*sim off*Presseerklärung
Prof. Dr. Thorstein Richter
Unionsminister, MdUP
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,
ich habe mich immer als jemanden eingeschätzt, der nicht gerade gerne Sachen schön redet, Reden schwingt oder nicht direkt auf einen Punkt hinweist. Mir fällt es nicht allzu oft schwer, mich klar und direkt auszudrücken oder Menschen Informationen mitzuteilen. In den letzten Wochen allerdings ist mir das allerdings unheimlich schwer gefallen. Ein Fakt, für den ich mich entschuldigen will.
Ich möchte Ihnen und Euch hiermit mitteilen, dass ich nach dem Ablauf dieser Legislaturperiode alle politischen Ämter niederlegen werde. Diesen Schritt bedauere ich, genauso wie die Ereignisse der letzten Wochen.
Anfang Juli stellte man am Montary Portman University Hospital einen nussgroßen Prostatatumor bei mir fest. Er wurde Mitte Juli erfolgreich und vollständig entfernt. Seit diesem Zeitpunkt befinde ich mich noch in strahlentherapeutischer Behandlung. Metastasen sind nicht aufgetreten, der Tumor selbst wurde als gutartig befunden. Dieser Kampf ist gewonnen.
Ich habe der Öffentlichkeit meinen Gesundheitszustand verschwiegen. Warum ich das getan habe, können Sie sich ausmalen. Ich bedauere dennoch, es getan zu haben. Da ich ein öffentliches Amt ausübe, haben Sie ein Recht, dies zu erfahren. Für diesen Fehler möchte ich mich hiermit bei Ihnen in aller Form entschuldigen. Dieses Informationsdefizit ist allein mir zu Schulden, da ich weder Kanzlerin, noch Vizekanzler informiert habe. Auch ein Fehler, für den ich mich entschuldigen möchte.
Mein Glauben an "Zeichen" oder Ähnliches ist beschränkt. Dennoch sehe ich die Ereignisse als eine Art "Richtungsentscheidung". Ich möchte anderen die Chance geben, in das politische Leben mit voller Kraft und vollem Elan eintauchen zu können. Irgendwann gibt es einen Punkt, an dem man akzeptieren sollte, dass man selbst auch älter wird und nicht nur andere. Ich möchte die letzten Jahre meines beruflichen Daseins so verbringen, wie ich es Jahrzehnte lang getan habe: als Wissenschaftler, Dozent und in erster Linie Arzt.
Ich bin und bleibe dennoch Grüner mit Leib und Seele. Es hat mir Spaß gemacht, politisch mitzuarbeiten. Sowohl in Unionsregierung, Unionsparlament als auch in der Partei. Das ändert jedoch nichts an meiner Entscheidung. Ich danke allen, mit denen ich in den vergangenen Monaten zusammenarbeiten durfte und die mich auf diesem Weg begleitet haben. Mir hat diese Zeit Spaß gemacht.
Ich hoffe auf Ihr Verständnis und bedanke mich für Ihr Vertrauen. Den politischen Entscheidungsträgern der verbleibenden und kommenden Legislaturperiode wünsche ich viel Mut, Kraft, Entscheidungsfreudigkeit und - wie ich immer mehr erkennen muss - vor allem Gesundheit. Vielen Dank für alles.
Ihr
Thorstein Richter
Manche Studenten in bestimmten Studiengängen - besonders Mediziner - betonen ja gerne, wie zeitintensiv ihr Studium doch ist. Das hat manchmal mehr mit Aufplusterei als mit Realität zu tun. Leider isses bei mir wirklich so: Mitte Juli Chemie-, Neuroanatomie-, Physik-Klausur. Und dann kam Ende Juli / Anfang August das Monster schlechthin: Anatomie. Mündlich und schriftlich. Es ist alles glatt gegangen und wirklich gut gelaufen, aber ich habe in dieser Zeit nicht wirklich etwas anderes vor Augen gehabt als Medizin (ich habs ein wenig übertrieben und das werde ich in diesem Maße auch nie wieder machen ^^). Klipp und klar gesagt: ich hatte abends einfach nicht mehr die Lust, hier hereinzugucken und erst recht nicht, irgendetwas zu gestalten - Zeit leider auch nicht. Ich ahnte, dass es schwierig wird und es wurde schwierig. Sehr schwierig. Jetzt habe ich zwar bis Oktober frei, aber mal ehrlich: ab Oktober das selbe nochmal von vorne ? Nein, nicht wirklich. Ich will der DU erhalten bleiben, aber eben durch Aktivitäten, die mich nicht an große Verpflichtungen und Erwartungen knüppeln. Deshalb möchte ich an der Ausgestaltung der Hochschullandschaft mitwirken. Ich hab den Schritt nicht gerne gemacht, aber es ist die einzig vernünftige Entscheidung. Sorry. *sim on*