Mit meinem Modell wird die "Unionsebene" auch nicht abgeschafft. Es wird lediglich eine Kammer reduziert. Im Unionsrat wird ja weiterhin unionsübergreifende Politik gemacht. Man kann also keinesfalls von einem Wegfall des Gesetzgebungsorgans auf Unionsebene sprechen. Es findet nur eine Verlagerung statt.Original von Helen Bont
Es geht nicht um ein refleshaftes Ablehnen, sondern darum, dass das Unionsparlament das direkt gewählte damit direkt demokratisch legitmierte Gesetzgebungsorgan auf Unionsebene. Dieses gehört genauso zum föderalen System, wie die einzelnen Landesparlamente.
Wenn man nur darauf aus ist, Personal einzusparen, dann wäre es effektiver, man würde die Landesparlamente abschaffen und deren Kompetenzen auf Unionsparlament und Unionsrat übertragen. Da würde mehr Einsparpotenzial drin sein.
Aber Spass beiseite: es macht wenig Sinn, wenn wir uns dauernd darüber Gedanken machen, wie wir uns unseren Defiziten anpassen können. Vielmehr sollen wir uns überlegen, wie wir das Defizit an aktiven Unionsbürgern überwinden können.
Wir dürfen nicht vor dem Defizit an aktiven Bürgern kapitulieren, sondern müssen aktiv Wege finden, dieses Defizit zu beseitigen.
Wie kommt es zum Beispiel, dass in einem Staat wie Dreibürgen, in dem das gewählte Parlament faktisch machtlos und Adel sowie Militär allmächtig sind, eine so hohe Aktivitätsrate und Bürgerquote hat, wärend wir hier am unteren Limit uns befinden?
Zum Schluss, Herr Krüger: auch wenn dieses Vorurteil immer wieder gerne aus der Schublade geholt wird, versichere ich Ihnen, dass die Menschen, die auf Unionsebene Politik gestalten, keineswegs irgendwo abgehoben im Wolkenkukuksheim oder irgendwelchen Elfenneintürmen leben, wo sie vom Leben in den Ländern nichts mitkriegen. - Ich hoffe, ich habe an dieser Stelle Ihr Schubladendenken - hier die abgehobenen Unionspolitiker, da die bodenständigen Landespolitiker - ein bischen deutlich machen können.
Es würde im übrigen abolut kein Personal einsparen, die Landesparlamente "wegzustreichen", da diese in der Regel basisdemokratisch organisiert sind.
Ich stimme Ihnen zu, dass auch andere Maßnahmen nötig sind. Wie Sie wissen, bin ich ein Vertreter der aktiven Neubürgerpolitik. Das heißt trotzdem nicht, dass diese, hier vorgeschlagene Reform, falsch oder unnötig wäre.
Ich vermisse in der Union derzeit einen Mut, Dinge auch mal grundlegend zu ändern. Innovativ sein, Sachen ausprobieren. Vielleicht ist es genau das, was potentielle Neubürger vermissen?
Im übrigen möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass ich selbst einmal Unionsminister und Mitglied des UP war. Deswegen weiß ich auch, dass diese genauso bekümmert um das Wohl des Landes wie Politiker auf Landesebene.
Allerdings! Ein Unionspolitiker ist derzeit nicht seinem Unionsland verpflichtet, da er nicht direkt durch "seine" Bürger gewählt wird. Das würde sich ja ändern. Eine Stärkung der Strukturen vor Ort, wie ich bereits betonte.