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Original von Julia Elián
Ok, dann frage ich mal abstrakt: Wenn Du Dir mal vorstellen könntest, Geld und Umstände spielten keine Rolle: Was sollte der Staat dann genau tun bzw. welche Funktionen sollte er erfüllen, damit er Deiner Interpretation von §1 GG gerecht wird.

Ob Du das nun an materiellem Auskommen festmachst oder nicht sei Dir überlassen.
Er soll Entwürdigung aktiv verhindern. Und Entwürdingung liegt eben z. B. dann vor, wenn der "Zweck an sich", den ein Mensch darstellt, zur rein formellen Angelegenheit verkommt. Wenn ein Arbeitgeber die ökonomische Lage ausnutzt, um - ohne eigene Not - Menschen in Arbeitsverhältnisse mit unangemessenen oder Hungerlöhnen zu drängen, dann verlieren diese Menschen ihre Würde.
Es heißt doch "Die Würde des Menschen ist unantastbar" Dies setzt aber doch eine aktive Handlung vorraus. Der Staat darf also nichts tun, daß die Würde des Menschen verletzt. Jetzt könnte ich - ohne das ich annähernd so neoliberal wie Jefferson oder Grimm bin - doch gerade daraus ableiten, daß der Staat im Grunde die Leute so weit wie möglich einfach in Ruhe lässt. Da steht nichts von: "Der Staat hat dafür zu sorgen, daß jeder Bürger im Monat 1000 Euro zur Verfügung stehen hat, damit seine Würde gewahrt bleibt"
Im GG steht auch, dass der Staat aktiv auf die Durchsetzung der Grundrechte hinwirken muss.
Ich habe doch extra dazu gesagt, daß ich diese "Zusatzleistung" für sinnvoll erachte. Aber wir kamen doch vom Ausgangspunkt, ob die CDU mit ihren sozialpolitischen Forderungen eine verfassungsfeindliche Politik verfolgt. Darauf bezogen ging es mir darum deutlich zu machen, daß der bedingungslose Anspruch auf Sozialleistungen in Höhe X nicht im Grundgesetz steht.
Stimmt, die Höhe von Sozialleistungen ist nicht dem GG entnehmbar. Von der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Gebot der Menschenwürde ist sie aber in etwa ableitbar.
Ich bestreite ja eben nicht die philosophische Debatte über den Begriff "Würde des Menschen", aber ich denke kein Philosoph kann daraus einen einen konkreten materiellen Anspruch ableiten und genausowenig kann man das aus dem Grundgesetz tun. Überspitzt gesagt: Gebe es in deutschland keinerlei Sozialsysteme, wäre das eine Verletzung von §1 des GG? (durchaus ergebnisoffene Frage)
Das kommt eben auf die Realität an. Natürlich gibt es viele denkbare gesellschaftliche Umstände, die einen Sozialstaat zur Wahrung der Menschenwürde unnötig machen würde. Aber solange die Arbeitsbedingungen weitgehend auf dem freien Markt durch das Kapital bestimmt wird, gibt es eben viele Fälle, in denen die Menschenwürde verletzt wird, wenn man dem Menschen gesellschaftlich nicht eine Handhabe gegen diese Arbeitsbedingungen in die Hand gibt.
 

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Original von Julia Elián
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*lol* Weißt Du warum ich für das dreigliedrige Schulsystem bin? Weil es wesentlich gerechter ist als die Einheitsschule. Ja, es läuft nicht perfekt in Deutschland, aber der entscheidende Punkt ist, daß dir mit nem Abi an einem normalen deutschen Gymnasium alle Chancen offen stehen. Und wie läuft es an Ländern mit Einheitsschulen. Wenn den Eltern in den USA oder England die öffentliche Highschool zu schlecht ist, dann gehts eben für 10.000$ nach Eton.... DAS ist "sozial ungerecht" (ich hasse das Wort ja eigentlich)
Die Gesamtschule ist nicht hinreichende Voraussetzung für Chancengleichheit, im Gegenteil. Sie ist aber Grundvoraussetzung. Wenn ich mal direkt fragen darf: Was studierst Du denn? Es gibt tonnenweise empirische Untersuchungen, die die sozialen Barrieren zwischen den verschiedenen Schulformen belegen.

EDIT: Die Politik ignoriert es nur seit 50 Jahren und mehr.
 

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Original von Michael Schneider
Jeder ist frei staatliche Hilfe abzulehnen.
Wenn alle Stricke reißen, kann man sich nicht mal mehr erhängen. :rolleyes:
 

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Palin Waylan-Majere OEL
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Beitrag von Julia Elián »

Original von Montgomery Scott

Die Gesamtschule ist nicht hinreichende Voraussetzung für Chancengleichheit, im Gegenteil. Sie ist aber Grundvoraussetzung. Wenn ich mal direkt fragen darf: Was studierst Du denn? Es gibt tonnenweise empirische Untersuchungen, die die sozialen Barrieren zwischen den verschiedenen Schulformen belegen.

EDIT: Die Politik ignoriert sich nur seit 50 Jahren und mehr.
Ich studiere Politik.

Ich bestreite ja nicht, daß es diese Barrieren gibt. Dies ist in der Tat mehr als belegt. Ich frage mich eben nur, ob die Gesamtschule die Situation im Endergebnis eben verbessern würde? Und da kam ich mit dem Beispiel Eton. Eltern werden sich immer bemühen, die Ausbildung ihrer Kinder zu optimieren. Das mehrgliedrige Schulsystem gibt derzeit noch die Möglichkeit, das innerhalb des staatlichen Systems zu tun.

