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Original von Kathryn Janeway
Was meinst du, wieviel das kosten würde? Die Türkei wäre auf Jahrzehnte das größte Empfängerland,
Ja, so ist die EU nun mal konzipiert. Das macht auch Sinn.
zumal sie weder historisch noch kulturell Teil Europas ist.
Das ist erstens völlig konstruiert und tut zweitens nichts zur Sache.
Außerdem müßte man ohnehin die Türkei nach einem Beitritt mit bestimmten Nachteilen versehen: Kein Arbeitsmarktzugang, keine Dienstleistungsfreiheit, keine Visafreiiheit. Ansonsten würde Europa überschwemmt.
Womit?
 

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Original von Rafael van der Linden
So einfach ist es glaube ich leider nicht. Einfach Geldhahn auf, Terror weg. Auch wenn ich weiß, dass Du eher den massiven Zulauf und nicht den harten Kern der Überzeugungstäter meinst.
Korrekt, mit Brutstätte meine ich die Brut ;)
Original von Montgomery Scott
Ja, so wirtschaftsfremde bzw. staatswirtschaftliche Forderungen - die man nur, wenn man ihre ökonomische Auswirkung nicht kennt, oder bewusst ignoriert, als "sozial" bezeichnen kann - gibt es auch gerne man von der NPD.
Und die NPDler sehen sich als nationale Sozialisten und ihren Hauptfeind in der neoliberalen FDP.
Das ist absoluter Quatsch. Mit den gebetsmühlenartigen Beteuerungen, es gäbe keine Alternative zu Stagnation und Kürzung staatlicher Sozialleistungen, übertreffen die Wirtschaftsliberalen noch ihre Karikaturen. Durch Hartz IV sind die Kosten für den Haushaltsbereich Arbeitslosigkeit nicht etwa gesunken sondern gestiegen. Die Bafög-Sätze widersprechen bis heute radikal der Motivation, jedem Auszubildenden eine Vollzeitausbildung nach Neigung und Eignung zu ermöglichen. Das Schreckgespenst "Allgemeiner Mindestlohn" ist in vielen anderen Industrienationen seit langem Standard, was auch Wirtschaftswissenschaftler immer wieder betonen. Niemand muss akzeptieren, wenn er von einem Politiker erklärt bekommt, die chronisch niedrige Ausgestaltung sozialer Leistungen sei die einzige Möglichkeit, dauerhaft den Wohlstand zu sichern.
 

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Original von Montgomery Scott

Ja, so ist die EU nun mal konzipiert. Das macht auch Sinn.
Weshalb macht das Sinn? Ich sage es mal brutal: Warum müssen wir uns neben eigenen Problemen noch die Probleme einer Region aufhalsen, die irgendwo zwischen Steinzeit und Eisenzeit stecken geblieben ist?
Das ist erstens völlig konstruiert und tut zweitens nichts zur Sache.
Also sollte eine Europäische Union deiner Meinung nach nicht auf Europa begrenzt bleiben? Warum dann nicht auch noch Iran oder Kongo aufnehmen, wenn sie die Kriterien erfüllen?
Womit?
[/QUOTE]

Mit türkischen Arbeitskräften, die den ohnehin angekratzten Arbeitsmarkt Westeuropas noch weiter belasten würden.
 

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Kathryn Janeway-Palm
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Original von Montgomery Scott
Durch Hartz IV sind die Kosten für den Haushaltsbereich Arbeitslosigkeit nicht etwa gesunken sondern gestiegen.
Bei der übers Knie gebrochenen Hartz-Einführung gabs etliche Fehler und Experimente. Da sieht sogar die böse FDP Handlungs- und Reformbedarf.
Die Bafög-Sätze widersprechen bis heute radikal der Motivation, jedem Auszubildenden eine Vollzeitausbildung nach Neigung und Eignung zu ermöglichen.
Nach Neigung und Eignung? Das klingt aber stark nach Marx. ;)
Das Schreckgespenst "Allgemeiner Mindestlohn" ist in vielen anderen Industrienationen seit langem Standard, was auch Wirtschaftswissenschaftler immer wieder betonen.
Da sprechen halt auch einige Dinge dagegen, ökonomisch und auch sozial. Mindestlohn hört sich gerecht und moralisch gut an. Wenn er aber Arbeitsplätze kostet, den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt für manche Gruppen - denen er eigentlich helfen soll - deutlich erschwert, ist er meiner Meinung nach nicht mehr sinnvoll.
Der Mindestlohn hat Vorteile für diejenigen, die Arbeit haben und ihn bekommen - aber eben so lange sie Arbeit haben. Für Arbeitslose, besonders weniger qualifizerte, und Berufseinsteiger erschwert er dagegen vermutlich noch zusätzlich den Einstieg in reguläre Arbeit.
Niemand muss akzeptieren, wenn er von einem Politiker erklärt bekommt, die chronisch niedrige Ausgestaltung sozialer Leistungen sei die einzige Möglichkeit, dauerhaft den Wohlstand zu sichern.
Nein, man muss weder das eine noch das andere akzeptiere. Gott sei Dank haben wir relativ große Meinungsfreiheit.
Behaupten aber auch die wenigsten, dass man den Wohlstand nur dadurch sichern könne.
Die "neoliberalen" Forderungen gehen eher nach Abschaffung von Subventionen, effizienterer Verwaltung, weniger Regulierung und einem einfacheren Steuersystem. Und diese Forderungen sind oft gar nicht so schlecht. Könnte vielleicht mehr Geld übrig bleiben:
- Beim Bürger, für den sich Leistung und Vermögensbildung lohnt
- Bei den Unternehmen, die es wirtschaftlich sinnvoll investieren können
- Beim Staat, der nicht Strukturkonservativismus, sondern Bildung, Forschung und bürgernahe soziale Dienstleistungen finanzieren könnte.

