Original von Konrad Grimm
auf dem Höhepunkt der westlichen Zivilisation, am Anbeginn ihres Untergangs.
Der Höhepunkt der westlichen Zivilisation lag Ende des 18. Jhds., grob geschätzt auf die 1780er Jahre, mit Gründung der USA, zumindest was ihre kulturelle Zivilisiertheit angeht, welche immer noch fundamentaler ist als alle anderen Aspekte des Zivilisationsprozesses. Seither zehren wir nur noch von eiem auslaufenden Moment, das uns zwar große wissenschaftliche und materielle Fortschritte gebracht hat, uns aber im Angesichts des aufsteigenden Irrationalismus nicht ewig tragen wird. Zwei Weltkriege hat dieser Irrationalismus uns schon gekostet, die unsere Zivilisation an den Rand des Abgrunds gebracht haben. Dass wir seit 60 Jahren nun relativ ruhig leben, ist allein dadurch bedingt, dass der zivilisatorische Aspekt noch stark genug war, um die institutionellen Ausformungen der diversen Irrationalismen im Krieg zu schlagen und zu diskreditieren, so dass uns eine Periode des langsamen Dahinsiechens vergönnt wurde, in der es keine kraftvollen Irrationalismen mehr gab, welche das kulturelle Vakuum hätten füllen können. Dieser Periode geht mit einem immer ekelhafter brodelnden Emotionalismus und der Rückkehr fundamentalistischer Religion als sinnstiftender Vakuumfüller nun auf ihr Ende zu. Wir werden sehen, ob sich das Blatt wenden lässt.
Zuletzt geändert von Kreittmayr am Sa 8. Nov 2008, 23:21, insgesamt 1-mal geändert.