Bei der Einheitsschule kann ich nur noch mit Geld raus. Und damit - das macht es doch aus sozialer Sicht eher noch schlimmer - wird es endgültig vom Faktor Können entbunden und es entsteht eine reine Geldelite. Daher sehe ich in der Einheitsschule eher eine Gefahr für die Bildungsschancen.
 

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Original von Julia Elián
Ich bestreite ja nicht, daß es diese Barrieren gibt. Dies ist in der Tat mehr als belegt. Ich frage mich eben nur, ob die Gesamtschule die Situation im Endergebnis eben verbessern würde? Und da kam ich mit dem Beispiel Eton. Eltern werden sich immer bemühen, die Ausbildung ihrer Kinder zu optimieren. Das mehrgliedrige Schulsystem gibt derzeit noch die Möglichkeit, das innerhalb des staatlichen Systems zu tun.
Das Endergebnis wird natürlich nicht zwangsläufig verbessert. Die Gesamtschule gibt aber die notwendigen Strukturen für eine Verbesserung her.
Bei der Einheitsschule kann ich nur noch mit Geld raus. Und damit - das macht es doch aus sozialer Sicht eher noch schlimmer - wird es endgültig vom Faktor Können entbunden und es entsteht eine reine Geldelite. Daher sehe ich in der Einheitsschule eher eine Gefahr für die Bildungsschancen.
Das geht auch heute schon. Wer eine super Ausbildung für sein Kind will und die Kohle hat, schickt es aufs Elite-Internat.

Wirklich verschlimmern würde sich die Lage in dieser Hinsicht erst, wenn die Gesamtschule nicht die Möglichkeiten des heutigen Gymnasiums bieten würde. Diese Gefahr besteht bei den Vollpfosten, die in Deutschland das Bildungssystem administrieren (Jürgen Banzer würde ich gewiss nicht mit dem Aufbau der Gesamtschule betrauen) natürlich. Eine gut gestaltete Gesamtschule verbessert dagegen die Möglichkeiten für alle Schüler, weil sie es ermöglicht, in jedem Fach verschiedene Kurse anzubieten, die dem Stand und den Fähigkeiten eines jeden Schülers gerecht werden.
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Mh. Ich geh jetzt und lasse die Herren Theologen weiter über der heiligen Schrift brüten. Auf mein Gestichel will ja offenbar keiner eingehen.
 

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Original von Konrad Grimm
Mh. Ich geh jetzt und lasse die Herren Theologen weiter über der heiligen Schrift brüten. Auf mein Gestichel will ja offenbar keiner eingehen.
Stimmt ;)
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Palin Waylan-Majere
Arbeitnehmerentgelt
Prozentualer Zuwachs 0,71%

Unternehmens- und Vermögenseinkommen
Prozentualer Zuwachs 13,96%
Das ist eine hübsche Gegenüberstellung, die sich aber dadurch erklären dürfte, dass sowohl die Unternehmen als auch das Kapital ihre Renditen vorrangig im Ausland erwirtschaften, während die Löhne und Gehälter im Inland erwirtschaftet werden.
Dazu kommt die Inflation, die bei Produkten des täglichen Bedarfs höher ist, ebenso wie die hohen Benzinpreise und steigende Preise für öffentliche Verkehrsmittel. Doch wird da etwa entgegengesteuert? Nein!
Ich sehe momentan vorrangig Deflation, nicht Inflation, und zwar vor allem auch bei Vermögensanlagen.
Spitzensteuersätze
Diese Betrachtung führt irre. Erstens muss man die Steuer- und Abgabenquote als ganzes betrachten. Zweitens wird in Deutschland der Spitzensteuersatz außerordentlich früh erreicht. In Deutschland zahlt ein großer Teil des Mittelstandes Spitzensteuersatz.

Und der Mittelstand ist doch genau die Klasse in Deutschland, die am meisten leiden muss. Die Oberschicht ist durch nationale Politik und hiesige Steuern kaum greifbar, und wo sie es ist, da tut es ihr nicht weh, denn sonst wäre sie bereits im Ausland. Und die Unterschicht wird in Deutschland massiv staatlich alimentiert, kann sich im Grunde also nicht beschweren. Wer dagegen das Pech hat, zum deutschen Mittelstand zu gehören - dem nimmt's die Politik kräftig. Die Mitte bringt die Leistung, hat aber nicht den Ertrag. Und dass sie vom System verarscht wird beweist dabei die Tatsache, dass unser Land von einer breiten Mehrheit der Parteien der Mitte regiert wird...
 

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Ich muss ehrlich zugeben, dass ich meine Positionen überdacht habe und inzwischen wieder eher ein linksliberaler Grüner bin ;).

Diese 4 Verräter haben es geschafft, die Linke noch weiter zu stärken, davon bin ich überzeugt. Denn glaubwürdig ist die SPD nun nicht mehr.
 

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Eroberer
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Eroberer

Beitrag von Aaron Sulla »

Danke für den Literaturhinweis... Ich schreibe zufällig gerade Magisterarbeit darüber...
Bezüglich auf 9/11 73 meld dich ruhig mal bei mir, ich hab darüber veröffentlicht.
 

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Aaron Sulla, Prime Executive of the Aurorian Confederation
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