederzeit durchsetzbarem Sezessionsrecht ist. Diesen Präzidensfall hat die Union in ihrem Verhalten bzgl. Vesteran selbst geschaffen, und das Volk hat im Endeffekt diesen Sachverhalt legitimiert.
Es ist nun an beiden, der Union und den Ländern, den unglaublichen Missstand zu beheben, dass "Union" und "Länder" als konträrer Pole wahrgenommen werden. Solange dies geschieht, ist keine Einigung nötig und auch kein weiterkommen in der Entwicklung dieser unserer Union. Dazu braucht es die Synergieeffekte, die es vermögen, sieben Länder und eine Union zu einem hochmodernem und hochsinnigen Gebilde zu machen.
Der Hauruckstil der Debatte, der unsägliche Tonfall einiger Kombatanten und übertriebene Forderungen werden uns dabei nicht helfen. Wir verlieren darüber nur das Ziel aus den Augen, für Union und seine Länder eine bessere Zukunft zu erreichen.
Verehrte Landsleute, ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Verfasst: Sa 15. Sep 2007, 04:54
von Jonathan Metternich Hughes
Bedeutet dem Sekretär, dass er das Wort ergreifen will, und hält dann inne, um seinem einstigen politischen Mentor nicht öffentlich zu widersprechen.
Verfasst: Sa 15. Sep 2007, 10:13
von Oliver von Palm
Liebe Kollegen, Herr Unionspräsident,
ich möchte offen und ehrlich sein: Die Union, der wir angehören, hat im Augenblick nicht mal einen Namen, geschweige denn ist sie eine gewachsene Schicksalsgemeinschaft. Wer kann von sich schon wirklich behaupten, sich mit der Union identifizieren zu können? Wenn wir alle mal ehrlich zu uns selbst sind, werden wir zugeben müssen, dass niemand das kann. Manche Unionspoliitker wollen uns glauben machen, dass es ginge und wollen aus der Union einen Zentralstaat machen. Was bliebe dann von den einzelnen Völkern? Sie würden in einer monokulturellen Masse untergehen, aus der der Einzelne sich dann die Rosinen herauspickt. Ich möchte gerne ein Zitat aus der Bibel ein wenig abwandeln, weil es für meine Begriffe passt: Gebt der Union, was der Union ist, aber gebt den Ländern, was der Länder ist! Sie sind es, die die kulturelle und geschichtliche Überlieferung tragen. Die Union ist ein künstliches Gebilde, erst wenige Jahre alt.
Wir sollten die Union schätzen, sie aber auch nicht überbewerten. Statt ihr mehr Kompetenzen zu geben, sollte man sie eher auf wenige Kernfragen begrenzen und den Ländern wieder mehr Kompetenzen zurückgeben. Denn wirkliche Freiheit und Demokratie brauchen Subsidiarität, brauchen starke Länder.
Verfasst: Sa 15. Sep 2007, 11:34
von Jonathan Metternich Hughes
:klatsch:
Verfasst: Sa 15. Sep 2007, 11:43
von Literoy Goldheart
Mit einer gewissen Sorge sehe ich, wie in der gesamten Demokratischen Union Kraft darauf verschwendet wird, sich eben jener Union zu entziehen.
Diese Demokratische Union macht aus dem Mitgliedsländern mehr als nur die Summe aller Teile. Sie hat uns nach innen gestärkt. Und das wir nach außen schwach sind, ist wohl nicht ihre schuld, sondern der Tatsache geschuldet, dass wir alle unsere Energie nach innen fokusieren.
Ich kenne keinen Fall, in dem die Union dafür sorgte, das wir zu einem kulturellen "Brei" wurden. Kein Fall, in dem uns etwas genommen wurde, was wir vorher liebgewonnen hatten. Ich persönlich sehe mich als Bürger der Demokratischen Union, weil sie mir Frieden gebracht hat, mehr wirtschaftliche Möglichkeiten und mehr Flexibilität als das alte, versiffte, Kaisertum. Ich will nicht wieder zurück in ein kleines Imperia, wirtschaftlich schwach, alten Zeiten nachweinend, als wir noch so groß und stark waren und jeder uns liebte, weil wir ihm sonst die Fresse eingetreten hätten.
