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Kaiser
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Original von Damian Fuller
Was aber voraussetzt, dass die Zivilisation mal weggedacht wird - allerdings ist sie ja auch ein Konstrukt, dass sich der Mensch ohne festen Plan "erfunden" hat bzw. was sich entwickelt hat.
Nicht wirklich. Du wirst feststellen, dass tatsächlich sehr viele Menschen so handeln. Ich möchte da gar nicht auf de Sade verweisen, der ist mir zu widerlich. Aber nimm Machiavelli, nimm auch Stirner (seine Ausführungen über Gott und Sultan, die beide auch tun, was sie wollen), und Du wirst sehen - wer sich an Gesetze und Moral hält, ist selber schuld. Natürlich macht es Sinn, diese zum eigenen Werkzeug zu machen. "Respektiert gefälligst mein Eigentum - aber, psst, ich werde eures nicht respektieren". Ich stehe über allen Normen. Meine Norm ist mein Wille, mein Wille geschehe!

Richtig ist: Die Zivilisation stürzt ein, wenn alle so handeln. Die Zivilisation wäre auch nie entstanden.

Würden alle so denken und handeln wie ich, wäre zudem - ich finde den Gedanken lustig - die Menschheit nach einer Generation Geschichte gewesen (angesichts der Einsicht, dass das Leben sinnlos ist und folglich Fortpflanzung die Verlängerung des Sinnlosen fehlt mir der Wunsch zu letzterem)
 

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Kaiser
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Original von Kreittmayr
Nein. Weil vieles von dem, was du als Möglichkeit tun kannst, in Anbetracht deiner Natur und der Beschaffenheit der Realität objektiv schlecht für dich ist, auch wenn es nicht immer zu deiner unmittelbaren Vernichtung führt.
Ist meine unmittelbare Vernichtung schlecht für mich? Objektiv nein. Ob ich tot bin oder lebe, das ist objektiv egal. Subjektiv - entscheide das ich.
 

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Kaiser
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Original von Konrad Grimm
Ich stehe über allen Normen. Meine Norm ist mein Wille, mein Wille geschehe!
Siehst Du, sogar Thorsten hat Ideologie/eine normierende Interpretation der Realität. ;)
 

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Sophia Kreittmayr (FVP), Präsidentin des Unionsrates
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Unionsministerin des Inneren a.D.
Jungspund
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Original von Konrad Grimm
"Respektiert gefälligst mein Eigentum - aber, psst, ich werde eures nicht respektieren". Ich stehe über allen Normen. Meine Norm ist mein Wille, mein Wille geschehe!
Ja, das wäre ohne jegliche Vorprägung der menschlichen Entwicklung durchaus möglich. Wer die Macht bzw. das Potenzial dazu hat, kann das tun. Warum sollte er auch nicht? Gott wird ihn nicht strafen.
Allerdings müsste man auch mal Pause machen können, denn das "Ich tue alles, was in meiner Macht steht und auf was ich Lustgewinn vermute, wird zu einem ewigen Kampf. Und dieser Teil der Naturgeborenheit des Menschen ist ja auch eventuell in der Entwicklung der Bequemlichkeit und relativen Sicherheit von verlässlichen Regeln gewichen.
 

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Damian Fuller
Kaiser
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Original von Konrad Grimm
Ist meine unmittelbare Vernichtung schlecht für mich? Objektiv nein. Ob ich tot bin oder lebe, das ist objektiv egal. Subjektiv - entscheide das ich.
Der Realität als ganzer ist es in der Tat völlig wurst, ob du fortbestehst oder liquidiert wirst. Aber die Realität hat keinen Blickwinkel auf dich, und entsprechend gibt es da auch nicht soetwas wie "Objektivität". Das Leben ist nicht intrinsisch wertvoll, das ist korrekt. Aber aus der Perspektive des lebenden Organismus selbst ist es objektiv wertvoll.

