Ok, da muss ich praezisieren. Natuerlich existiert ein "Gemeinwohl" fuer den Einzelnen nie, sondern nur sein eigenes Wohl. Philosophisch interessant und ja auch in diversen Theorien unterschiedlich diskutiert ist aber die Frage, ob diese Partikularinteressen legitim sind, oder ob es ein hoeher stehendes Gemeinwohl gibt, dass man im Zweifel auch gegen die Partikularinteressen durchsetzen sollte oder gar muss. Diese Debatte passt ja zu dem anderen Thread: Sollte der Staat z.B. aus Ruecksicht auf ein angenommenes Gemeinwohl Massnahmen ergreifen, selbst wenn sie (z.T. sogar einer Mehrheit der Bevoelkerung) nicht gefallen (z.B. Nichtrauchergesetze)Original von Baudouin de Billancourt
Das ist nicht jetzt eine persönliche Meinung, sondern objektive Realität.
Eine andere Frage, die sich daraus ergibt ist z.B. das Verstaendnis von Demokratie: Sollte sich ein Politiker fuer seine Interessen einsetzen, oder fuer das, was er fuer den Staat am besten erachtet. Das klingt erstmal abstrakt, aber es spiegelt sich doch in vielfaeltiger Weise wieder: Im deutschen Kaiserreich und auch in der Weimarer Republik bestand z.B. auch aus staatsphilosophischer Sicht ein Skepsis gegenueber egoistischen Parteiinteressen, weil diese per Definition dem "Gemeinwohl" entgegen stehen mussten, waehrend das Grundgesetz durch die Wuerdigung der Parteien, deren Interessenvertretung legitimiert
@Grimm: Sorry, aber das ist einfach Schwachsinn... Unabhaengig davon, dass auch die griechische Demokratie eine lange Tradition hatte und die USA seit fast 250 Jahren eine Demokratie sind, bezieht sich meine Kritik am "Output" des Feudalismus in erster Linie an der wirtschaftlichen Entwicklung und Wohlstand. Und da sieht es eben so aus, dass das System solchen nicht produzieren kann. Es ist im Grunde nichts weiter als eine Subsitenzwirtschaft in der Einige (die Feudalherren) die einzigen vorhandenen Ueberschuesse abschoepfen. Das das System so lange existierte hat auch gerade damit zu tun, dass es sich nicht weiter entwickeln konnte.
Es wird ja eben auch argumentiert, dass eine Ueberwindung dieses Systems und seiner noch laenger reichenden Folgen, z.B. Brechen des Widerstands der Grossgundbesitzer die industrielle Entwicklung erst moeglich gemacht hat.
Aber wie gesagt: Wahrscheinlich werden wir eh verarscht

