
Zur Affäre um die offenbar nicht nach demokratischen Grundsätzen zustande gekommene Liste der "Sozialdemokratischen Partei der Union" (SPDU) erklärte der Fraktionsvorsitzende und Kanzlerkandidat der Vaterländischen Union (VU), Konrad Grimm, am Abend vor der Parteizentrale der VU:
"Ich habe soeben mit dem Parteivorstand gesprochen. Wir sind darüber einig geworden, dass jedenfalls wir als VU keine Wahlprüfungsbeschwerde gegen das Wahlergebnis einreichen werden.
Vom laufenden Gerichtsverfahren erwarten wir nichts, es ist nach meiner und unserer Auffassung völlig aussichtslos und juristisch unhaltbar. Sein Ergebnis, so wie vom Kläger angestrebt, wäre auch aus demokratischen Gesichtspunkten völlig inakzeptabel. Unser Land braucht auch diese große und prägende Kraft, die die Sozialdemokratie in der Geschichte stets war und hoffentlich auch wieder wird.
Ich fordere alle Beteiligten auf, das Wahlergebnis - den Willen des Volkes! - so zu akzeptieren, wie es ist. Die Vorgänge in der SPDU sind zweifellos aufklärungsbedürftig und, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, inakzeptabel, aber doch vor allem eine innere Angelegenheit der SPDU. Niemandem wäre damit gedient, wenn das Wahlergebnis im Rahmen einer Wahlprüfungsbeschwerde insgesamt annulliert werden würde. Der Schaden für unser Land, den ein erzwungener erneuter Urnengang bedeuten würde, wäre gewaltig, ohne dass ein signifikant anderes Wahlergebnis zu erwarten wäre.
Ich fordere nochmals und nachdrücklich den Unionswahlleiter auf, für Klarheit in dieser Frage zu sorgen, indem er Einsicht in das Wahlprotokoll der SPDU verlangt. Sollte sich dann herausstellen, dass die Listenaufstellung der SPDU die innerparteiliche Demokratie nicht berücksichtigt hat, dann erwarte ich, dass die Verantwortlichen - namentlich der Parteivorsitzende Hennrich und der Unionswahlleiter von Kurzschluss - dafür die Verantwortung übernehmen und von ihren jeweiligen Ämtern zurücktreten.
Weitergehende Konsequenzen halten wir nicht für angemessen."