Ja, gebt den Ländern was den Ländern gebührt. Gebt ihnen eine starke Union in Einigkeit. Macht aus der Union nicht ein Abstraktum, auf das man alle Schuld schieben kann. Obwohl ich zugeben muss das so etwas ungemein praktisch ist.
Mein Name ist Literoy Goldheart, ich bin Bürger der Demokratischen Union.
Verfasst: Sa 15. Sep 2007, 12:04
von Jonathan Metternich Hughes
Herr Sekretär,
das Pathos des Kollegen Goldheart ist natürlich grundsätzlich ungemein herzerweichend, an dieser Stelle jedoch völlig fehl am Platz. Ich habe bereits ausgeführt, dass es an dieser Stelle darum geht, eine Warnung an die Union zu senden. Das, was die Kollegin Heidenberg abschätzig mit "Die Erde ist eine Scheibe" gleichsetzt, ist nichts weniger als eine Gesetzesvorschrift der Republik Imperia. Es geht in dieser Angelegenheit nicht um einen Austritt aus der Demokratischen Union: Sondern darum, dem Maloch in Manuri deutlich zu machen, dass er mit uns eben nicht nach Belieben umspringen kann.
Herr Kollege Goldheart sollte wissen, dass momentan von Teilen der Unionsregierung die Geschichte so umzuschreiben, dass Imperia Teil des "Unionsbrei" würde: jahrhundertelange und bisher unbekannte Verbindungen der Unionsländer schon vor Gründung der Union, ein Staatsname aus dem Nichts - und den Kaiser, eine uns allen bekannte Person der... ja, praktisch der Gegenwart - den soll es plötzlich auch nicht mehr bis 2000 gegeben haben? Das ist keine Geschichtsforschung, sondern politisch motivierte Geschichtsklitterung einer Unionsministerin der Justiz, die offensichtlich keine Argumente, sondern nur starkes Auftreten und eindeutige Paragraphen versteht!
Die Union ist nicht an allem schuld. Ich registriere sehr wohl, dass dies die erste lebendige Debatte in diesem Haus seit einer kleinen Ewigkeit ist. Und dafür sind wir verantwortlich. Aber gerade, als ein Erwachen durch die Länder geht, ist es nicht Aufgabe der Union, den Föderalismus kurz und klein zu hacken, sondern ihren Ländern jegliche denkbare Unterstützung zu gewähren. Wir diskutieren hierzulande gerade lebendiger, als es das Unionsparlament seit Jahren getan hat.
Verfasst: Sa 15. Sep 2007, 18:19
von Michael Schneider
Die Kollegen Goldheart, Heidenberg und von Rohan-Mason haben bereits alles gesagt. Ich könnte es nur wiederholen.
Der symbolische Akt, der hier vollzogen werden soll findet in keiner Weise meine Zustimmung. Imperia ist und soll Teil der Union bleiben. Und deshalb soll die Formulierung wie bisher stehenbleiben um dies zu unterstreichen. Alle Handlungen die dem zuwiderhandeln empfinde ich als grob schädigend und geradezu als Verrat am Treueeid gegenüber der Union. Scheinbar wollen einige hier nur die Union solange ausnutzen, solange sie stark genug war um Nutzen zu bringen und Imperia damals zu schwach um alleine zu überleben, um sie jetzt wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen, nachdem man sich fälschlicherweise(!) stark genug wähnt wieder allein zu stehen.
Ich bin gegen diesen Gesetzesantrag.
Verfasst: Sa 15. Sep 2007, 19:11
von Oliver von Palm
Die Formulierung zu behalten, würde Devoterie bedeuteten! Imperia ist damals freiwillig der Union beigetreten, und genau das soll klargestellt werde. Zur Union in der Form, wie sie derzeit angestrebt wird, kann man nur eines sagen: NEIN! Statt die Unionsgesetzgebung noch auszuweiten, sollte man sie lieber einschränken. Am liebsten wäre mir, die Union würde künftig auf die Fragen von Außen- und Verteidigungspolitik sowie auf Fragen wie das Recht der Unionsbeamten oder Bedrohungen der Union beschränkt. Aber der Rest, wie das Straf- und Zivilrecht, das Straßenverkehrsrecht, die Hochschulen etc., das kann alles von den Ländern selbst geregelt werden.
Verfasst: Sa 15. Sep 2007, 19:13
von Heinrich Julius von Jagonburg
Hört interessiert zu, beteiligt sich jedoch nicht aktiv an der Debatte.