Original von Montgomery Scott
Durch Hartz IV sind die Kosten für den Haushaltsbereich Arbeitslosigkeit nicht etwa gesunken sondern gestiegen.
Bei der übers Knie gebrochenen Hartz-Einführung gabs etliche Fehler und Experimente. Da sieht sogar die böse FDP Handlungs- und Reformbedarf.
Die Bafög-Sätze widersprechen bis heute radikal der Motivation, jedem Auszubildenden eine Vollzeitausbildung nach Neigung und Eignung zu ermöglichen.
Nach Neigung und Eignung? Das klingt aber stark nach Marx.
Das Schreckgespenst "Allgemeiner Mindestlohn" ist in vielen anderen Industrienationen seit langem Standard, was auch Wirtschaftswissenschaftler immer wieder betonen.
Da sprechen halt auch einige Dinge dagegen, ökonomisch und auch sozial. Mindestlohn hört sich gerecht und moralisch gut an. Wenn er aber Arbeitsplätze kostet, den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt für manche Gruppen - denen er eigentlich helfen soll - deutlich erschwert, ist er meiner Meinung nach nicht mehr sinnvoll.
Der Mindestlohn hat Vorteile für diejenigen, die Arbeit haben und ihn bekommen - aber eben so lange sie Arbeit haben. Für Arbeitslose, besonders weniger qualifizerte, und Berufseinsteiger erschwert er dagegen vermutlich noch zusätzlich den Einstieg in reguläre Arbeit.
Niemand muss akzeptieren, wenn er von einem Politiker erklärt bekommt, die chronisch niedrige Ausgestaltung sozialer Leistungen sei die einzige Möglichkeit, dauerhaft den Wohlstand zu sichern.
Nein, man muss weder das eine noch das andere akzeptiere. Gott sei Dank haben wir relativ große Meinungsfreiheit.
Behaupten aber auch die wenigsten, dass man den Wohlstand nur dadurch sichern könne.
Die "neoliberalen" Forderungen gehen eher nach Abschaffung von Subventionen, effizienterer Verwaltung, weniger Regulierung und einem einfacheren Steuersystem. Und diese Forderungen sind oft gar nicht so schlecht. Könnte vielleicht mehr Geld übrig bleiben:
- Beim Bürger, für den sich Leistung und Vermögensbildung lohnt
- Bei den Unternehmen, die es wirtschaftlich sinnvoll investieren können
- Beim Staat, der nicht Strukturkonservativismus, sondern Bildung, Forschung und bürgernahe soziale Dienstleistungen finanzieren könnte.
So weit auseinander sind wirtschaftsförderliche Rahmenbedingungen und eine nachhaltig finanzierte soziale Leistungsfähigkeit des Staates nicht.
Original von Kathryn Janeway
[Überschwemmt] Mit türkischen Arbeitskräften, die den ohnehin angekratzten Arbeitsmarkt Westeuropas noch weiter belasten würden.
Wenn die türkischen Arbeitssuchenden in Deutschland einen Job bekommen, heißt das, dass dieser frei war und kein deutscher Arbeitnehmer diesen machen wollte.
Zuletzt geändert von Rafael van der Linden am Di 8. Sep 2009, 12:31, insgesamt 2-mal geändert.