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Haudegen
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Haudegen

Beitrag von vSzP »

Original von Montgomery Scott
James Fulcher: Kapitalismus, Oxford 2004, S. 92
  • Im späten 19. Jahrhundert kam es in den USA zu einer größeren Eigentumskonzentration als in anderen Industriegesellschaften. Zunächst einmal geschah dies in Form "horizontaler" Verschmelzungen mit dem Ziel, eine marktbeherrschende Stellung zu erreichen, wie im Fall von Rockefellers Standard Oil. Zur vorherrschenden Form im 20. Jahrhundert wurde jedoch der "vertikal" integrierte Konzern, der eine starke und sichere Wettbewerbsposition aufbaute, indem er alle Stufen der Produktion und Distribution eines Produktes in sich vereinigte.
Und wie kommst du jetzt auf die "extremen sozialen Probleme?"

Monopole haben eine Gemeinsamkeit: sie beherrschen einen Markt nur temporär. Die Wettbewerbswirtschaft setzt sich durch.
 

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Steht nicht explizit drin. Dass Monopolbildung ein Problem ist, sollte aber eigentlich klar sein.
Monopole haben eine Gemeinsamkeit: sie beherrschen einen Markt nur temporär. Die Wettbewerbswirtschaft setzt sich durch.
Das halte nicht nur ich sondern auch die Fachwelt für eine sehr unplausible Theorie. Ein Monopol ist ja gerade eine Marktbeherrschung. Nicht jedes Monopol ist ein morphologisches Monopol.
 

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Haudegen
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Beitrag von vSzP »

Original von Montgomery Scott
Steht nicht explizit drin. Dass Monopolbildung ein Problem ist, sollte aber eigentlich klar sein.
Schau dir den "Markt" für Internetbrowser an: obwohl MS fast unendlich viel Kapital zur Verfügung hat und bei jedem neuen Standard-PC seinen IE fest installiert, nimmt der Marktanteil des IE ständig ab. Und das, trotz der guten Voraussetzungen von Microsoft. Warum? Weil Monopole nicht mehr im Wettbewerb stehen und weniger in F&E investieren. Die Attraktivität nimmt ab. So ist es z.B. nicht verwunderlich, dass der IE technische Erneuerungen erst einführt, nachdem alle anderen sie bereits haben.

Und daneben gibt es immer noch substitutive Güter, die sich ebenfalls positiv auf Monopole auswirken.
 

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Richtig, bei Software gibt es auch den Segen "Open Source".

Tatsächlich sind aber auch nicht die tatsächlichen Monopole das Problem sondern die Oligopole. Das hat Marx tatsächlich falsch gesehen. Diese Variante der Akkumulation und Marktmacht ist jedoch unübersehbar.
 

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Jafari Majes
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Beitrag von Jafari Majes »

Original von vSzP
Schau dir den "Markt" für Internetbrowser an: obwohl MS fast unendlich viel Kapital zur Verfügung hat und bei jedem neuen Standard-PC seinen IE fest installiert, nimmt der Marktanteil des IE ständig ab. Und das, trotz der guten Voraussetzungen von Microsoft. Warum? Weil Monopole nicht mehr im Wettbewerb stehen und weniger in F&E investieren. Die Attraktivität nimmt ab. So ist es z.B. nicht verwunderlich, dass der IE technische Erneuerungen erst einführt, nachdem alle anderen sie bereits haben.
Kannst du es mit deinem Gewissen überhaupt vereinbaren, diesen Kommunistenbrowser zu benutzen? ;)

Davon abgesehen, Software ist immateriell und damit was vollkommen anderes. Auf materielle Dinge läßt sich das Open-Source-Prinzip dummerweise nicht so einfach übertragen...
 

