Original von Konrad Grimm
Was die Frage nicht beantwortet, warum Du Dich auf ihre Seite stellst.
Mag ja sein, dass viele zu Sklaven sozialisiert werden - aber das macht doch nichts. Warum fühlst Du Dich berufen, ihre Ketten zu lösen?
Naja, wirklich begründen kann und muss man das denke ich nicht, dass man bestrebt ist, die Welt positiv zu verändern.
Ach, die Oberschicht... das sind doch selbst so oft nur die eifrigsten der Sklaven!
Stimmt aber man ist eben immer beides in einem gewissen Maße: Sklavenhalter und Versklavter. und bei den Unteren liegt das Gleichgewicht sehr stark auf letzterem, bei den Oberen auf dem ersteren Aspekt.
Dass die Schafe nicht merken, dass sie Schafe sind, beweist letztlich doch am besten - ihr Schafsein.
Noch viel mehr beweist es, dass sie wie Schafe gehalten werden.
Wir sind auch von Natur aus ungleich, ungleich begabt, stark, intelligent. Wir sind von Natur aus mit ungleichem Vermögen ausgestattet. Ja: Die Sozialisation verstärkt das noch. Aber was soll's, da Gleichheit doch per se nicht erreichbar ist.
Wir sind nicht völlig gleich, nichts ist völlig gleich. Quantitativ wie qualitativ. Die Frage ist aber, ob wir uns als
gleichwertig begreifen.
Ja, das sagt ja Stirner eben auch. Ebenso wie die ganz richtige Aussage, dass Reichtum die Schuld der Armen ist, die ihn dulden.
Letztendlich ja. Aber die Ideologie einer Gesellschaftsform dringt eben in die Köpfe der Menschen ein und benebelt sie, um es mal überspitzt zu sagen.
Allein: Was schert mich denn die Sache der Armen? Und warum machst Du Dich zum Anwalt der Lämmer? Sei doch lieber selbst Löwe!
Dafür kann es natürlich keine letzte Begründung geben. Gegen Asozialität kann man nicht argumentieren.
Zuletzt geändert von Montgomery Scott am So 6. Jul 2008, 22:13, insgesamt 1-mal geändert.