Antworten
Doppel-As
Beiträge: 229
Registriert: Fr 20. Apr 2007, 15:53
Benutzeravatar
Doppel-As

Beitrag von Julia Elián »

Ein bedingungsloses Grundeinkommen fuer Alle halte ich auch fuer Schwachsinn, v.A. weil es nicht finanzierbar ist. Interessant waere dagegen schon, alle Transferleistungen die es jetzt schon gibt unter einem solchen Dach zu vereinen, um Buerokratiekosten zu sparen.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Bild
Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Kaiser

Beitrag von Konrad Grimm »

Original von vSzP
Wir haben den technischen Fortschritt, die Logistik und Disposition. Warum müssen wir weiterhin soviel arbeiten? Ich verstehe es nicht und finde die Argumentation dahinter irreführend, wenn nicht sogar gelogen.
Wer sagt, dass wir das müssen? Ich arbeite Teilzeit, 20 Stunden die Woche. Wem der entsprechende Lebensstandard reicht - bitte. Mir ist es über das Studium hinaus nicht genug.

Netto habe ich am Ende des Monats übrigens exakt 8,65 Euro - acht Euro und fünfundsechzig Cent - mehr, als Herr Althaus jetzt gerne als "bedingungsloses Grundeinkommen" verschenken möchte...
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Haudegen
Beiträge: 1154
Registriert: Mo 26. Mär 2007, 17:36
Benutzeravatar
Haudegen

Beitrag von vSzP »

Original von Michael Schneider

Unser Durchschnittsalter ist erheblich gestiegen. Und damals war der Lebensstandard der absoluten Mehrheit ein WENIG niedriger. Und erzähl dem Bauer nicht er hätte nur 2 Stunden gearbeitet. Der Haushalt war Hauptarbeit. Ebenso bei Handwerkern, die richtig schuften durften und ihre gesundheit ruinierten. Und so durften Kinder auch ihre Eltern im Alter richtig durchfüttern. Im Siechen- oder Altenhaus wäre ich nicht gerne gelandet...
Das ist ja auch alles richtig. Aber heute haben wir Maschinen, die jede wiederkehrende Arbeit verrichten können. Standards und Normen helfen, Arbeit automatisch ablaufen zu lassen. Dank b2b oder b2c können heute ganze horizontale produktionsabläufe vom kunden gesteuert werden... lieferanten erkennen, wenn sie wieder liefern müssen dank automatischen meldebeständen... die edv hat soviel möglich gemacht...

und trotzdem muss jedes jahr mehr gearbeitet werden?
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Anton von Sorbarban zum Paradies
Unionsminister für Wirtschaft und Finanzen a.D.
Unionsbankpräsident a.D.
Foren Gott
Beiträge: 4333
Registriert: Mi 9. Mai 2007, 00:28
vSzP

Ja muss. Weil auch immer mehr Menschen versorgt werden müssen. Und von 42 Stundenwochen konnte man früher nur träumen. Von Urlaub etc. zu schweigen.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Mitglied
Beiträge: 41
Registriert: So 9. Sep 2007, 13:35
Original von Julia Elián
Ein bedingungsloses Grundeinkommen fuer Alle halte ich auch fuer Schwachsinn, v.A. weil es nicht finanzierbar ist. Interessant waere dagegen schon, alle Transferleistungen die es jetzt schon gibt unter einem solchen Dach zu vereinen, um Buerokratiekosten zu sparen.
Nicht finanzierbar kann man schnell sagen ohne es zu Prüfen.

Ich bin der Meinung, dass ein Bedingungsloses Grundeinkommen als negative Einkommenssteuer nach Milton Freeman ein sinnvoller Gedanke ist, der nicht einfach vom Tisch gefegt werden soll, sondern ernsthaft geprüft werden muss.

http://de.wikipedia.org/wiki/Negative_Einkommensteuer

Voraussetzungen:
- Das Grundeinkommen ist nicht viel höher als Sozialhilfe. Es soll Absichern aber nicht gemütlich sein.
- Es gibt eine einheitliche Flat-Tax. Diese beginnt ab dem Ersten Euro der Verdient wird.
- Für Arbeitsunfähigkeit gibt es immernoch Zusatzhilfen.
- Lockerung des Kündigungsschutzes
- Kein Mindestlohn