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Beitrag von vSzP »

Original von Montgomery Scott
Tatsächlich sind aber auch nicht die tatsächlichen Monopole das Problem sondern die Oligopole. Das hat Marx tatsächlich falsch gesehen. Diese Variante der Akkumulation und Marktmacht ist jedoch unübersehbar.
Richtig. Allerdings gibt es auch hiergegen ein gutes Mittel: Aufrechterhaltung des Wettbewerbs - in Deutschland wunderbar als Soziale Marktwirtschaft bezeichnet.
Je stärker die Konkurrenz, desto naheliegender das Bemühen, sie nach Möglichkeit durch oligopolistische und monopolistische Praktiken, also durch die Akkumulaion privatwirtschaftlicher Macht einzuschränken. Hiergegen ergriffen die USA auf Initiative eines "Anti-Trust-Movement" schon früh gesetzliche Maßnahmen (Sherman Act, 1890, Clayton Act 1914), die in der Folge vorbildhaft für die wettbewerbsfördernde Gesetzgebung in anderen Ländern wurden.
Franz-Xaver Kaufmann: Varianten des Wohlfahrtsstaates

Und in Deutschland sieht die Situation noch vorbildhafter aus. Ausgenommen sind hier die ehemaligen Staatsmonopolisten, die eine solche Macht und Größe haben, dass die nur ganz schwer in bestehende Märkte integrierbar sind und ihre (ehemalige) Monopolstellung immer noch bis zu den Grenzen ausschöpfen: Stasikom, Deutsche Post, Bahn...
Original von Jafari Majes
Kannst du es mit deinem Gewissen überhaupt vereinbaren, diesen Kommunistenbrowser zu benutzen? ;)
Ich bin ja auch Technokrat :evil:
Davon abgesehen, Software ist immateriell und damit was vollkommen anderes. Auf materielle Dinge läßt sich das Open-Source-Prinzip dummerweise nicht so einfach übertragen...
Richtig. Immatrielle Güter wie Software, digitale Musik, Bilder, Videos, Dateien etc. sind etwas wunderbares. Du kannst sie vervielfältigen ohne dass die ursprüngliche Datei Schaden nimmt.

Das Hauptziel der VWL ist ja eben die Überwindung der Knappheit. Bis wir bei Star Trek angelangt sind und einfach einer Maschine sagen was wir wünschen dauert es noch ein bißchen, aber eine digitale Datei ist theoretisch gesehen nicht mehr knapp.

(Urheberrechte etc. einmal - der Einfachheit - außen vor gelassen)
 

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Richtig. Allerdings gibt es auch hiergegen ein gutes Mittel: Aufrechterhaltung des Wettbewerbs - in Deutschland wunderbar als Soziale Marktwirtschaft bezeichnet.
Und was sagt Dir die Praxis? Konnte diese Politik das extreme Wachstum großer Konzerne mit ihrer steigenden Marktmacht in den letzten Jahrzehnten verhindern?
Und in Deutschland sieht die Situation noch vorbildhafter aus. Ausgenommen sind hier die ehemaligen Staatsmonopolisten, die eine solche Macht und Größe haben, dass die nur ganz schwer in bestehende Märkte integrierbar sind und ihre (ehemalige) Monopolstellung immer noch bis zu den Grenzen ausschöpfen: Stasikom, Deutsche Post, Bahn...
Meinst Du wirklich? De Facto ist z. B. die Musikindustrie (deren Existenz ich an sich schon für pervers halte) in der Hand eines kleinen Kreises von Menschen, nicht nur deutschlandweit, sondern weltweit. Diese beeinflussen nicht nur das Angebot für Waren sondern beeinflussen das Zielpublikum selbst mithilfe eines umfassenden Apparates von Musiksendern, Mainstream-Radio und Jugendzeitschriften. Diese umfassende Machtstellung einiger weniger Konzerne, die freilich wirtschaftswissenschaftlich gesehen durchaus auf einem lebendigen Markt konkurrieren, wäre vor hundert Jahren noch Stoff für Dystopische Romane gewesen.

Die größte Sorge der Musikindustrie ist, dass die Verkaufszahlen aufgrund der einfachen Kopiermöglichkeiten sinken. Dem schiebt man halt einen Riegel vor, indem man mithilfe der eigenen Machtstellung den Staat die entsprechenden juristischen Voraussetzungen schaffen lässt. Darüber, dass es so etwas wie Konkurrenz auf dem Musikmarkt gibt, macht sich dort noch nicht mal jemand Gedanken.
 

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