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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Palin Waylan-Majere
Daran darf gezweifelt werden.
Okay - wo findest Du die denn dann...?

Vorausgesetzt, wir haben denn überhaupt sowas, was man Elite nennen könnte. Als bekennder Misanthrop habe ich natürlich auch für diese Auffassung große Sympathie. Vielleicht sollte man die Elite demgemäß - in den psychiatrischen Krankenhäusern suchen...
 

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Original von Konrad Grimm
Du kannst mir aber nicht erzählen, dass der sich der Wirkung seiner Wortglaubereien nicht bewusst gewesen wäre.

Nachtrag: Wenn der gute Mann meint, er müsste bei der Frage nach der Rechtsstaatlichkeit der DDR über das tolle Arbeitsgesetz philosophieren, dann ist das ziemlich das gleiche wie "Hitler hat immerhin auch Autobahnen gebaut!"
Und das zeigt, dass die Linke nicht nur formal in der Kontinuität der SED steht, sondern dass diese Partei ihre Wurzeln eben in der DDR hat. Und das macht diese Partei unwählbar. Schade eigentlich.
Nein, das ist nicht vergleichbar. Ramelow hat ja nichts verharmlost. Aber die Bezeichnung "Unrechtsstaat" fügt der Diskussion inhaltlich nichts Neues hinzu, er ist bloß eine Vokabel der verstaubt-westdeutschen Siegermentalität. Und ich finde es nicht verkehrt, sich dazu jeder Aussage zu enthalten.
 

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Aber die Bezeichnung "Unrechtsstaat" fügt der Diskussion inhaltlich nichts Neues hinzu, er ist bloß eine Vokabel der verstaubt-westdeutschen Siegermentalität. Und ich finde es nicht verkehrt, sich dazu jeder Aussage zu enthalten.
Sieger machen nun mal die Geschichte. Der NS-Staat würde heute auch in besserem (teils aus Nostalgie, teils wegen seiner Sozialprogramme etc.) in besserem Licht gesehen werden, wenn die Alliierten nicht so eindeutig gewonnen hätten.
 

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Sieger machen nun mal die Geschichte. Der NS-Staat würde heute auch in besserem (teils aus Nostalgie, teils wegen seiner Sozialprogramme etc.) in besserem Licht gesehen werden, wenn die Alliierten nicht so eindeutig gewonnen hätten.
Das stimmt schon. Aber hier geht es eben um eine Geisterdiskussion. Gewisse - eigentlich schon unter einer dicken Staubschicht begrabene - Kreise aus Westdeutschland setzen sich eben immer noch damit durch, dass man genau dann als guter Demokrat gilt, wenn man der "Ostzone" bestimmte sinnentlehrte Kennzeichnungen wie "Unrechtsstaat" zuspricht. Genau die gleichen Kreise sind es auch, die es immer noch zur Norm machen, dass jemand als politisch erledigt gilt, wenn er vor 20 oder 30 Jahren mal eine Arbeitsvereinbarung mit dem Staatsschutz der DDR hatte. All das ist völlig irrational aber eben Ausdruck einer im Zuge der friedlichen Wiedervereinigung völlig unangemessenen Siegermoral.

Nochmal zur Sache: im Grunde besteht ja keine Uneinigkeit. Die Fakten - fehlende Demokratie, Unterdrückung, Grundrechtsverletzungen, Mauertote - sind im Ganzen unbestritten und von Herrn Ramelow auch moralisch verurteilt. Aber es geht eben um mehr als das. Beispielsweise gibt es jedes Mal einen Aufschrei, wenn ein ehemaliger DDR-Bürger öffentlich sagt, dass es keinen Beweis für einen generellen Schießbefehl der DDR-Führung gibt. Das gibt natürlich nur die Sachlage wieder: Es wurde kein entsprechendes Dokument gefunden. Aber gewisse westdeutsche Kreise behaupten eben, es hätte einen solchen generellen Schießbefehl gegeben und wenn das jemand bestreitet, gilt er gleich als Schönredner.
 

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Die Fakten - fehlende Demokratie, Unterdrückung, Grundrechtsverletzungen, Mauertote - sind im Ganzen unbestritten
Wenn man davon ausgeht, dass der Staat die Gesetze macht, dann war die DDR im allgemeinen ein Rechtsstaat.
Es wurde kein entsprechendes Dokument gefunden. Aber gewisse westdeutsche Kreise behaupten eben, es hätte einen solchen generellen Schießbefehl gegeben und wenn das jemand bestreitet, gilt er gleich als Schönredner.
Ähnliche Situation: Wenn man z.B. im heutigen Deutschland sagt, dass der Nationalsozialismus für Mütter bzw. fürs Kinderkriegen gute Rahmenbedingungen geliefert hat, gibt es einen Aufschrei und ein Rauschen im Blätterwald.

In der ehemaligen Sowjetunion z.B. schreit keiner Skandal, wenn man sich auf die positiven Seiten der Stalin-Regierung beruft.
 