Der Mensch qua lebender Organismus ist eine funktionale Integration seiner verschiedenen Teile bzw Organe, die allesamt auf ein Ziel ausgerichtet sind: Der möglichst intakte Fortbestand des Ganzen. Die Tätigkeiten von Herz, Lunge, Verdauungstrakt und was nicht alles haben spezifische Funktionen, die auf das Leben des Organismus bezogen sind: ihn zu erhalten. Versagen sie, stirbt der Organismus (sofern er die Funktion nicht irgendwie kompensieren kann). Und ebenso ist es auch mit Denken und Handeln; auch sie haben im Leben eines Organismus eine Funktion, die auf sein Leben bezogen ist. Jedes Mal, wenn der Mensch sich entscheidet, zu handeln, oder auch nur zu denken (wobei das Denken auf gewisse Weise dem Handeln gleichzusetzen ist, da es sich bei beiden effektiv um Willensakte handelt), affimiert er seine eigene Existenz und setzt seinem Agieren das implizite Ziel, den eigenen Fortbestand zu sichern. Der Wille zu denken/zu handeln und der Wille, zu leben, sind identisch. Und deshalb muss sich jedes Denken und Handeln an den objektiven, von der Realität für die Art von Organismus, die wir sind, vorgebenen Erfordernissen unseres Fortbestandes und Gedeihens messen. Indem wir einen Willensakt vollziehen, setzen wir uns mit Notwendigkeit ein allumgreifendes Ziel - unser Leben -, und dieses dient als Bewertungsmaßstab für unser konkretes Verhalten, das als gut oder schlecht bewertet wird, je nachdem, ob es diesem Ziel letztlich kausal zuträglich oder abträglich ist.

Was den Sinn der Sache angeht: Das Leben ist ein Prozess, und das Ziel dieses Prozesses ist sein Weitergehen. Der Lebensprozess ist sich selbst Ziel und Sinn.
 

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Tripel-As
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Tripel-As

Beitrag von Rainer Zufall »

. Jedes Mal, wenn der Mensch sich entscheidet, zu handeln, oder auch nur zu denken (wobei das Denken auf gewisse Weise dem Handeln gleichzusetzen ist, da es sich bei beiden effektiv um Willensakte handelt), affimiert er seine eigene Existenz und setzt seinem Agieren das implizite Ziel, den eigenen Fortbestand zu sichern. Der Wille zu denken/zu handeln und der Wille, zu leben, sind identisch.
Und was ist, wenn ein Mensch beschließt, durch eine Handlung seine Existenz zu beenden? Hätte ja nicht das Ziel, den eigenen Fortbestand zu sichern.
 

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Rainer Maria Zufall
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Kaiser
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Kaiser

Beitrag von Kreittmayr »

Original von Rainer Zufall
Und was ist, wenn ein Mensch beschließt, durch eine Handlung seine Existenz zu beenden? Hätte ja nicht das Ziel, den eigenen Fortbestand zu sichern.
Da kommt es auf den Kontext an. Im Normalfall wäre eine solche Handlung eine Todsünde schlechthin. Mit Normalfall meine ich: Sofern das Ziel -- Leben, Gedeihen, Glück -- durch eigene Anstrengung möglich bzw erreichbar ist (auch wenn man ganz unten ist und die nötigen Anstregungen enorm wären). Wo das aber nicht mehr der Fall ist, z.B. bei Patienten mit einer schmerzvollen unheilbaren, ggf. tödlichen Krankheit, oder bei Insassen eines Konzentrationslagers ohne Aussicht auf Flucht oder Rettung -- da ist ein Suizid moralisch völlig legitim. Nichts kann einen dazu verpflichten, weiter nach einem Ziel zu streben, das per se nicht erreichbar ist; das wäre absurd. Und im Übrigen würde in einem solchen Kontext ein Suizidakt auch keine Negation des eigenen Lebenswillens darstellen, sondern im Gegenteil vielmehr seine tragische Affirmation: Ich weigere mich, mit irgendetwas anderem als einem vollen, menschenwürdigen Leben zufrieden zu sein.
 

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Sophia Kreittmayr (FVP), Präsidentin des Unionsrates
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Kaiser
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Original von Damian Fuller
wird zu einem ewigen Kampf.
Um schon wieder eine Sentenz zweckzuentfremden :evil:

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Kaiser
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Original von Konrad Grimm
"My philosophy, in essence" - Leben heißt kämpfen.
Sparren. Nicht?
 

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Kaiser
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Original von Kreittmayr
Sparren. Nicht?
Nö, aus Darwin abgeleitete vermutete Aussage über die Wirklichkeit.
 

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