Entnommen: weissgarnix.deInteressant, was die Financial Times gestern berichtete: die Chinesen, genauer ihre mit der Verwaltung der Devisenreserven betraute Agentur “Safe” (State Administration of Foreign Exchange), schlossen einen Deal mit Costa Rica, der vorsieht, dass die Chinesen 300 Millionen Dollar an Staatsanleihen des südamerikanischen Landes zeichnen. Dafür verpflichtet sich Costa Rica zu einer ganz bestimmten Gegenleistung, und die sieht so aus:
“Vom Tag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Republik Costa Rica und der Volksrepublik China an, wird die Regierung Costa Ricas ihre diplomatischen Beziehungen mit Taiwan beenden. Sie wird ihre Botschaft in Taiwan schliessen und binnen eines Monats ihr Botschaftspersonal aus Taiwan abziehen. Gleichzeitig wird sie die Botschaft Taiwans in Costa Rica schliessen lassen und anordnen, dass sämtliches Botschaftspersonal das Land verlassen muss.”
[...]
Für die Republik Costa Rica ist es jedenfalls ein cooler Deal, darauf deuten auch die Konditionen hin, mit denen die Bonds für die Chinesen ausgestattet sind:
“Sobald die diplomatischen Beziehungen aufgenommen worden sind, wird China in zwei gleichen Teilen Anleihen Costa Ricas kaufen, für einen Gesamtbetrag von 300Mio Dollar. Diese Anleihen haben die folgenden Eigenschaften: interne Schuldverschreibungen ausgegeben vom Schatzamt Costa Ricas, 2% jährlicher Kupon, halbjährlich zahlbar. Laufzeit 12 Jahre. Garantiert durch die Regierung Costa Ricas.”
12 jährige Anleihen der Republik Costa Rica rentieren aktuell mit rund 6,4%. Costa Rica spart durch diese “kleine Gefälligkeit” gegenüber den Chinesen also zwei Drittel der sonst üblichen Zinskosten, bei 300 Mio und 12 Jahren Laufzeit immerhin runde 160 Millionen Dollar. Das überzeugt doch ungemein, oder?
Wer braucht da noch diplomatische Beziehungen mit Taiwan?
Kaiser
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oder jedenfalls deren außenpolitische Selbstbestimmung:
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Taiwan. Also bitte. Wer darüber mal scharf nachdenkt, der weiß ziemlich sicher, ob er zur Republik oder zur Volksrepublik Kontakte aufnimmt. Und wer sich das ganze noch bezahlen lässt, hat einfach den Kapitalismus verstanden. Was gibt es da zu meckern?
Palin Waylan-Majere OEL
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Das gabs auch schonmal in geringerem Umfang:
Nauru war einst reich, weil sie ihr Uran vertickt haben, aber man hatte nicht "nachhaltig" vorgesorgt und so stand man vor dem Nichts als das Zeug alle war (die Insel ist ja sehr klein)... "Glücklicherweise" war Nauru einer der gut 20 Staaten, die diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhielten. Die Chinesen boten dann an, die Schulden der staatlichen Fluggesellschaft Air Nauru für eine Boing 747 zu begleichen, wenn man denn seinen außenpolitischen Kurs ändert. Das tat Nauru dann auch....
Mittlerweile erkennen sie aber Taiwan wieder an, weil das Geld aus Peking wohl nie angekommen ist.
Und ja, der Westen macht und v.a. machte es in vielen Fällen genauso... Dennoch ist es wieder interessant die Gegenrelativierung zu sehen, über die ich im anderen Thread (Alverano = Elián) gesprochen habe, nur weil bei den Chinesen aussen noch "Kommunismus" draufsteht. Dabei hat sich gerade das Wirtschaftssystem dort weit vom "Ideal" entfernt... Wie las ich mal so schön in der Zeitung: "Wahrscheinlich würde Engels heute über "Die Lage der arbeitenden Klassen in China" schreiben. Übrig geblieben ist vom Kommunismus also nur die Repression. Loose/Loose Situation würde ich sagen... :daumen:
Und damit es trotz des ersten Satzes des letzten Abschnitts nicht heißt, ich würde den Westen schönreden, habe ich am Schluss noch ein kontroverses Statement für euch: Ich bin der Meinung, daß die Russen mit der Anerkennung von Abachasien und Südossetien im Recht sind und zwar in dem Sinne, daß sie nur selbst nach einer Logik handeln, wie sie der Westen im Präzidenzfall Kosovo selbst geschaffen hat.
Dennoch geht mir die chinesische Politik im Allgemeinen auf den Sack...
Nauru war einst reich, weil sie ihr Uran vertickt haben, aber man hatte nicht "nachhaltig" vorgesorgt und so stand man vor dem Nichts als das Zeug alle war (die Insel ist ja sehr klein)... "Glücklicherweise" war Nauru einer der gut 20 Staaten, die diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhielten. Die Chinesen boten dann an, die Schulden der staatlichen Fluggesellschaft Air Nauru für eine Boing 747 zu begleichen, wenn man denn seinen außenpolitischen Kurs ändert. Das tat Nauru dann auch....
Mittlerweile erkennen sie aber Taiwan wieder an, weil das Geld aus Peking wohl nie angekommen ist.
Und ja, der Westen macht und v.a. machte es in vielen Fällen genauso... Dennoch ist es wieder interessant die Gegenrelativierung zu sehen, über die ich im anderen Thread (Alverano = Elián) gesprochen habe, nur weil bei den Chinesen aussen noch "Kommunismus" draufsteht. Dabei hat sich gerade das Wirtschaftssystem dort weit vom "Ideal" entfernt... Wie las ich mal so schön in der Zeitung: "Wahrscheinlich würde Engels heute über "Die Lage der arbeitenden Klassen in China" schreiben. Übrig geblieben ist vom Kommunismus also nur die Repression. Loose/Loose Situation würde ich sagen... :daumen:
Und damit es trotz des ersten Satzes des letzten Abschnitts nicht heißt, ich würde den Westen schönreden, habe ich am Schluss noch ein kontroverses Statement für euch: Ich bin der Meinung, daß die Russen mit der Anerkennung von Abachasien und Südossetien im Recht sind und zwar in dem Sinne, daß sie nur selbst nach einer Logik handeln, wie sie der Westen im Präzidenzfall Kosovo selbst geschaffen hat.
Dennoch geht mir die chinesische Politik im Allgemeinen auf den Sack...
Zuletzt geändert von Julia Elián am So 14. Sep 2008, 07:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Genau.Original von Michael Schneider
China ist inzwischen einfach eine Diktatur mit kommunistischem Anstrich. Nix weiter.
Wolfgang Müller
Imperialkanzler der Republik Imperia a.D.
Stellvertretender Vorsitzender der Linken Liste e.V.
Präsident des Imperianischen Fußballverbandes
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