Ich verlese dazu nun den Brief des Unionspräsidenten an Sie.
Dr. Montary nimmt einen Umschlag aus der Anzugsinnentasche, öffnet ihn und legt den Brief auf das Pult. Er verliest ihn mit kräftiger Stimme...

Liebe Abgeordnete des 26. Unionsparlaments,
leider kann ich zur heutigen feierlichen Stunde nicht persönlich bei Ihnen sein, darum übermittle ich Ihnen durch meinen Stellvertreter die besten Wünsche für die kommenden Legislaturperiode. Sie nehmen mit ihrer jeweiligen Aufgabe, sei es in den Regierungsfraktionen oder den Oppositionsfraktionen, alle eine gemeinsame Verantwortung wahr, nämlich zum Besten unseres Landes zu wirken.
Ganz gleich wie die Machtverhältnisse in diesem Haus sich in den kommenden Tagen gestalten werden spreche ich heute schon an die kommende Regierung eine Warnung aus: Macht, meine Damen und Herren, wird in der Demokratie stets nur auf Zeit verliehen. Nutzen Sie Ihre Zeit!
Sie werden in den nächsten Monaten einige Diskussionen führen über gesetzliche Veränderungen in der Demokratischen Union. Sie werden darüber debattieren welche konkreten Maßnahmen geboten sind und welche besser unterbleiben sollten. Bei allem Elan und bei einiger differenzierten politischer Grundauffassung sollten Sie doch nicht vergessen, wie wichtig Fairness und Respekt vor dem politischen Gegner sind, welchen Sie selber von anderen erwarten. Damit will ich keinesfalls eine trockenen Debattenstil anmahnen, der Polemik scheut. Er muss eben aber sachorientiert sein.
Ein weiteres sei angemerkt. Politik ist nur ein gesellschaftliches Wirkungsfeld unter anderen. Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft folgen anderen Gesetzmäßigkeiten und organisieren sich selbst. Nicht alle gesellschaftlichen Bereiche dürfen und müssen sich der staatlichen Bevormundung fügen. Ihnen fällt es somit zu als Abgeordneten sorgfältig zu abzuwägen zwischen Freiheit des Einzelnen und dem Wohl der Allgemeinheit. Sie haben im Unionsparlament die fundamentale Aufgabe des Rechtsstaats: Nämlich die Teilhabe an der Verantwortungsteilung und Begrenzung der Macht des Staates. Nutzen Sie diese auch.
Ich hoffe nun sehr, dass es Ihnen gelingt den Menschen in der Demokratischen Union wieder mehr Optimismus, Selbstvertrauen und Zuversicht aber auch die Gewissheit zu vermitteln, dass ihre Sorgen in angemessener Weise im Parlament zur Sprache gebracht und ihre Fragen klare Antworten finden, auch wenn die Antworten sicherlich höchst unterschiedlich ausfallen werden. Wir sollten dagegen endlich aufhören, das eigene Land wider besseres Wissen schlecht zu reden, nur um politische Geländegewinne zu erzielen.
In dem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes Gelingen und eine erfolgreiche Amtszeit! Stellvertretend für mich wird Ihnen der Unionsratspräsident nun den Amtseid abnehmen, mit welchem Sie Ihr Mandat annehmen.
Ihr

Dr. Sean William Connor
Unionspräsident der Demokratischen Union
Werte Damen und Herren,
gemäß der gleich von mir verlesenen Liste darf ich Sie bitten, hervorzutreten und folgenden Eid zu leisten:
„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des Volkes der Demokratischen Union widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, die Verfassung und die Gesetze des Staates wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde!“
Der Eid kann beliebig um eine religiöse Beteuerung erweitert werden.
Ich bitte nun hervor:
Von der Liste der Sozialdemokratischen Partei der Demokratischen Union:
Herrn Professor Charles Dowan
Von der Liste der Vaterländischen Union:
Herrn Professor Hajo Poppinga und
Herrn Konrad Grimm
Von der Liste der Grünen:
Frau Doktor Denise Marisa Heidenberg
Von der Liste der Freiheitlich-Liberalen-Allianz:
Herrn Professor Sylvain Rousseau-Mason,
Frau Juno-Phyllis Mason und
Herrn Jan Frederik Frohn
Von der Liste des Demokratischen Zentrums:
Herrn Michael Schneider
Von der Linken Liste:
Herrn Wolfgang Müller und
Herrn Montgomery Scott
Von der Liste für Freiheit und Demokratie:
Frau Helen Bont


