
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
am gestrigen Mittwoch habe ich dem Unionswahlleiter meine Kandidatur für das Amt des Unionspräsidenten bekannt gegeben. Diese Kandidatur war nicht ein spontaner Akt, sondern von mir vorab reiflich überlegt und abgewogen. Ich stelle mich der kommenden Wahl als Kandidat um das Amt des ersten Repräsentanten der Union und werbe um Ihr Vertrauen.
Anders als viele Kritiker, die das Amt des Unionspräsidenten besser morgen als heute abschaffen möchten, sehe ich das die Rolle des Unionspräsidenten als eine verantwortungsvolle Aufgabe. Der Unionspräsident ist keineswegs eine Unterschriftenmaschine und der Grüß-August der Union, sondern, wie es unsere Verfassung treffend formuliert der oberste Repräsentant der Union und noch wichtiger der Wächter der Verfassung und Garant ihrer Einheit.
Wenn wir heute von Einheit reden, kommen wir nicht herum auch die Verbundenheit der Länder mit der Union anzumahnen und einzufordern. Warum sage ich das in dieser Rede? Wir wissen: Die Union steht vor Herausforderungen, die sie bisher nicht meistern konnte. Einerseits fehlt es am Willen notwendige Reformen durchzusetzen, andererseits fehlt es am Willen zum Dialog. Vier Monate Amtszeit einer Unionsregierung, mit vorausgehenden Koalitionsverhandlungen und daraus resultierendem Minimalkonsens als Regierungsprogramm lassen oft, das weiß ich wohl, eine breite Diskussion, auch angesichts der Fülle der Arbeit, nicht zu. Hier kann und darf der Unionspräsident sich politisch einmischen. Er kann und darf vermittelnd tätig werden. Ganz dem in der Unionsverfassung festgeschriebenen Grundsatz: Er [der Unionspräsident] ist der Mittler zwischen den anderen Staatsorganen und den gesellschaftlichen Gruppen innerhalb des Staates.
Ich wünsche mir in dem Sinne einen politischen Unionspräsidenten, der dennoch ungebunden und neutral bleibt. Einen Unionspräsidenten, der als Mittler zwischen den gesellschaftlichen Gruppen tätig wird. Dieser Unionspräsident möchte ich sein: Ein Unionspräsident für alle und die gesamte Demokratische Union. Für alle Bürgerinnen und Bürger, für jeden politischen Menschen, für jeden nicht politischen Menschen.
Ich möchte in sechs Monaten versuchen zu zeigen, dass der Unionspräsident nicht nur der erste Grüß-August der Union ist, sondern tatsächlich und wahrlich der erste Repräsentant des Staates. Das zu beweisen erfordert Engagement, Mut, Kraft und Erfahrung. Ich will Ihnen heute versprechen diese Attribute ins Amt mitzubringen und es für die Union so gut ich kann zu füllen.
Über Ihre Unterstützung meiner Kandidatur würde ich mich sehr freuen und danke Ihnen für die Aufmerksamkeit! Im Übrigen stehe ich auch für Nachfragen zur Kandidatur Ihnen zur Verfügung.