Original von Hjalmar Sörensen
Sieger machen nun mal die Geschichte. Der NS-Staat würde heute auch in besserem (teils aus Nostalgie, teils wegen seiner Sozialprogramme etc.) in besserem Licht gesehen werden, wenn die Alliierten nicht so eindeutig gewonnen hätten.
Das stimmt schon. Aber hier geht es eben um eine Geisterdiskussion. Gewisse - eigentlich schon unter einer dicken Staubschicht begrabene - Kreise aus Westdeutschland setzen sich eben immer noch damit durch, dass man genau dann als guter Demokrat gilt, wenn man der "Ostzone" bestimmte sinnentlehrte Kennzeichnungen wie "Unrechtsstaat" zuspricht. Genau die gleichen Kreise sind es auch, die es immer noch zur Norm machen, dass jemand als politisch erledigt gilt, wenn er vor 20 oder 30 Jahren mal eine Arbeitsvereinbarung mit dem Staatsschutz der DDR hatte. All das ist völlig irrational aber eben Ausdruck einer im Zuge der friedlichen Wiedervereinigung völlig unangemessenen Siegermoral.
Nochmal zur Sache: im Grunde besteht ja keine Uneinigkeit. Die Fakten - fehlende Demokratie, Unterdrückung, Grundrechtsverletzungen, Mauertote - sind im Ganzen unbestritten und von Herrn Ramelow auch moralisch verurteilt. Aber es geht eben um mehr als das. Beispielsweise gibt es jedes Mal einen Aufschrei, wenn ein ehemaliger DDR-Bürger öffentlich sagt, dass es keinen Beweis für einen generellen Schießbefehl der DDR-Führung gibt. Das gibt natürlich nur die Sachlage wieder: Es wurde kein entsprechendes Dokument gefunden. Aber gewisse westdeutsche Kreise behaupten eben, es hätte einen solchen generellen Schießbefehl gegeben und wenn das jemand bestreitet, gilt er gleich als Schönredner.
Zuletzt geändert von Montgomery Scott am Sa 28. Feb 2009, 13:13, insgesamt 1-mal geändert.