„Es ist der härteste und intensivste Wahlkampf seit langem, und er steht im Zentrum des Sturms. Umso mehr freuen wir uns, dass er sich heute die Zeit genommen hat, bei uns zu sein. Wir begrüßen hier auf Antenne Freistein zum Interview den Kanzlerkandidaten der Vaterländischen Union, den Abgeordneten Konrad Grimm. Grüß Gott, Herr Grimm!“
„Grüß Gott, Herr König, und ein herzliches Grüß Gott auch an die Hörerinnen und Hörer.“
„Herr Grimm, vielen Dank, dass sie die Zeit für uns gefunden haben. Am Samstag beginnt eine mit Spannung erwartete Wahl zum Unionsparlament. Man kann wohl auch ganz ohne Pathos diesmal von einer echten Schicksalsstunde für dieses Land sprechen?“
„Da bin ich ganz ihrer Meinung. Wahlen sind in der Demokratie ja ganz normale Phänomene. Aber es gibt – zum Glück kommt es nicht allzu oft vor – Situationen, in denen sind Wahlen mehr als die bloße Bestimmung des politischen Führungspersonals für die nächsten Monate, da werden Wahlen zu historischen Weichenstellungen. Und Zeuge und natürlich auch Akteure eines solchen Ereignisses werden wir dieser Tage. Unser Land steht vor der Richtungsentscheidung, ob es weiter abwärts gehen soll mit den verbrauchten Kräften des Niedergangs, wie sie sich in der ausgezehrten Staatspartei SPDU mit ihrem durchaus wackeren, aber völlig hilflosen Kanzler, und in den politischen Scharlatanen von den sog. ‚Grünen’ manifestieren, die unsere großartige Nation in Krieg, Tod und Niedergang gestürzt haben – oder ob es den bürgerlichen Parteien unter Führung der Vaterländischen Union und meiner Person gelingen wird, das Abrutschen endlich zu stoppen und den Wiederaufbau auf dem Weg zu altem Glanz zu beginnen. Das ist fürwahr eine Schicksalsstunde unserer ganzen Republik, und ich fürchte, wenn diese Wahl verloren geht, dann kommen sehr düstere Zeiten auf uns zu.“
„Eine weitere deutliche Warnung Ihrerseits also vor den Grünen. Was macht diese Partei in Ihren Augen so gefährlich?“
„Die sog. ‚Grünen’ stehen nun wirklich für alles, was schlecht ist in unserem Land. Sie stehen für Machtgier, Inkompetenz und Verrat. Man muss sich das einmal vorstellen: Die gleichen Figuren, die bei der letzten Wahl unter dem Banner von SPDU und UFD sozialdemokratische und konservative Wähler verführt haben, geben sich jetzt unter einem grünen Mäntelchen als neue Alternative aus! Die gleichen Akteure – Vain, von Kurzschluss, Untrail, Connor und Heidenberg – die in der Regierungsverantwortung in einer Art und Weise versagt haben, dass es schon schwer ist, es überhaupt in Worte zu fassen, die mit ihrer eklatanten Schwäche eine Sezession heraufbeschworen haben, die bei der Verteidigung dieses Landes desaströs versagt und das Land und seine Menschen im Stich gelassen haben, die danach in der Regierungsverantwortung so dermaßen gescheitert sind, dass sie es in einem der seltenen lichten Momente sogar selbst einräumen mussten – diese Truppe von Stümpern, Ignoranten und Verrätern erhebt jetzt von neuem ihr Medusenhaupt und greift von neuem nach der Macht! Wo diese Leute hinkommen, das hinterlassen sie nur Schutt und Asche, und wer das nicht glaubt, der möge sich nur mal den Zustand der UFD, der SPDU – oder auch einfach den unseres Landes ansehen...!“
„Eine Zusammenarbeit mit den Grünen ist also erklärtermaßen ausgeschlossen. Ihre erklärten Wunschpartner sind ja dagegen die beiden liberalen Parteien, die sie und ihre Partei ja heftig umwerben. Und mit der FLA scheint’s bei diesem Flirt ja auch heftig zu knistern – nur die FDU scheint dieser Tage nicht sehr gewillt, sich bereitwillig von der VU umklammern zu lassen, sondern es geht im Gegenteil das Gerücht, man könnte nach der Wahl mit den Grünen paktieren wollen?“
„Für mich ist das nach wie vor genau das: Ein Gerücht. Ich kann die Freien Demokraten – und genauso übrigens auch die Sozialdemokraten – aber nur nochmals warnen: Lassen Sie diese Leute, lassen Sie Connor und Heidenberg, nie wieder an die Macht gelangen. Das wäre eine Katastrophe, wenn die wieder regieren dürften. Und die FDU fordere ich nochmals auf, jede Zusammenarbeit mit den ‚Grünen’ auszuschließen; anderenfalls kann es für die bürgerlichen Wähler nur heißen, im Zweifel lieber VU oder FLA zu wählen, ehe sich die Freien Demokraten am Ende zu Steigbügelhaltern der Machtergreifung dieser Gruppierung machen.“
„Trotzdem: Nach dem heute veröffentlichten Programm trennen die VU und die FLA einerseits und die FDU andererseits inhaltlich Welten. Vor allem ihrem zentralen Wahlkampfthema, dem Übergang zur Präsidialrepublik, erteilt die FDU eine klare Absage. Wie soll unter diesen Umständen eine Koalition gelingen?“
„Also, zunächst mal möchte ich sagen, dass ich die Haltung der FDU zur Präsidialrepublik sachlich nicht nachvollziehen kann. Mir scheint die Argumentation teilweise haarsträubend, und kommt mir doch recht vorgeschoben vor. Der Knackpunkt scheint mir doch eher zu sein, dass sich relativ kleine Parteien wie die FDU vor dem Verlust ihrer völlig unangemessenen Macht, die der kleine Mehrheitsbeschaffer – trotz seiner erheblich geringeren Resonanz beim Wähler – in der parlamentarischen Regierung besitzt. Es geht hier um nichts anderes als um Privilegien und Sonderrechte von Kleinparteien, die diese gegen das Volk abschirmen wollen. Das finde ich nicht in Ordnung.