So weit auseinander sind wirtschaftsförderliche Rahmenbedingungen und eine nachhaltig finanzierte soziale Leistungsfähigkeit des Staates nicht.
Original von Kathryn Janeway
[Überschwemmt] Mit türkischen Arbeitskräften, die den ohnehin angekratzten Arbeitsmarkt Westeuropas noch weiter belasten würden.
Wenn die türkischen Arbeitssuchenden in Deutschland einen Job bekommen, heißt das, dass dieser frei war und kein deutscher Arbeitnehmer diesen machen wollte.
 

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Rafael van der Linden, Kellner im Café Sonderbar Manuri
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Wenn die türkischen Arbeitssuchenden in Deutschland einen Job bekommen, heißt das, dass dieser frei war und kein deutscher Arbeitnehmer diesen machen wollte.
Nein, heißt es nicht. Zumindest ist das kein zwingender Schluss. Es kann auch sein, dass kein Deutscher bereit war, etwa für einen nicht adäquaten Lohn zu arbeiten. Außerdem setzte auch ein anderer Effekt ein nach dem Beitritt Polens, Rumäniens oder Bulgariens: Viele Leute kamen nicht zum Arbeiten her, sondern ließen sich hier im Rahmen des gemeinsamen Besitzstandes der EU hier nieder und erhalten seither Sozialleistungen. Wieviele Leute hier wissen z. B, dass es nach wie vor gültige Abkommen mit der Türkei und den Nachfolgestaaten Jugoslawiens gibt, nach denen Personen, die hier arbeiten und Eltern in diesen Ländern haben diese Familienversichern können?
 

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Kathryn Janeway-Palm
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Beitrag von pjotr »

Original von Kathryn Janeway

Was meinst du, wieviel das kosten würde? Die Türkei wäre auf Jahrzehnte das größte Empfängerland, zumal sie weder historisch noch kulturell Teil Europas ist. Außerdem müßte man ohnehin die Türkei nach einem Beitritt mit bestimmten Nachteilen versehen: Kein Arbeitsmarktzugang, keine Dienstleistungsfreiheit, keine Visafreiiheit. Ansonsten würde Europa überschwemmt.
Das hör ich immer wieder; mit dem gleichen Recht könntest du auch behaupten Griechenland, Zypern oder Großbritannien wäre kulturell kein Teil Europas. Das ist aber einfach schlichtweg falsch, bedenkt man zum Beispiel auch, dass Byzanz lange eine der (wenn nicht sogar zeitweise die) Hauptstadt des Christentums war.
 

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RA Prof. Prof. Pjotr Jerkov
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Beitrag von pjotr »

Original von Kathryn Janeway

Wieviele Leute hier wissen z. B, dass es nach wie vor gültige Abkommen mit der Türkei und den Nachfolgestaaten Jugoslawiens gibt, nach denen Personen, die hier arbeiten und Eltern in diesen Ländern haben diese Familienversichern können?
Wie viele Leute wissen hier übrigens, dass ausländische Einwohner in diesem Land mehr Arbeitsplätze schaffen, als dass sie weg nehmen? Du anscheinend nicht.
Aber der neurechte Diskurs scheint seine Ziele ganz gut zu erreicht haben...
 

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RA Prof. Prof. Pjotr Jerkov
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Original von pjotr

Das hör ich immer wieder; mit dem gleichen Recht könntest du auch behaupten Griechenland, Zypern oder Großbritannien wäre kulturell kein Teil Europas. Das ist aber einfach schlichtweg falsch, bedenkt man zum Beispiel auch, dass Byzanz lange eine der (wenn nicht sogar zeitweise die) Hauptstadt des Christentums war.
Griechenland und Großbritannien sind nun eindeutig Europa, Griechenland hat die europäische Kultur bis heute geprägt.

Wieviel byzantinisches Erbe hat die heutige Türkei noch? Außer Bausubstanz und einigen Artefakten nichts mehr.
 

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Kathryn Janeway-Palm
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Es kann auch sein, dass kein Deutscher bereit war, etwa für einen nicht adäquaten Lohn zu arbeiten.
Genau, wie ich sagte. Der Job war also noch zu haben. Warum andere das Arbeitsangebot abgelehnt haben spielt dabei erst mal keine Rolle.

Angebot des Arbeitgebers: 7 Euro/Stunde

Arbeitnehmer erwartet: 9 Euro/Stunde

Adäquater Lohn? -> Für den Arbeitgeber 7 und für den Arbeitnehmer 9 Euro. Es gibt keine Objektivität in subjektiven Gehalts und Lohnvorstellungen.
Für den Arbeitgeber gibt es aber eben die Wirtschaftlichkeit, also in dem Fall: Zu welchem Preis der Arbeit kann damit noch ein Mehrwert erwirtschaftet werden.
 

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Rafael van der Linden, Kellner im Café Sonderbar Manuri
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Wie viele Leute wissen hier übrigens, dass ausländische Einwohner in diesem Land mehr Arbeitsplätze schaffen, als dass sie weg nehmen? Du anscheinend nicht.
Aber der neurechte Diskurs scheint seine Ziele ganz gut zu erreicht haben...
Wieviele Arbeitsplätze davon werden von amerikanischen, japanischen, französischen, britischen, niederländischen und was weiß ich noch alles für Firmen bereit gestellt und wieviele von Türken?
 

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Kathryn Janeway-Palm
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