Die ganz große Koalition im Bundestag ist sich einig: Kindererziehung ist Sache des Staates. Ob Christdemokraten (die einmal mehr zeigen, dass christliche Unionswähler nur nützliche Idioten sind), Sozialdemokraten, Grüne, Freie oder - natürlich! - Sozialisten, alle sind sie einer Meinung: Deutschland braucht endlich mehr Kindertagesstätten!
Vorgeschobene Begründung: Der Demografische Wandel. Angeblich, so tönt es aus Berlin, würden die Frauen in Deutschland nur deshalb keine Kinder mehr bekommen, weil der Staat sich nicht um die Betreuung kümmere. Den Nachweis dieses hübschen These bleibt man schuldig - zwar gibt es in der Tat Länder mit mehr KiTas und einer besseren Geburtenrate; es gibt aber auch genauso viele Gegenbeispiele (genannt seien die USA und Irland), wo trotz fehlender staatlicher Betreuer Frauen durchschnittlich sogar noch mehr Kinder auf die Welt bringen als im viel gepriesenen Skandinavien. Und auch ein Blick nach Deutschland zeigt: Ausgerechnet in Ostdeutschland, wo das Verhältnis Kind zu KiTa-Plätzen um den Faktor vier höher sind als im Westen, sind die Geburtenraten am niedrigsten.
Und selbst wenn das das Problem wäre: Warum folgt die Politik nicht dem Vorschlag verschiedener Ökonomen, statt staatlicher Betreuungsangebote Gutscheine oder schlicht einen Betreuungszuschuss zu zahlen?
Könnte es sein, dass es der Politik um ganz andere Ziele geht? Etwa - wie die Katholische Kirche meint - um die Umerziehung der Frauen, um das endgültigen Entwerten des Bildes der Hausfrau und Mutter? Oder geht es gar - das DDR-Vorbild lässt grüßen - schlicht darum, die Kinder möglichst bald unter die Aufsicht staatlicher Erzieher zu kriegen? Möglichst dann Zugriff auf die Gehirne der zukünftigen Wähler und Steuerzahler zu bekommen, wenn diese am beeinflußbarsten sind?
Sicher: Die BRD ist nicht die DDR. Noch müssen hierzulande die Kinder nicht als hoffnungsvolle Jungpioniere auf dem Kindergartenhof die Flagge der Republik bewachen.
Doch sollten wir wirklich - wie es Ulrich Wickert getan hat - damit alles Mißtrauen gegen unseren Staat vom Tisch wischen?