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Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 16:22
von Isabelle Corinne de La Fayette
Original von Christopher Adomeit
Das bestreite ich widerum nicht. Aber: Wenn der Arbeitnehmer mit Streit reagieren kann, dann kann der Arbeitgeber auch so reagieren, wie Nokia es tut. Sonst stellt man den Arbeitnehmer tatsächlich überden Arbeitgeber.
Nein, das tut man deshalb nicht, weil das Streikrecht ja erst die Position des zunächst unterlegenen Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber stärkt. Dieser bestimmt in letzter Konsequenz auch weiterhin die Arbeitsbedingungen. Mittels des Streikrechts erhalten die Arbeitnehmer nur eine Möglichkeit, diese überhaupt mitzubeeinflussen. Sie bestimmen sie aber dadurch noch lange nicht.
Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 16:26
von Palin Waylan-Majere
Original von Christopher Adomeit
Aber: Wenn der Arbeitnehmer mit Streit reagieren kann, dann kann der Arbeitgeber auch so reagieren, wie Nokia es tut. Sonst stellt man den Arbeitnehmer tatsächlich überden Arbeitgeber.
Dann soll die Konzernspitze aber auch mit Webcam und Mikro am Kopf in ihren thailändischen Puff gehen, wenn sie meinen, es sei zur Steigerung der Profitrate unbedingt nötig, die Post der Lohnabhängigen zu lesen.
Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 16:31
von Jim Tres
Original von Palin Waylan-Majere
Dann soll die Konzernspitze aber auch mit Webcam und Mikro am Kopf in ihren thailändischen Puff gehen, wenn sie meinen, es sei zur Steigerung der Profitrate unbedingt nötig, die Post der Lohnabhängigen zu lesen.
Wenn sie das dann exklusiv auf Nokiahandys veroeffentlichen, koennten sie sogar noch mehr Profit machen =)
Verfasst: Di 3. Feb 2009, 14:27
von Rafael van der Linden
Original von Palin Waylan-Majere
...aber auch die größten Idealisten können durch Macht korrumpiert werden.
Das ist eine durch Erfahrung belegte Erkenntnis. Daher ja auch u.a. im ursprünglichen Liberalismus die Idee der Gewaltenteilung und -kontrolle.
Der bisherige real existierende Sozialismus hat ja gemeint auf eine solche verzichten zu können, da ihr System keine braucht, bzw. die auserwählten Führer nicht anfällig für Machtmissbrauch und Fehler sind.
Verfasst: Di 3. Feb 2009, 14:41
von Christopher Adomeit
Original von Palin Waylan-Majere
Dann soll die Konzernspitze aber auch mit Webcam und Mikro am Kopf in ihren thailändischen Puff gehen, wenn sie meinen, es sei zur Steigerung der Profitrate unbedingt nötig, die Post der Lohnabhängigen zu lesen.
Das sind doch zwei Paar Schuhe. Betriebswirtschaftliche Forderung eines Konzerns an den Staat haben nichts mit Handlungen von Führungspersönlichkeiten zu tun, die Gelder für Eigeninteressen verbrennen. Man kann das zwar durchaus als verwerflich bezeichnen und es verfolgen, aber mit entsprechender Nokia-Forderung - oder im Allgemeinen mit solchen Forderungen - hat das nur wenig zu tun.
Verfasst: Di 3. Feb 2009, 15:13
von pjotr
Nicht wenn es auf Konzernkonsten geschieht.
Verfasst: Di 3. Feb 2009, 16:06
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Ja. Es ist legitim, alle legalen Machtmittel einzusetzen. Deswegen sind sie ja legal. Wem das nicht passt, der muss eben andere Politiker wählen, die das illegalisieren.
So ist es allerdings. Illegitim ist, dass solche Mittel legal sind. Allerdings bin ich ja immer noch der Ansicht, dass die Kapitalkonzentrationen als solche demokratiegefährdend sind.
Verfasst: Di 3. Feb 2009, 16:35
von Isabelle Corinne de La Fayette
Das belegt ja gerade diese Mitteilung.
Finnland hat rund 5,3 Millionen Einwohner. Schätzen wir mal sehr großzügig, dass jeder zweite Finne erwerbstätig ist. Das macht dann also 2,65 Millionen Berufstätige. Dem stehen 16.000 Arbeitsplätze allein bei Nokia gegenüber. Anders gesprochen: jeder 166. erwerbstätige Finne (und ggf. von ihm unterhaltene Angehörige) ist wirtschaftlich von Nokia abhängig. Der Anteil Nokias am Steueraufkommen des Landes und somit der Finanzierung seiner Aufgaben in Bereichen wie Bildung, Umwelt, soziale Sicherung, Verkehr usw. noch nicht berücksichtigt.
Nachvollziehbar, dass die demokratisch gewählten Staatsorgane sich ein Stück weit in der Hand der Konzernführung befinden. :rolleyes:
Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 13:10
von Kreittmayr
Original von Montgomery Scott
Illegitim ist, dass solche Mittel legal sind.
Solange der Staat eingreifen darf, wird es unvermeidlich sein, dass auch immer jemand versucht, das Gewaltmonopol zu ihm genehmen Eingriffen zu instrumentalisieren. Das ist ein Systemdefekt, der sich durch noch so drakonische Strafandrohungen nicht beheben lässt. In einer interventionistischen Wirtschaftsordnung pervertiert die staatliche Ordnungsfunktion zu einem Mittel des Privilegienschachers zwischen Interessengruppen, die sich in einem kalten Bürgerkrieg um die Aufteilung des "Kuchens" befinden.
Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 22:32
von Wolfgang Müller
Original von Christopher Adomeit
Du stellst die Gruppe der Arbeitnehmerschaft damit über andere Menschen. Warum?
Was ist denn das für ne blöde Fehlinterpretation? Ich verstehe nicht wie du darauf kommst.