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Registriert: Di 29. Apr 2008, 10:56
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Auch der Kapitalismus hat sich radikal geändert. In den 50er und 60er Jahren hatte man es mit einem gesteuerten Kapitalismus zu tun, heute mit einem neoliberalen Kapitalismus. Um es mal ganz treffend zu sagen: Was die Linke in ihrem aktuellen Zustand wirtschaftspolitisch vorallem möchte, ist, zurück zum gesteuerten Kapitalismus zu kommen.Original von Oliver von Palm
Ach, möchte sie auf einmal doch den Kapitalismus? Dann ist sie ja überflüssig, weil man alles so lassen kann, wie es ist.

Profi
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Registriert: Mi 21. Mär 2007, 11:28
Was ist "gesteuerter Kapitalismus"?Auch der Kapitalismus hat sich radikal geändert. In den 50er und 60er Jahren hatte man es mit einem gesteuerten Kapitalismus zu tun, heute mit einem neoliberalen Kapitalismus. Um es mal ganz treffend zu sagen: Was die Linke in ihrem aktuellen Zustand wirtschaftspolitisch vorallem möchte, ist, zurück zum gesteuerten Kapitalismus zu kommen.
Beiträge: 478
Registriert: Mi 14. Mär 2007, 17:54
Die Gesellschaft ist von einer selbigen der Leistungserbringer und Erwirtschafter zu einer Gesellschaft der Verwalter und Leistungsempfänger geworden. Unabhängig von den moralisch-sittlichen Langzeitwirkungen, die so eine Alimentierungsgesellschaft haben könnte/hat.Original von Montgomery Scott
Es hat sich geändert, inwieweit sie die Gesellschaft ändern will (die sich ja auch selbst mittlerweile bereits radikal verändert hat) und was man unter dem Begriff Sozialismus versteht, ja.
Aber dass die Finanzierung auf die bisherige Weise zumindest nicht funktioniert sieht man an der Staatsverschuldung.
Rafael van der Linden, Kellner im Café Sonderbar Manuri
Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Die ökonomische Epoche, die grob umrissen mit dem frühen Fordismus beginnt und mit der antikorporatistischen Politik der Thatcher-Reagan-Kohl-Generation endet. Oft werden in den Sozialwissenschaften auch "Gesteuerter Kapitalismus" und "Fordismus" synomym gebraucht.Original von Oliver von Palm
Was ist "gesteuerter Kapitalismus"?
Zuletzt geändert von Montgomery Scott am Mo 15. Sep 2008, 15:19, insgesamt 1-mal geändert.

Jungspund
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Registriert: Mo 11. Jun 2007, 15:35
Haben diese Begriffe auch inhaltliche Substanz oder bestätigen sie nur das Vorurteil, dass Sozialwissenschaften zu 90% nur der Legitimation linker Politik und Sichtweisen dienen?Original von Montgomery Scott
Oft werden in den Sozialwissenschaften auch "Gesteuerter Kapitalismus" und "Fordismus" synomym gebraucht.
Zuletzt geändert von Damian Fuller am Mo 15. Sep 2008, 15:21, insgesamt 1-mal geändert.
Damian Fuller
Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Diese Formulierung ist in Bezug auf die Unterschiede zwischen SED-Blütezeit und Linke.-Ära Quatsch.Original von Rafael van der Linden
Die Gesellschaft ist von einer selbigen der Leistungserbringer und Erwirtschafter zu einer Gesellschaft der Verwalter und Leistungsempfänger geworden. Unabhängig von den moralisch-sittlichen Langzeitwirkungen, die so eine Alimentierungsgesellschaft haben könnte/hat.
Aber dass die Finanzierung auf die bisherige Weise zumindest nicht funktioniert sieht man an der Staatsverschuldung.

Beiträge: 5381
Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Jaja, die Sozialwissenschaften sind nur eine Pseudowissenschaft, um die Kommunistische Weltverschwörung intellektuell zu stärken. Hab ich für einen Moment vergessen, stimmt.Original von Damian Fuller
Haben diese Begriffe auch inhaltliche Substanz oder bestätigen sie nur das Vorurteil das Sozialwissenschaften zu 90% zur Legitimation linker Politik und Sichtweisen dienen?

Jungspund
Beiträge: 348
Registriert: Mo 11. Jun 2007, 15:35
Nein, Kommunismus ist - wie Grimm so schön sagte - abgemeldet.Original von Montgomery Scott
Jaja, die Sozialwissenschaften sind nur eine Pseudowissenschaft, um die Kommunistische Weltverschwörung intellektuell zu stärken. Hab ich für einen Moment vergessen, stimmt.
Ich meinte als Ökonom eher die Frage, warum man in den 50er und 60er-Jahren in Deutschland einen "gesteuerten Kapitalismus" sieht, während man heute überall die neoliberale Politik vermutet. Denn ökonomisch waren die 50er und 60er-Jahre in Deutschland die (relativ) ordoliberalen* Jahre, Staatsquote, Gesetzes-/Regulierungsanzahl, Sozialausgaben und Staatsverschuldung deutlich niedriger als heute.
Interessant auch, dass man heute dem Neoliberalismus unterstellt, er wäre ein korporatistisches System und fordere eine Verflechtung von Staat/Politik und Wirtschaft (in Form der bösen Großunternehmen).
* Der Ordoliberalismus ist die deutsche Mainstream-Variante des in den 30er-Jahren entstandenen im Gegensatz zum Keynesianismus stehenden Neoliberalismus.
Zuletzt geändert von Damian Fuller am Mo 15. Sep 2008, 15:33, insgesamt 1-mal geändert.
Damian Fuller
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Registriert: Do 15. Mär 2007, 12:30
Da ist im alltäglichen Diskurs einiges durcheinander, da geb ich Dir recht. "Die Sozialwissenschaften" behaupten auch gar nicht, mit dem Neoliberalismus wäre die staatliche Intervention zurückgegangen (der von mir schon einige Male erwähnte James Fulcher hat eine sehr treffende Zusammenfassung verfasst), sie hat sich nur von der Zügelung auf die Revitalisierung verlagert. Dass gerade eine liberale Wirtschaftsordnung im kapitalistischen Zeitalter enorme politische Interventionen benötigt, um stabil zu bleiben (siehe US-Finanzkrise), ist eine interessante Randnotiz dieser Entwicklung. Wie dem auch sei - typisch für die WASG ist, die Rückkehr zur Wirtschaftspolitik des gesteuerten Kapitalismus zu fordern.