Die Vorteile:
- Das Geld kommt automatisch dort an, wo es benötigt wird. Der ganze Bürokratieapperat ist Überflüssig.Die negative Einkommenssteuer ersetzt beinahe alle Sozialleistungen des Staates. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Kindergeld, BaFöG etc. wären da alles drin.
- Es gibt tatsächlich mehr Anreiz zu arbeiten als mit Sozialhilfe. Heute ist Sozialhilfe eine Sackgasse. Wer einen Niedriglohnjob annimmt, damit Anspruch auf Sozialhilfe verliert und nur knapp wenig mehr als Sozialhilfe verdient, der hat keinen Anreiz zu Arbeiten.
- Mit einem Grundeinkommen, ist jeder dazuverdiente Euro ein Gewinn, da er nur geringfügig weniger Grundeinkommen bedeutet. Kombiniert mit einem ungemütlichen Grundeinkommen, gibt es dadurch tatsächlich mehr Anreiz zu Arbeiten als momentan mit Sozialhilfe.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Foren Gott
Beiträge: 4333
Registriert: Mi 9. Mai 2007, 00:28
Was nur klappt wenn genügend Leute entsprechend viel zum abgeben verdienen.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Kaiser

Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Vesna Jovanovic
- Das Geld kommt automatisch dort an, wo es benötigt wird. Der ganze Bürokratieapperat ist Überflüssig.Die negative Einkommenssteuer ersetzt beinahe alle Sozialleistungen des Staates. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Kindergeld, BaFöG etc. wären da alles drin.
Ja. Aber das ist doch kein Vorteil. Kindergeld und BaFöG beispielsweise gibt es ja, weil dabei Humankapital geschaffen wird. Das sind besondere Förderungen.

Die beiden anderen Argumente sind gar keine. Sie sprechen nur für Modifikationen bei der Anrechnung von Arbeitseinkommen auf die Sozialhilfe, nicht für Geldverteilung nach dem Füllhornprinzip.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Mitglied
Beiträge: 41
Registriert: So 9. Sep 2007, 13:35
Original von Konrad Grimm
Ja. Aber das ist doch kein Vorteil. Kindergeld und BaFöG beispielsweise gibt es ja, weil dabei Humankapital geschaffen wird. Das sind besondere Förderungen.
Die BaFöG Bürokratie kostet allein in BaWü jährlich mehrere Millionen. Beide Förderungen bräuchte man nicht, da der Student, wie auch das Kind jeweils die negative Einkommenssteuer kassieren.
Die beiden anderen Argumente sind gar keine. Sie sprechen nur für Modifikationen bei der Anrechnung von Arbeitseinkommen auf die Sozialhilfe, nicht für Geldverteilung nach dem Füllhornprinzip.
Das erläuter mir bitte nochmal genauer.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Mitglied
Beiträge: 41
Registriert: So 9. Sep 2007, 13:35
Original von Michael Schneider
Was nur klappt wenn genügend Leute entsprechend viel zum abgeben verdienen.
Das klappt jetzt auch schon. Wenn das Grundeinkommen auf Höhe von Sozialhilfe ist, dann kann sich jetzt auch schon jeder, der es bei der negativen Einkommenssteuer vorhat tun.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Kaiser
Beiträge: 2902
Registriert: Sa 17. Mär 2007, 13:41
Kaiser

Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Vesna Jovanovic
Die BaFöG Bürokratie kostet allein in BaWü jährlich mehrere Millionen. Beide Förderungen bräuchte man nicht, da der Student, wie auch das Kind jeweils die negative Einkommenssteuer kassieren.
Ja. Man bezahlt unterschiedslos jedem Geld, ob er studiert und damit Humankapital schafft oder den Tag mit Bier und Fernsehen verbringt.
Das erläuter mir bitte nochmal genauer.
Man kriegt das auch über staatliche Lohnzuschüsse hin, nicht nur über ein bedingungsloses Bürgergeld.
 

POSTREACT(ions) SUMMARY

Antworten

Zurück zu „Off Topic“