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Original von Hjalmar Sörensen
Ähnliche Situation: Wenn man z.B. im heutigen Deutschland sagt, dass der Nationalsozialismus für Mütter bzw. fürs Kinderkriegen gute Rahmenbedingungen geliefert hat, gibt es einen Aufschrei und ein Rauschen im Blätterwald.
Nein, das ist ein großer Unterschied. Die Familienpolitik im Dritten Reich war Teil eines Plans, Deutschland durch militärische Expansion zur Weltmacht zu machen. Sie ist gar nicht von den Schattenseiten des Dritten Reiches zu trennen. Das ist in der DDR zweifellos nicht so. Sie war ein repressiver Staat aber sie war nicht Mittel zum Zwecke von Mord und Zerstörung. Im Übrigen beruft sich ja niemand auf die angeblich guten Seiten der DDR. Ramelow ging es ganz offensichtlich nur um den unsinnigen Kampf um Worte, was den "Unrechtsstaat" angeht. Der Begriff ist etwa so dämlich wie "Achse des Bösen".
In der ehemaligen Sowjetunion z.B. schreit keiner Skandal, wenn man sich auf die positiven Seiten der Stalin-Regierung beruft.
Das hat auch eine völlig andere Qualität. Da wird ganz gewaltig schöngeredet. In Deutschland gibt es das in diesem Ausmaß nicht.

EDIT: Sorry, falscher Account. Ich bins immer noch ;)
 

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Professor Joshua Weisberg, PhD
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Original von Hjalmar Sörensen

In der ehemaligen Sowjetunion z.B. schreit keiner Skandal, wenn man sich auf die positiven Seiten der Stalin-Regierung beruft.
Die haben ja auch den Krieg gewonnen. Das macht schonmal was aus. ;)
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Montgomery Scott
Das stimmt schon. Aber hier geht es eben um eine Geisterdiskussion.
Der Punkt ist doch ein anderer. Natürlich ist die Debatte eine Geisterdiskussion, aber: Ramelow hätte klar sein müssen - und ich behaupte, es war ihm klar - welche Wellen seine Antwort schlagen würde. Er hätte die Frage "war die DDR ein Unrechtsstaat" auch beantworten können mit "die DDR war ganz sicher kein Rechtsstaat, das steht außer Zweifel"; da wäre gar keiner auf die Idee gekommen, die Haarspalterei über "kein Rechtsstaat" oder "Unrechtsstaat" anzufangen - außer eben Ramelow. Seine Wortglauberei über "Unrechtsstaat" etc. läuft darauf hinaus, dass zumindest implizit das DDR-Regime relativiert werden soll. Ich vermute dahinter Wahlkampftaktik, um all die frustrierten Wende-Verlierer einzusammeln. Und das ist erbärmlich, denn wenn die sozialistische Partei in Zeiten einer erheblichen Krise des momentanen Wirtschaftssystems nichts sinnvolleres zu tun hat, als schwachsinnige Debatten darüber vom Zaun zu brechen, dass die DDR ja nun soooo schlimm gar nicht war - es gab ja auch gute Gesetze, das Arbeitsrecht zum Beispiel (... und Hitler, der ein schlimmer Mann war, hat ja trotzdem auch Autobahnen gebaut! Der Vergleich trifft es selbstverständlich.) -, der ist keine Alternative für die Zukunft, sondern ein Verein von und für Ewiggestrige.
 

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Original von Konrad Grimm
...denn wenn die sozialistische Partei in Zeiten einer erheblichen Krise des momentanen Wirtschaftssystems nichts sinnvolleres zu tun hat, als schwachsinnige Debatten darüber vom Zaun zu brechen, dass die DDR ja nun soooo schlimm gar nicht war [...] der ist keine Alternative für die Zukunft, sondern ein Verein von und für Ewiggestrige.
Man kann eine Wahl auch mit verschiedenen propagandistischen Mitteln gewinnen. Ein Appell an die Nostalgie kann da bei manchen ankommen. Die Aussage kann man auch als "Gut, dass das mal einer sagt"-Befriedigung interpretieren: Gegen das eventuell bei vielen Mitteldeutschen vorhandene Gefühl der Schlechtmachung ihrer persönlichen Vergangenheit durch pauschale Kritik an der DDR als Staat, die meist als "westdeutsche" (bigotte) Kritik dargestellt wird. Und damit wird auch dem "Besser-Wessi" gesagt, wo in der DDR wirklich Hammer uns Sichel hingen.
Damit fällt sogar vielleicht nicht mal mehr auf, dass Ramelow selbst "Westdeutscher" ist. ;)

Sprich: Man kann mit einer Besinnung auf emotionale Themen auch Stimmen gewinnen. Wenn man dann an der Macht ist, kann man immer noch Zukunftspolitik betreiben.
 

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Original von Hjalmar Sörensen
Mitteldeutschen
lol
und Hitler, der ein schlimmer Mann war, hat ja trotzdem auch Autobahnen gebaut! Der Vergleich trifft es selbstverständlich
Was immer alle mit den Autobahnen haben. Da hatte Adolf mal fotogerecht einen Spaten in der Hand und sonst war da doch kaum was.
 

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