Ich halte die Differenzen zwischen FDU und VU insgesamt aber für relativ überwindbar. Zumal ich es auch keinesfalls so sehe, dass die Präsidialrepublik für mich das zentrale Thema wäre.“
„Diese Aussage überrascht. Was sind denn ihre vorrangigen inhaltlichen Ziele?“
„Nun, ganz unbescheiden möchte ich sagen: Solange ICH der Regierungschef bin, wird dieser Staat mit jedem Regierungssystem funktionieren. Wir haben dann zwar weiter die überflüssige Funktion eines nationalen, mit Verlaub und Deutlichkeit, Grüßaugust, aber was viel wichtiger ist: auch so läge die Macht in guten Händen. Von daher hat der systematische Übergang hier keine Priorität, jedenfalls wird daran seitens der VU keine Regierung scheitern.
Viel wichtiger ist, dass wir eben wieder eine gute, kompetente und verlässliche Regierung bekommen – und das ermöglicht vom vorhandenen politischen Personal lediglich eine Koalition der liberalen und konservativen Parteien. Das ist mal das erste und wichtigste, dass wir wieder fähige Männer und Frauen in die zentralen Staatsämter bekommen. Da muss man erstmal Kehraus betreiben und den Schutt wegräumen, den die Vorgänger hinterlassen und verantworten müssen, bevor man an den Wiederaufbau geht. Inhaltlich halte ich die Reform von Föderalismus und Gesetzgebung, das heißt vor allem die Neuverteilung der Gesetzgebungszuständigkeit mit deutlich größerem Gewicht der Union einerseits und die Zusammenlegung von Parlament und Rat andererseits, für weit wichtiger als die Reform der Exekutive. Und in dieser Frage sehe ich auch weit mehr Gemeinsamkeiten mit der FDU. Dann ist ganz zentral, dass wir neue aussen- und sicherheitspolitische Leitlinien setzen. Hier war die Politik der Roten und Neogrünen gradezu katastrophal, hat unser Land in eine Position der Schwäche und Isoliertheit geführt. Heideberg und dieser wehrpolitische Analphabet Vain sollten sich für das Debakel, das sie hier angerichtet haben, schämen und es nicht wagen, noch mal den Mund aufzumachen!
Und dritter zentraler Punkt ist dann eben die Aufarbeitung von Sezession und Krieg in jeder Hinsicht, denn das ist Voraussetzung für einen Neuanfang und den Weg zurück zu alter Stärke.“
„Ein gelungenes Schlusswort. Vielen Dank, Herr Grimm, und alles Gute!“
„Ja, danke, ihnen auch.“
Kaiser
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Sean William Connor sitzt in seinem Stammkaffee in der Altstadt Manuris. Im Hintergrund läuft das Interview mit Konrad Grimm. Bei der Lobhudelei Grimms auf sich selbst und seinen Lügenmärchen lächelt Sean William Connor nur nüde. Aber als Konrad Grimm den oben zitierten Satz im Radio spricht pustet Connor vor lauter lachen seinen Kaffee zurück in die Tasse. Er holt sein Taschentuch raus und wischt sich die Tränen weg und kann sich vor lachen kaum noch halten.Original von Konrad Grimm
„Nun, ganz unbescheiden möchte ich sagen: Solange ICH der Regierungschef bin, wird dieser Staat mit jedem Regierungssystem funktionieren..."
Schließlich wendet er sich zum Geschäftsführer: Kalle, schalt mal den Psychopaten weg. Das kann doch keiner hören. =)
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