Ich freue mich über die Pressemitteilung der Genossen aus Roldem. Die SPDU wird wieder eine diskussionsfreudige und aktive Partei, in der nicht alle wie tote Fische in die gleiche Richtung schwimmen. Natürlich möchte ich auf den Inhalt eingehen.
Original von Sean William Connor
[...]Sie sind es schon und sie bilden schon längst das Rückgrat unserer demokratischen Gesellschaft. Eine sozialdemokratische Politik muss darauf hinwirken militärische Institutionen weltweit obsolet zu machen und den Bürgerinnen und Bürger nicht noch in veraltete Zwangsdienste zu schieben.
Ich muss die Genossen aus Roldem auf einen Denkfehler aufmerksam machen: wie kann es Ziel sozialdemokratischer Politik sein, das "Rückgrat unserer demokratischen Gesellschaft" obsolet zu machen?
Diese von mir angestoßene Debatte soll doch keine Erörterung von Utopien sein, sondern ganz reale Probleme thematisieren. Wir leben in einer unsicheren Welt: vor zweieinhalb Jahren marschierten ausländische Truppen ein, um die Sezessionsversuche in Freistein und Imperia zu unterstützen. In unserem Nachbarland Kaysteran konnte im letzten Jahr ein Bürgerkrieg nur durch das militärische Eingreifen severanischer und novarischer Truppen beendet werden. In der Nähe der WI überfielen Piraten die Schiffe, in Aquila/Reezka Bunda (oder wie die sich gerade nennen) kam es letzlich erst zum Krieg, auch unter Einsatz von Massenvernichtungswaffen. Die Krisen in Cuelho oder Grasonce sind auch nicht gerade lange her.
Wir sollten uns fragen, ob wir als Sozialdemokraten die Fragen der Verteidigungspolitik unter dem Aspekt des reinen und unverfälschten Pazifismus beantworten wollen - und die Unionsstreitkräfte dabei Leuten wie Graf Falkenstein überlassen. Oder aber wir formulieren eigenständig Antworten auf die vielschichtige Bedrohungslage der Welt.
Weiterhin gibt es in Friedenszeiten ein weiteres Problem: welchen konkreten Nutzen haben Ausgaben für die Unionsstreitkräfte? Es müssen erhebliche Steuermittel aufgewendet werden, um Nachwuchs zu rekrutieren - dies kann man mit der Wehrpflicht einsparen. Des weiteren ist die Ausbildung in der Unionswehr allein auf militärische Aspekte ausgelegt. Wer dann nach seiner Dienstzeit wieder ins zivile Berufsleben einsteigt, ist doch mit erheblichen Problemen konfrontiert.
Auch ist der Nutzen der Militärausgaben für die Allgemeinheit doch eher gering, wenn damit gegenwärtig nur Kasernen und die Rüstungsindustrie subventioniert werden, während beim Katastrophenschutz, in Krankenhäusern, Jugendhäusern, Altenheimen, im Rettungsdienst und Krankentransport sowie in der Behindertenbetreuung bis dato keine öffentliche Förderung und Ausbildung stattfindet?
Die Antwort auf die Fragen der WiSim wird aus Heroth ebenso unzureichend beantwortet. Es kann nicht sein, dass die Verantwortlichen in unserer Gesellschaft es nicht hin bekommen die WiSim zu aktivieren und die Lösung der Verzicht bedeutet.
Ich sehe die Wisim nicht als oberste Priorität an. Zuvorderst sollten die verschiedenen staatlichen Organe und Institutionen wieder funktionieren. Der Verzicht auf die WiSim muss nicht für immer festgeschrieben, wie dies einmal im imperianischen Wisim-Ausstiegs-Gesetz geschah. Doch bevor wir uns an diesem süßen Bonbon 'WarenSim' verschlucken, haben wir wahrlich Wichtigeres zu tun.